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Power Play
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Erstausgabe: 1/87 bzw. 3/90
Letzte Ausgabe: 4/2000
Verlag: Markt & Technik Verlag, Magna Media Verlag, WEKA Verlag, Future Verlag GmbH
Sprache: Deutsch
Anmerkung: Die Power Play war ein deutsches Computer- und Videospiele-Magazin. Die ersten sechs Ausgaben erschienen von November 1987 bis Juli 1988 als Sonderhefte der Zeitschrift "Happy Computer". Die nächsten Power Plays erschienen als Beilagen der Happy Computer-Ausgaben 10/1988 bis 2/1990. Die erste Power Play, die als eigenständiges Magazin erschien, war Ausgabe 3/1990.
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06.07.2017, 09:17 scotch84 (115 
Auf der Cd von 11/95 war so ein selbstgestricktes Monopoly, das habe ich wirklich häufig gespielt...
Muss doch mal die CD suchen, wo mir das wieder eingefallen ist
27.03.2017, 12:33 Gunnar (1482 
Hier dann noch mal mein jüngeres Hobby: Die Titelzeilen von Computerzeitschriften im Laufe der Zeit vergleichen. Hier hat sich ergeben, dass bei der Power Play tatsächlich Kontinuität groß geschrieben wurde und bis zum Relaunch (muss wohl eher Re-Fehlstart genannt werden...) 2000 die Formulierungen immer nur graduell, aber nie komplett umgeworfen wurden:

* 1/87-6/88: Das große Computer- und Video-Spiele-Magazin
* 7/88-2/90: Das große Computer- und Video-Spiele-Magazin von Happy Computer [da musste man wohl die Herkunft extra betonen...]
* 3/90-3/91: Das große Computer- und Video-Spiele-Magazin
* 4/91-10/91: Das große Computer- und Videospiele-Magazin [ohne Bindestrich!]
* 11/91: Das meistverkaufte Computer- und Videospiele-Magazin [jetzt brüsten sie sich damit...]
* 12/91-3/93: Das meistgekaufte Computer- und Videospiele-Magazin [...aber irgendwie scheinen "gekauft" und "verkauft" unterschiedliche Dinge zu sein. Ob der Weiterverkauf für ersteres auch mitzählt...?]
* 4/93-4/94: Das meistgekaufte Computerspiele- und Videospiele-Magazin [Hm? Bestand da die Verwechslungsgefahr, die PP könne ein "Computermagazin" und ein "Videospielemagazin" zugleich sein?]
* 5/94-6/94: Das meistgekaufte Computerspiele- und Multimedia-Magazin [ah ja, Multimedia, das Floskelwort der 90er...]
* 7/94-5/95: Das meistgelesene Computerspiele- und Multimedia-Magazin [okay, dann stimmte das mit dem Gekauf auch nicht mehr...]
* 6/95-9/95: Das Computerspiele- und Multimedia-Magazin [...und mit dem Lesen war's dann auch vorbei]
* 10/95-8/96: Das Computerspiele-Magazin
* 9/96: Das PC-Spiele-Magazin [Falls noch irgendwer unter "Computer" tatsächlich Macintosh, Amiga & Co. erwartet hätte...]
* 10/96-12/99: Das PC-Spiele Magazin [und wozu lässt man dann hier den Bidestrich wegfallen? Egal, den Slogan hat man lange genug behalten.]
* 1/2000-3/2000: PC-SPIELE für Kenner, Könner & Gewinner
* 5/2000: PC-SPIELE für alle. Nicht für jeden!

Nett sind ja wirklich die kleinen Verschiebungen der Formulierungen. Insgesamt ist die PP allerdings stattliche 13 Jahre bei der Formel "Das ... Magazin" geblieben - eine ganz schöne Leistung.
13.05.2016, 11:41 Gunnar (1482 
Mit der PP verbinde ich insgesamt eigentlich auch ziemlich gute Erinnerungen. Auf die bin ich gestoßen, weil das die Spielezeitschrift war, die unsere Stadtbibliothek damals abonniert hatte und deren frühere Ausgaben (samt CD-Beilagen, sofern nicht abhanden gekommen...) da ausleihbar waren. So konnte ich 1997 tatsächlich mir noch mal einen Überblick verschaffen, was in diesem Jahr und den beiden davor jeweils aktuell gewesen war. Konsequenz davon ist allerdings auch, dass für mich persönlich die Redaktion aus Harmut Ulrich, Frank Heukemes, Knut Gollert, Michael Galuschka, Sascha Gliss, Ulrich Smidt und Peter Steinlechner (plus Claudius Brunnecker, der aber wohl nur für insgesamt ein Jahr dabei war)) sowas wie der "Klassiker" ist - die Leute davor kannte ich überhaupt nicht, und die danach erschienen mir dann immer als die "Neuen". Auch die Geschichte und den früheren Stellenwert der Zeitschrift kannte ich natürlich nicht.

