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A Tribute to Jochen Hippel


Label:
German Remix Group

Erscheinungsdatum:
Januar 2012

Preis:
Kostenlos

Download:
MP3 - FLAC

Inhalt:
Es gibt Namen in der neumodisch genannten Retrogaming-Community (huch!), da bedarf es eigentlich gar keiner weiteren Erklärung. Jochen Hippel sollte jedem durch sein exorbitant in W.A.L. zur Schau gestelltes Talent als Musiker bekannt sein. W.A.L.? Nunja, keine Tierschutzorganisation. Sondern nur die Abkürzung für "Wings of Death - "Amberstar und Lethal Excess". Das sind zumindest die großen drei Spieletitel von Jochen Hippel, die mir sofort durch den Kopf schießen, wenn ich mit seinem Namen konfrontiert werde. Die Wahl (statt ein W.A.L.) mag hier aber von User zu User schwanken. Der Jochen, der Hippel, hat ein ziemlich umfangreiches Portfolio, so das dort sicherlich jeder seine ganz eigenen Lieblingsstücke hat - es ließe sich vortrefflich darüber streiten, stundenlang, was denn nun Hippels wahre Meisterwerke sind. Was dann aber wieder alle User vereint, ist die Meinung über die Qualität: Musik für die Ewigkeit. Tracks, die selbst nach über zwanzig Jahren nichts von ihrer Faszination verloren haben. Das sahen die Jungs von der German Remix Group wohl ähnlich, als sie anfang 2012 mit ihrem Album "A Tribute to Jochen Hippel" auf der Bildfläche auftauchten. Mit insgesamt zehn Songs wird dem Meister der Atari-ST-Klänge hier gehuldigt. Das dann ausgerechnet eine beinharte Amiganerin (Amiga FTW! und so weiter!) hier die Rezension für Kultboy schreibt, setzt dem ganzen die Krone auf. Oder: Vielleicht doch nicht. Denn obwohl dieses Album auch gleichzeitig ein Tribut an den Atari ST ist, hat Jochen Hippel den Amiga Soundtechnisch MEHR als nur im Griff gehabt. Somit sind viele seiner Musikstücke auch auf der "Freundin" ein absoluter Volltreffer geworden. "A Tribute to Jochen Hippel" ist also keinesfalls eingeschränkt nur den Atari-ST-Usern zu empfehlen.

Entstehung:

Angefangen hat das ganze natürlich mit einer Idee. Aus einer Idee resultiert die Ausführung - hoffentlich. In diesem Fall aber schon. Als Christian Zwang (alias "CZ Tunes") ein paar deutsche Remixer für sein Projekt gewinnen wollte, fand er schnell ein paar klangvolle Namen in der Szene, die sich ihm anschlossen. Das Ziel, nämlich eine komplette CD einzuspielen, stand dabei schon von Anfang an fest. Allerdings waren Zweck und Ausführung ganz anders geplant. So sollte das ganze unter dem Banner eines deutschen Retro-Spielemusik-Radios stattfinden, das, zu recht, free music for free people propagiert. Es endete aber dann damit, das die German Remix Group, verschreckt von einem Verhalten der Marke "Kindergarten", es auf eigenen Füssen versuchte. Mit Erfolg: Trailer auf YouTube, Mund-zu-Mund-Propaganda in sozialen Netzwerken und Foren - neumodisches Marketing, geprägt von einem "sharing is caring" - was nichts anderes bedeutet, als daß Neuigkeiten von einem zum anderen weitergetragen werden. Plötzlich wusste ein jeder, der sich für die Remixer-Szene interessierte, bescheid: "Jau, da kommt was. Die haben was vor." Was genau? Nun, man hatte sich das Ziel gesteckt, ein Tribute Album für Jochen Hippel zu Veröffentlichen. Besagter Musikus wurde kontaktiert und man holte sich ganz förmlich die Genehmigung, um seine Stücke zu remixen. Als das unweigerliche "Okay" von dem ehemaligen Thalion-Mitarbeiter kam, ging es an die Arbeit. Damit der Spaß bei der Sache nicht zu kurz kam, konnte jeder Remixer sich seine Lieblingswerke aussuchen, die er durch den digitalen Fleischwolf drehen wollte. Es gab also keine klassische Rollenverteilung respektive Musik-Verteilung, wie man sie auf höchst professioneller Ebene vielleicht antrifft: Niemand sollte sich an einem Remix versuchen, dessen Original er nicht schon von Grund auf mochte. Einige Monate später präsentierte man dann das Resultat der Öffentlichkeit. Pünktlich seit dem 1.1.2012 ist der Download verfügbar (MP3 und FLAC) und beinhaltet neben der Musik an sich auch ein digitales Booklet.

