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Power Play 10/94



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Scan von Herr Planetfall


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27.10.2013, 17:44 Bren McGuire (3444 
Dass die Entwickler hier ein durchaus tiefsinniges Spiel geschaffen haben, beweist schon die Namensgebung von Ryans Freundin Eden, ist diese (bzw. ihre Wohnung) doch die einzige Hoffnung bzw. Zuflucht, die dem zunehmend immer desillusionierter werdenden Hauptdarsteller noch bleibt...
Kommentar wurde am 27.10.2013, 17:45 von Bren McGuire editiert.
07.01.2013, 13:58 TheMessenger (1419 
Das war eines der ersten Spiele, bei denen ich das Gefuehl hatte, dass dieses Medium doch zu mehr bestimmt ist als zur reinen Unterhaltung. Auch wenn der Umfang sehr gering war und mich das Spielsystem auch nicht 100%ig ueberzeugte, haben mich wenige Programme in Sachen Atmosphaere und Handlung so ueberzeugt wie "Dreamweb"! Von der kontroversen Handlung samt expliziter Gewaltdarstellung kann man halten, was man will, aber das Spiel war tatsaechlich ein Psycho-Thriller, der unter die Haut ging. Und besonders erwaehnt muss dabei der Soundtrack, der einsame Spitze war...
01.12.2012, 11:10 McCluskey (291 
Eines der deprimierendsten Stücke Software, die mir je für den AMIGA untergekommen sind. "Vielleicht eines der witzigsten Abenteuer der letzten Zeit."??? Was hat denn der POWER PLAY-Redakteur geraucht? Nö, das Teil hat mich sehr ratlos zurückgelassen. Spielerisch sicherlich nicht absolut an der Spitze, zumal mich...

das spurlose Verschwinden des Priesters


...absolut nicht überzeugt hat.

Da es doch für die damalige Zeit recht drastisch zugegangen ist: Wurde das jemals indiziert?

Die oftmals Vangelis-Vergleiche kann ich als jemand, der sicherlich zwei Dutzend Alben von Meister Papathanassiou im Regal stehen hat, nicht so recht nachvollziehen. Aber das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass er für den Blade Runner-Score verantwortlich ist und das Spiel doch Ähnlichkeiten zum Film aufweist. Allerdings kann ich mich irren, ich kenne die Musik der PC-Version nicht.

Bekommt von mir aufgrund der spielerischen Mängel eine 8.
25.10.2012, 17:06 90sgamer (567 
Ich denke, die Programmierer haben ja damals so ziemlich jeden Pixel einzeln setzen müssen, um diesen Detailgrad zu erzielen. So einen Aufwand macht sich doch heute keiner mehr, also ziehe ich angesichts solcher Akribie meinen Hut in Demut.


Die Frau hieß Underwood, oder? Das Gespräch der beiden jagte mir damals Schauer über den Rücken, zumal sie ja verstümmelt war und um ihr Ende bettelte. Starker Tobak, v.a. mit Sprachausgabe!
Reden konnte man allerdings auch mit dem 1. Opfer (Crane) und natürlich dem letzten der Sieben.


Zusammengefasst war es wohl auch die (bis zum bitteren Ende durchgezogene) Kompromisslosigkeit, die aus Dreamweb so ein tolles Stück Software gemacht hat. Man gab den Pennern kein Geld und klaute dem besten Freund die Schuhe - so war das damals.
24.10.2012, 18:18 Pat (1186 
Wenn man so toll über ein Spiel diskutieren kann, dann macht es schonmal vieles richtig.

Was Ryans Charakter angeht:
Wenn ich mich richtig erinnere, ist das einzige Opfer, mit dem er spricht, die Frau (wie hiess sie noch gleich?) im halb explodierten Haus. Mit Cairn, dem ersten, hat er keine Zeit, wenn ich mich richtig erinnere.
Trotzdem hast du insofern Recht, als dass man als Spieler (und somit Ryan) später schneller und öfter Gebrauch von der Pistole macht.

Aber der Gewaltelevel schreckt auch mich nicht ab. Im Gegenteil, der macht vieles der Atmophäre aus. Und man muss natürlich auch ehrlich sagen: Wie oft haben wir uns nicht alle in Adventures gewünscht, man könnte diese doofen Torwächter/Pförtner/Wachmänner nicht einfach nur über den Haufen schiessen.
Als genereller Ich-mag-dich-und-du-magst-mich-Strahlemann hat mich die Lösung halt dann eben doch nicht befriedigt.

Und, ja, die Grafik ist zwar fitzelig aber auf ihre Art unglaublich liebevoll und detailliert. Ich finde sie grossartig und hätte mir mehr Spiele auf diese Art gewünscht.
Kommentar wurde am 24.10.2012, 18:18 von Pat editiert.
24.10.2012, 17:09 90sgamer (567 
Ich verstehe was Du meinst, aber für mich sind das sehr subjektive Punkte. Der Reiz dieses Adventures besteht für mich zum großen Teil darin, dass eben keine genretypische Lösung angeboten wird, damit setzt sich das ganze Spiel positiv ab.