In den Folgejahren habe ich mir gelegentlich noch Ausgaben des Heftes gekauft, ansonsten aber eigentlich die PC Games bevorzugt (das Argument war ja: Zu kaufen brauchte ich mir die PP nicht, die konnte ich ja leihen). Wenn's mal so kam, war das Argument für die PP eigentlich immer der Preis: Normalerweise lag der bei 6,50-7,80 DM für eine Ausgabe, in 2/98 auch nur 4,90 DM - das war konkurrenzlos angesichts von 9,90 DM für die PCG. Die letzte Ausgabe, die ich erworben hatte, war die 10/99 mit der recht "ehrlichen" Story über C&C3. Der Relaunch zu 1/2000 hat mich allerdings abgeschreckt, und wenig später wurde das Heft dann ja auch eingestellt.

Was ich rückblickend der PP für den beobachteten Zeitraum (1996-1999) durchaus vorwerfen kann, ist wohl, dass das Heft im Vergleich zur Konkurrenz immer weniger professionell und weniger hochwertig wirkte. Es gab nur vergleichsweise kurze Testberichte und Previews (die meisten wurde tatsächlich auf einer Seite abgehandelt), die ganze "Technisierung" der Testberichte (mit Benchmarks für verschiedene Systemkonfigurationen, Featurelisten, Grafikvergleich, Pro-und-Contra, Motivationskurven u.ä.), wie es das bei PCG und PCP gab, hat die PP nicht mitgemacht, ebenso wirkte der zuletzt von Thomas Ziebarth betreute Hardwareteil immer wie ein bloßes Anhängsel bzw. wie ein nebenher betriebenes Hobby. Außerdem wurde immer auf eher mattem Papier gedruckt - da kamen Screenshots nicht so schön raus. Aber da hat man den Preis wohl auch gemerkt.

Sonst noch in Erinnerung geblieben sind mir einige Eigenarten bei der Wahl der Inserenten. 1-2 Anzeigen der Tabakindustrie (meist Marlboro, Lucky Strike und Samson) waren in jedem Heft drin, außerdem gelegentlich Bierwerbung (Krombacher) und kurzzeitig, so 1993 (das habe ich später anhand von Digitalisaten festgestellt) sogar Werbung für Konkurrenzprodukte von Computec (Playtime, Amiga Games, PC Games). Das gab's bei anderen Zeitschriften kurioserweise nicht.

Was die PP dagegen immer gut konnte, waren historische Einordnungen und Vergleiche. Zu eigentlich jedem größeren Thema konnten die Redakteure da Vorbilder und vergleichbare Spiele aus der damals schon recht langen Software-Historie benennen und außerdem zu diversen Spielen historische Hintergründe oder kulturelle Anspielungen erläutern. In diesem Zusammenhang sind sicherlich auch die in der Zeit verbreiteten Interviews von Brenda Garneau bemerkenswert - sowas gab's in anderen Zeitschriften eben erst später, nie so regelmäßig und dann wiederum auch nur mit "Mainstream"-Figuren à la David Perry oder Peter Molyneux (hier dagegen haben die sogar mal den Entwickler von "Capitalism Plus" befragt). Ansonsten sollte noch lobend erwähnt werden, dass der Großteil der Redakteure zumeist eher kritisch an sein Thema herangegangen ist und Urteile immer gut begründet wurden - meistens zumindest (Extrem-Gegenbeispiele: Knut Gollerts Aversion gegen Ru Murleen aus "Rebel Assault 2", Thomas Ziebarths überschwängliche Begeisterung für diverse Zivilflugsimulationen wie "Flight Unlimited 2" und "Fly!").

Fazit: Die PP hatte einige bemerkenswerte Tugenden, die sie bis heute einzigartig erscheinen lassen, aber hat andererseits einige Entwicklungen regelrecht verschlafen und ist daher im Ende immer mehr ins Hintertreffen geraten. Das wäre vielleicht 1998 noch aufzuholen gewesen, aber dafür hätte man sich konsequent ranhalten müssen. Insgesamt ist es allerdings schade um den Abgang der PP.
29.09.2015, 14:17 Aydon_ger (376 
Meine Vermutung: Die Power Play wurde damals verlagsintern als "Spinnerei" der Herren Lenhardt & Schneider angesehen und dementsprechend hatten die beiden auch einige Narrenfreiheit.
Hab auch nochmal knallhart recherchiert: Im Interview hier auf Kultboy erwähnte Anatol Locker, dass seines Wissens nach der Name von Heinrich stammte (ohne Gewähr).