Track by Track:

Eröffnet wird das knapp 45-minütige Tribute-Album mit Vogelgezwitscher, gefolgt von den Synthieklängen von "Amberstar / CZ Tunes". Getragen und ruhig hält es sich sehr eng an das Original-Titelstück des Rollenspiels. Große Freiheiten zur Entfaltung erlaubt sich der Remixer hier nicht, aber das ändert nichts daran, das der Track alles in allem richtig gut geworden ist.
Anschließend wird mit "Wings of Death / Dr.Future" die Synthpop-Keule geschwungen. Bevor der Track ins Monotone abzurutschen droht, ist er allerdings auch nach 3:33 min schon wieder vorbei. Vielleicht ist aus der Level-1-Musik von WOD nicht mehr herauszuholen? Ich finde doch, das man ihm noch viel mehr Wumms hätte verpassen können.
"Mindbomb / Eiz" ist der dritte Track auf der CD. Und endlich traut sich mal jemand was: Hier wird nicht nur ein Remake gefahren, sondern remixed. Das Korsett des Originals wird gelockert - es wird Platz geschaffen um ein paar eigene Ideen reinzubringen. Zwischendurch glänzt der Song immer mal mit einer leicht progressiv angehauchten Verspieltheit, die Lust auf mehr macht.
"Many Sheep In Outer Mongolia / Mitch Van Hayden" ? Himmel nochmal, nie gehört - ob man das essen kann? Aber das Digi-Booklet lässt einem zum Glück nicht ganz so doof sterben; dort werden die einzelnen Stücke kurz umrissen. Hierbei handelt es sich wohl um eine Atari-ST-Demo. Also kein Wunder, das die Verfasserin dieser Zeilen noch nie etwas davon gehört hat. Der Track geht gut ins Ohr und versprüht einen leicht charmanten Witz, so als würde er sich selbst nicht so ernst nehmen. Passend dazu dann auch die blökenden Schafe am Ende dieses wirklich gelungen Stückes, dass mit knappen sechs Minuten letzendlich dann auch der längste Track auf dem Album ist.
Die Halbzeit läutet "A Prehistoric Tale / CZ Tunes" ein. Die Chöre klingen leider arg künstlich und die Musik hebt sich in ihrer gesamten Länge nicht über ein Niveau der Kategorie "Fahrstuhl-Musik" ab. Leider die Enttäuschung des gesamten Samplers.
Für Versöhnung sorgt dann allerdings "Chambers of Shaolin / Amok" - ein richtig fett produzierter Midtempo-Stampfer, der es gekonnt schafft durch zwischenzeitliche Pausen und ein paar sanftere Klänge, Atmosphäre zu schaffen. So wechseln Licht und Schatten hier blitzschnell die Bühne - dieser Song hier ist ein definitiver Anspieltipp!
Bis dann wieder "Wings Of Death / Dr.Future" die Bühne betritt, diesmal mit der Ingame-Musik aus dem zweiten Level. Die extra für diesen Track eingespielten Gitarrenspuren tun dem Stück hörbar gut. Insgesamt ist es variantenreicher als das vorherige - es passiert genug in dem Song, so daß keine Langeweile aufkommt. Am Ende bleibt aber trotzdem das Gefühl, daß gerade "Wings of Death" auf diesem Sampler bisher noch hätte würdiger vertreten sein müssen. Immerhin: Bezeichnenderweise könnte man es als das "Turrican" eines Jochen Hippel beschreiben. Die Dritte Komposition aus einer Demo folgt anschließend. "Feed Me Max / Eiz" dürfte wirklich nur den beinharten Hippel-Fans ein Begriff sein - handelt es sich bei dem Track doch um einen versteckten Song innerhalb der gleichnamigen Demo. Eine Art Easter-Egg, das erstmal entdeckt werden will. Mehr als ein Fragezeichen auf meiner Stirn konnte sowohl die Namensnennung als auch das Lauschen des Songs, jedenfalls nicht hervorrufen. Da hat der Remixer aber verdammt tief in den Zylinder gegriffen, um dies hervorzuzaubern. Das Ergebnis ist sicherlich, wie alles andere auch, reine Geschmackssache. Rein technisch gesehen gibt es hier aber absolut nichts zu meckern. Man merkt, das der Remixer ordentlich Musik im Blut hat. Zurück auf Rollenspiel-Pfaden. "Amberstar / Mitch Van Hayden" bittet erneut um die Aufmerksamkeit der Hörer. Oder vielmehr: Zum Tanzen. Eine sehr ordentliche Uptempo-Nummer, die einfach nur Spaß macht. Ziel erfüllt. Was würde sich zum Ausklang eines Hippel-Albums besser eignen als das Titelthema von "Wings of Death / CZ Tunes" ? Eben, gar nichts: Prepare to die! Die Synths klingen mächtig und werden flankiert von Sprachsamples aus dem Spiel. Einzig die Drums klingen wieder mal etwas blechern. Größtenteils wird sich halt sehr nah am Original gehalten - auch, was die technische Umsetzung angeht. Ich hätte mir hier ein wenig mehr Mut zum Experimentieren gewünscht. Trotzdem ist der Track alles andere als ein Griff in einen gewissen Exkrementen-Behälter.