Der Charakter von Ryan verändert sich schon dahingehend, dass er z.B. mit seinem 1. Opfer - Crane - noch spricht und mit wachsendem "Bodycount" immer kälter mordet. Ich würde das mal als Absicht durchgehen lassen. Selbst wenn es nicht so wäre, müsste man fairerweise Ryan und Dreamweb mit anderen Adventures dieser Zeit vergleichen. Gibt es Deiner Meinung nach Vertreter, bei denen sich die handelnden Personen klar weiter entwickelt haben?
Mehr Interaktion mit Eden hätte ich mir auch gewünscht. Aber sie ist eben nur Staffage. Hätte man besser einbauen können - v.a. später - aber es wäre sowieso nur Nebenkriegsschauplatz gewesen.


Wo Du den Ton ansprichst, möchte ich gern noch einmal Werbung für die dt. Synchro machen, die gefiel mir noch besser als das Original! Wobei an sich beide recht hohes Niveau haben. Das einzig verbesserungswürdige Detail ist in meinen Augen die fitzelige Grafik, aber mit einem Fan lässt sich eben schlecht streiten.


Der Gewaltlevel schreckt mich ebenfalls nicht, das ist eben Teil der Atmosphäre. Hätte ich das Problem mit dem alten Pförtner nicht auf diese Weise gelöst, wäre mein Gefühl ein anderes gewesen. So dachte ich eben: Hmm, der will mich nicht reinlassen...*puzzle* *puzzle*...*BAMM*...Puzzle gelöst - geiles Spiel! Ohne dass ich jetzt ständig in Gewaltphantasien schwelgen würde, aber das ist doch das Markante an Dreamweb!


Deine Meinung zum Tagebuch teile ich uneingeschränkt. Ob das jetzt ein gänzlich anderes Urteil über Ryans möglicherweise vorhandene Schizophrenie zulässt, halte ich aber für ein Thema, mit dem sich noch seitenlang Kommentare füllen lassen könnten...
24.10.2012, 14:04 Pat (1186 
90sgamer schrieb am 24.10.2012, 11:07:
Für mich ist die Geschichte sogar filmreif.


Da stimme ich dir zu, ich denke, Dreamweb gäbe einen grandiosen Film. Als Adventure jedoch, und dazu stehe ich, ist es nicht ganz so grandios.

Wie ich gesagt habe, ich mag Drewamweb wirklich. Es hat was. Und ich spiele es alle paar Jahre wieder einmal durch (dauert ja nicht so lange).
Das Setting ist auch erstmal wirklich verdammt cool - gerade wie es im "Diary of a (Mad?) Man" aufgebaut wird. Im Spiel selbst bleibt allerdings nicht viel von der anfänglichen brillianz übrig:

Ryan macht so gut wie keine Charakterentwicklung durch. Im Gegenteil, der sorgfälltige Aufbau des Tagebuches wird sogar ein klein wenig wieder kaputt gemacht. Im Tagebuch bleibt alles schön ungewiss, ob Ryan nicht vielleicht einfach nur schizophrene Paranoia entwickelt. Im Spiel wird relativ schnell klar, dass das Dreamweb wirklich existiert und dass Ryan wirklich als Rächer der Keeper auserkoren wurde.
Es gibt keinerlei Entwicklung mit Eden - die dient nur als Zugang zu Sartain. Und alle Zielpersonen haben keinerlei Einfluss auf Ryans Charakter oder dessen Umfeld.
Auch so Dinge, was jetzt mit dem Priester ist, der ja die Entropie erreicht hat, bleiben offen und werden nicht einmal ansatzweise aufgelöst.


Aber, wie gesagt, trotzdem stimmt ganz einfach die Atmphäre des Spieles. Die grandiose Musik und auch der eher ungewöhnliche Grafikstil (der mir persönlich sehr gut gefallen hat).
Die englische Sprachausgabe ist, meiner Meinung nach, ebenfalls sehr gelungen. Ich weiss nicht, ob das absichtliche Regieinstruktion war oder ob vielleicht die Sprecher gar nicht so gut sind aber die beinahe gefühlslos undynamisch gesprochenen Sätze passen toll in die Welt und verliehen nochmals ein Stück mehr Atmosphäre.

Als reines Adventure-Spiel macht Dreamweb leider auch nicht alles richtig. So ist - für ein Adventure wohlgemerkt - viel zu oft der Einsatz der Pistole gefragt. Das ist zwar erfrischend aber Schade, denn gerade bei Adventures sollte das Um-das-Problem-herum-puzzeln im Vordergrund stehen.