Und es ist tatsächlich so, wie auch HL in einem Spielepodcast mal erzählte: der Begriff "Power Play" entstammt dem Eishockey, dem gerade Heinrich L. ja bekanntermaßen sehr viel Interesse entgegenbringt (und damals auch entgegenbrachte). Daher war es für ihn naheliegend, einen derartigen Begriff zu verwenden, passte dieser doch laut seiner Aussage schön zum geplanten Heft: Halt "Play" wie Spielen und gleichzeigt was mit "Power", das zeigt Initiative und "Druck" dahinter. Es gab wohl auch einige andere Namensvorschläge, die aber eher lasch waren (so die damalige Meinung).

Und die Unterstützung durch die "seriösen" Redakteure des M+T Verlags war damals tatsächlich eher gering. Besonders als das mit den Happy Computer Sonderheften so anfing. Die beiden Redakteure HL und BS (um das mal abzukürzen ^-^) waren halt nur die Spiele-Leute, da kommt kein Geld mit rum. Daher waren die Augen doch recht groß, als die Verkaufszahlen schnell in die Höhe schnellten. Und so durften sie mit der Power Play relativ viel in Eigenregie machen, Hauptsache die Kohle kam rein. Das tat es in jenen Jahren auch, so dass die Redakteure von damals auch soviel Narrenfreiheit hatten, wie in den Interviews ja oft zu hören / zu lesen ist.


Am Ende war aber der Wandel zum PC-Magazin unumgänglich und aufgrund der Marktlage logisch. Die Konsolen hätte ich schon viel früher rausgeschmissen (es gab schließlich das Schwestermagazin Video Games, die das Thema viel besser abdecken konnte).


Das finde ich ganz interessant. Denn die Idee, aus dem aufstrebenden Konsolenmarkt (Mega Drive schlug ein, Super Nintendo kündigte sich an) mit einem eigenen Heft Kapital zu schlagen, kam von der Verlagsleitung. In der PowerPlay Redaktion kam das, so habe ich das gelesen, nicht so super an. Die erste Sonderbeilage "durfte" die Redaktion noch quasi nebenbei machen, das bedeutete Doppelbelastung. Und dann wurden auch noch einige Leute weggenommen, gleichzeitig neue Leute für die VG eingestellt, da war einiges in Unruhe geraten. Rückblickend haben HL und BS (dann mit Johne dran) die Video Games auch als Kontraproduktiv für die PowerPlay betrachtet (Fanboys, steckt die Heugabeln wieder ein!), gesprochen im Marktsinn. Denn die PowerPlay musste sich nun gegen die VG als Konkurrenz aus dem eigenen Hause durchsetzen, so dass die Zuwendung zum PC-Markt ganz logisch war.
Kommentar wurde am 29.09.2015, 14:22 von Aydon_ger editiert.
29.09.2015, 13:09 Eloton (318 
@ Bren McGuire:

Tja, und genau das wäre so nicht gekommen für die Powerplay, wenn die Redakteure entweder etwas weniger eitel oder etwas weniger inkompetent gewesen wären. Sonst hätten die Gamer ja entweder nicht gewusst, wie die Leutchen aussehen, oder keinen Grund gehabt, aus dieser Kenntnis brachialen Nutzen zu ziehen.

Also nach dem Lesen Deines Beitrages wird mir klar, dass die PP noch unfähiger war, als ich gedacht hatte. Aber jetzt hast Du mir nach all den Jahren die Augen geöffnet. Danke !!!
28.09.2015, 21:52 Bren McGuire (4805 
Eloton schrieb am 28.09.2015, 11:59:
Ich fand die Powerplay immer zu selbstverliebt. Zu jedem Testbericht ein Foto des Redakteurs, jaja, ihr seid die Tollsten ... ich fand das nur eingebildet.

Aber auch irgendwie verdammt mutig! So wusste man sofort, wie der Redakteur aussieht, der einem das persönliche Lieblingsspiel gerade schlecht geredet hat! Ich meine, Leute wie Heinrich Lenhardt oder Martin Gaksch lebten aufgrund dieses kühnen Entschlusses, ihre Bilder der breiten Masse zugänglich zu machen, doch eigentlich ständig in Angst und Schrecken und mussten jederzeit damit rechnen, auf der Straße verprügelt zu werden! Genau das war wohl auch der Grund dafür, dass sich die ASM-Redaktion immer so vehement gegen ein komplettes Gruppenfoto im Editorial gewehrt hat. Das kam dann auch entsprechend selten vor, etwa in der Ausgabe 11/87 oder in Form von einzelnen Fotos der Mitwirkenden in den Heften 10/90 sowie 11/91. Irgendwann kam man einfach nicht mehr drumherum sich der Öffentlichkeit auch bildlich zu präsentieren...

Sicherlich, eingefleischte Leser dürften im Laufe der Jahre ohnehin gewusst haben, wie jeder Redakteur live und in Farbe ausgesehen hat - bei Gelegenheitslesern sah das allerdings anders aus. Lediglich Manfred Kleimann musste im hauseigenen Editorial ständig als Galionsfigur herhalten, damit der frustrierte und enttäuschte Leser wenigsten ein Feindbild haben konnte. Jedoch kein Vergleich zur vergleichsweise heldenhaften Power Play-Crew, die sich auf diese Weise quasi als Freiwild präsentierte, stets zum Abschuss freigegeben!

So ist es auch kein großes Wunder, dass im Laufe der Zeit immer mehr emsige Redakteure ausschieden und in Form von neuem Frischfleisch ersetzt und der auf Vergeltung darbenden Leserschaft zum Fraß vorgeworfen wurden! Was ist z.B. aus Martin Goldmann oder Henrik Fisch geworden? Nie wieder etwas von gehört. Offenbar wurde der Druck später sogar dermaßen groß, dass sich selbst ein gestandener Heinrich Lenhardt gar nach Kanada absetzen musste! Die Drohbriefe und Einschüchterungsversuche frustrierter, weil vernachlässigter C64-Anhänger, die sich insbesondere durch seine ständigen "Geht so"-Phrasen diskriminiert und abfällig behandelt fühlten, konnte dieser Redakteur wohl einfach nicht mehr länger verkraften...

Nein, als selbstverliebt und eingebildet kann man das nun wirklich nicht ansehen, schon eher als couragiert und wagemutig! Das wird auch der wahre Grund gewesen sein, warum die relativ kurzlebige Neuauflage der Power Play über den CHIP-Verlag nach nur vier Ausgaben wieder eingestampft wurde. Bekanntlich kehrte man im letzten Heft wieder zur berühmt-berüchtigten "So bewerten wir"-Wertungsübersicht zurück, in der sich die versammelte Redaktion per Autorenfotos mimisch ablichten ließ. Scheinbar ein zu großes Wagnis für den CHIP-Verlag, weswegen aus Sicherheitsgründen - von wegen Angst um das körperliche Wohl der schreibenden Zunft ("Ach, kumma, da isser ja wieder, der Lenhardt! Hol schon mal die Pistole!") - das Projekt von hier auf jetzt mit sofortiger Wirkung eingestellt wurde. Eine erneute Flucht ins Ausland wollte man gewissen Personen wohl nicht noch einmal zumuten! Offiziell behauptete man natürlich, es würde an den schwachen Absatzzahlen des Magazins liegen; wer's glaubt?!

Insofern muss ich vor der gesamten Power Play-Redaktion, diesen tapferen und furchtlosen Streitern des Spiele-Journalismus, ehrfürchtig den Hut ziehen. Womöglich, in just jenem Moment, in dem ich diese Zeilen tippe, wird einer dieser aufrechten Pioniere gerade in einem dunklen, unbeleuchteten Winkel der Münchener Hans-Pinsel-Straße aufgelauert und verprügelt... von einem gebeutelten "Brotkasten"-Besitzer, dem die Wertung zu "Turrican" seinerzeit so gar nicht gemundet hat! Das ist wirkliche Opferbereitschaft, das ist wahres Berufsethos! Ich kann den Mut dieser heldenhaften Power Play-Redakteure an dieser Stelle gar nicht genug würdigen!

So gesehen könnte man ASM, Amiga Joker und Co. schon fast als Feiglinge des öffentlichen Tester-Dschungels bezeichnen... bah, ihr ekelt mich an!
Kommentar wurde am 28.09.2015, 21:59 von Bren McGuire editiert.
28.09.2015, 12:55 Anna L. (1362 
Eigentlich nahmen sie damit Facebook vorweg. Also Vorreiter.
28.09.2015, 11:59 Eloton (318 
Ich fand die Powerplay immer zu selbstverliebt. Zu jedem Testbericht ein Foto des Redakteurs, jaja, ihr seid die Tollsten ... ich fand das nur eingebildet.
31.08.2015, 16:39 Trantor (283 
Na ja, mir ging's ja in erster Linie darum, dass die PP-Crew damals nicht ganz so unsportlich war, wie du in deinem Kommentar angedeutet hast.