Ganz schlimm ist die Szene mit dem alten Mann als Pförtner. Da wäre ungemein Potential gewesen, ein paar gute Puzzles daraus zu machen. Stattdessen ist die einzige Möglichkeit, den armen Mann über den Haufen zu schiessen.
24.10.2012, 11:07 90sgamer (567 
Sorry, aber der Meinung, Dreamweb sei kein gutes Adventure und die Story ebensowenig, bin ich überhaupt nicht. Für mich ist die Geschichte sogar filmreif. Dreamweb ragt überhaupt erst so heraus, weil es sich traute, das Thema Adventures (wortwörtlich) aus einer anderen Perspektive anzugehen (erwachsenenes Thema, Millionen Gegenstände etc.). Zeigt mir mal heute einen Vertreter, der sich trauen würde, vom bewährten Konzept der klassischen Abenteuerspiele abzuweichen.
Viele Spiele sind einfach gealtert, aber Dreamweb gehört eindeutig zu den Klassikern dieser Zeit. Gäbs die Möglichkeit eines Nachfolgers/Neuauflage, ich würd sie unterstützen!
22.10.2012, 21:00 Il bastardo (119 
Wie gestern auf ScummVM verkündet wurde, ist offenbar nun auch DreamWeb von den Entwicklern als Freeware freigegeben worden und kann fortan unter "Downloads" in verschiedenen (PC-)Versionen heruntergeladen werden; Die deutsche fehlt zwar noch, aber das dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Fans von dystopischer SciFi, die noch nicht in den Genuss gekommen sind, sollten also mal einen Abstecher dorthin wagen.
Kommentar wurde am 22.10.2012, 21:01 von Il bastardo editiert.
18.10.2012, 10:02 Pat (1186 
Ich versuche schon seit Wochen, mein Video-Review für Dreamweb fertig zu kriegen.

Vorab kann ich schon sagen: Das Spiel hat was. Es nicht "gut" im Sinne von, dass es sich um ein gutes Adventure handelt, weil das ist es beileibe nicht.
Auch die Story ist - leider - nicht so gut, wie das Setup vermuten würde und es gibt praktisch null Charakterentwicklung.

Und trotzdem... irgendwas hat das Spiel einfach...

Mehr folgt hoffentlich bald.
16.10.2012, 05:07 VGA (10 
Dreamweb ist ein sehr intressantes Spiel.
Besonders die Hintergrundmusik(FM-Synthese) der DOS-Version gefällt mir sehr gut.
Leider habe ich Dreamweb bis jetzt noch nicht durchgespielt, aber vielleicht versuche ich das mal in den nächsten Monaten.

Dabei erinnere ich mich wieder an das Jahr 1994 als Dreamweb als Demo-Version auf der Greatest Hits 94(PC Games) drauf war. Zu dem Zeitpunkt wurde von der PC Games Redaktion geschrieben, dass Dreamweb ein gutes Spiel ist, allerdings ein bischen zu brutal ist.

In der heutigen Zeit wirkt dieser Satz natürlich unfreiwillig komisch, wenn man Dreamweb mit anderen Spielen vergleicht, allerdings war es, meiner Meinung nach, auch 1994 nicht wirklich brutal, denn zu dem Zeitpunkt gab es ja auch schon DOOM, Wolf 3D u.s.w
03.05.2012, 11:13 Commodus (4362 
Nun kann auch Dreamweb unter ScummVM gezockt werden!

LINK
29.03.2012, 10:09 90sgamer (567 
Das ist neben DOTT mein absolutes Lieblings-Adventure, auch wenn es thematisch in eine ganz andere Richtung ging. Hier wird so ziemlich jede Illusion an eine schöne Zukunft zerstört, wenn man die denn 1994 überhaupt noch hatte.

Obwohl moralisch höchst fragwürdig, ist "zügellos" im Hinblick auf Sex & Gewalt im Nachhinein natürlich witzig zu lesen, zumal man inmitten der winzigen Pixel nur erahnen kann, was gerade geschieht. Hier liegt aber auch eine der großen Stärken des Spiels: Es gibt unglaublich viele Gegenstände und Möglichkeiten die Dinge zu untersuchen. Die filmreife Story ist eingebettet in diese aggressiven Rottöne und wird von einem sehr unheilvollen Soundtrack begleitet. Matt Seldons Werk sollte übrigens mit einer CD gewürdigt werden, die aber nicht übers Promo-Stadium hinauskam. Schade eigentlich.

Ich habs auf PC CD-ROM gespielt und fand die dt. Version sehr gut umgesetzt. Auch das Tagebuch ist ein Hingucker und nicht nur ein Vehikel für die Codeabfrage. Kann man mittlerweile sogar (inoffiziell) mit SCUMMVM spielen, wenn mich nicht alles täuscht.

Großartiges Spiel!
Kommentar wurde am 29.03.2012, 15:08 von 90sgamer editiert.
28.02.2012, 20:28 BigNaturals (36 
Kein anderes Amigaspiel hat mich dermaßen beeindruckt und geprägt, wie diese Perle, die zu Unrecht ein bisschen untergegangen ist. Unglaublich dichte Atmosphäre, ein stimmungsvoller Soundtrack und ein erwachsenes Szenario. Klar, die Perspektive ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber erfrischend anders. Habe ich sehr oft durchgespielt und ich liebe es auch heute noch sehr. Obwohl ich keinen Amiga mehr besitze, hat die originale AGA-Version einen Ehrenplatz in meiner Spielsammlung. Das beigelegte Tagebuch verdient ebenfalls Beachtung.
28.10.2011, 19:40 mad-E (79 
Eher "Grafik pfui, Spiel pfui, aber die einzigartige Atmosphäre macht alles wieder wett".
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