Allerdings glaube ich tatsächlich, dass die damals bei der Namensgebung schon ein Wörtchen mitzureden hatten. Meine Vermutung: Die Power Play wurde damals verlagsintern als "Spinnerei" der Herren Lenhardt & Schneider angesehen und dementsprechend hatten die beiden auch einige Narrenfreiheit.
Hab auch nochmal knallhart recherchiert: Im Interview hier auf Kultboy erwähnte Anatol Locker, dass seines Wissens nach der Name von Heinrich stammte (ohne Gewähr).
31.08.2015, 16:16 Jochen (596 
Pat schrieb am 31.08.2015, 13:24:
Boris Schneider hat mal gesagt, dass der Name von einem Film mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger kommt: Piratensender Powerplay.


Uff ... für einen Moment hattest Du mich wirklich geschockt...


Retro-Nerd schrieb am 30.08.2015, 22:07:
Wurde das nicht auch mal in einem der Spieleveteranen Podcasts erwähnt, wie man auf den Namen kam?


Hab mal nachgeschaut, aber den passenden Podcast noch nicht gefunden.


Trantor schrieb am 31.08.2015, 08:08:
Also zumindest Heinrich Lenhardt war/ist ein großer Sport- und auch Eishockey-Fan.


invincible warrior schrieb am 31.08.2015, 08:03:
Wenn ich mich recht entsinne hat der Herr Lenhardt schon ein Faible fuer Eishockey, zumindest hatte er das oefters erwaehnt in Artikeln aus seiner Wahlheimat.


Zum Thema Eishockey hat sich Heinrich Lenhardt zwar öfter mal geäußert und ist offenbar auch ein echter Fan ... aber konnte er allein damals beim Markt & Technik Verlag die Namensfindung so beeinflussen, dass am Ende dann Power Play auf dem Cover stand? Solche Entscheidungen treffen ja normalerweise nicht die Redakteure - oder habe ich jetzt ein völlig falsches Bild vom damaligen Verlag?
Kommentar wurde am 31.08.2015, 17:58 von Jochen editiert.
31.08.2015, 13:24 Pat (3110 
Boris Schneider hat mal gesagt, dass der Name von einem Film mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger kommt: Piratensender Powerplay.


Stimmt natürlich nicht. Und hat er auch nie gesagt. Aber ich muss immer an den Film denken, wenn ich Power Play höre.

Kommentar wurde am 31.08.2015, 13:24 von Pat editiert.
31.08.2015, 08:08 Trantor (283 
@Jochen: Also zumindest Heinrich Lenhardt war/ist ein großer Sport- und auch Eishockey-Fan. Der kannte den Begriff bestimmt.
31.08.2015, 08:03 invincible warrior (463 
Wenn ich mich recht entsinne hat der Herr Lenhardt schon ein Faible fuer Eishockey, zumindest hatte er das oefters erwaehnt in Artikeln aus seiner Wahlheimat. Das heisst natuerlich nicht, dass er das auch schon damals gewesen ist.
30.08.2015, 22:07 Retro-Nerd (9925 
Wurde das nicht auch mal in einem der Spieleveteranen Podcasts erwähnt, wie man auf den Namen kam? Weiß jetzt nicht welcher, muß aber einer der ersten gewesen sein.
Kommentar wurde am 30.08.2015, 22:07 von Retro-Nerd editiert.
30.08.2015, 21:30 Jochen (596 
Wurde eigentlich mal von einem Redakteur erklärt, wie 1986/87 die Idee für den Heftname "Power Play" entstand?

Das zuvor im Jahr 86 in den USA die Publikation der commodore power/play mit der Oktober/November Ausgabe eingestellt wurde, dass ist den Jungs beim Markt & Technik Verlag ja bestimmt nicht entgangen. (Zumal Commodore diese US-Zeitschrift selbst herausgegeben hat.)

Hat man sich da namensmäßig etwas inspirieren lassen?

(An eine heimliche Eishockey-Leidenschaft bei den PP-Gründungsredakteuren Martin Gaksch, Heinrich Lenhardt, Anatol Locker und Boris Schneider kann ich ja nicht so recht glauben...)
Kommentar wurde am 30.08.2015, 22:25 von Jochen editiert.
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