Fazit:
Knappe 45 Minuten Hippelmania - zehn Stücke - fünf Remixer. Alles super? Nunja, mit "A Tribute To Jochen Hippel" ist in jedem Fall ein super Ausrufezeichen für die German Remix Group gesetzt worden. Für ein Debüt-Album, und als solches sollte man es auch bewerten, ist es eine verdammt runde Sache. Der eine oder andere schwächere Song findet sich auf diesem Album - dummerweise ohne daß man gleich mit der Lupe danach suchen müsste. Highlights und gute Stücke findet man aber ebenfalls sofort. Tracks, die einfach nur rocken, und bei denen man gerne mal die Lautstärke aufdreht. Ich hätte mir hier noch ein gemeinsames Medley gewünscht. Ein 10-, 15-minütiger musikalischer Trip durch die Schaffensphase des Jochen Hippel. Denn wenn man schon soviele Remixer unter einem Label vereint, dann sollte man diese Kollaboration auch ausnutzen. Es hätte sicher ein tolles Klangbild abgegeben, wenn alle fünf Beteiligten sich gegenseitig an einem einzigen Mammuttrack versucht hätten.
Aber... Wer weiß, vielleicht bringt das die Zukunft noch? Das gemeinsame Projekt ist mit dem Release dieses Albums ja noch nicht beendet. Es ist erst der Startschuss. Mein Tipp: Runterladen und reinhören!

Scans & Texte von SarahKreuz




User-Kommentare: (9)Seiten: [1] 
15.03.2013, 09:18 eiz (27 
das neue Album der German Remix Group...kann unter diesem link gedownloadet werden...

viel spass beim anhören (sagt man das so )

http://www.cz-tunes.de/GermanRemixGroup/A-Tribute-To-Jeroen-Tel
07.03.2013, 09:26 eiz (27 
Nah lange dauerts ja nicht mehr...bis das neue ALbum da ist.. ..soweit ich es beurteile kann man schon die zielgerade sehen
21.02.2013, 22:47 SarahKreuz (7728 
Trailer vom nächsten Album:

http://bit.ly/Xo9LHu
Kommentar wurde am 21.02.2013, 22:52 von SarahKreuz editiert.
01.12.2012, 10:30 SarahKreuz (7728 
eiz schrieb am 22.04.2012, 16:30:
der FEED ME MAX - richtig ein Hidden Track..doch das Demo auf dem er vertreten war hiess THE UNION DEMO...der MINDBOMB - auch ein demo track kam vom gleichnamigen DEMO MINDBOMB und war der "menuscreen"


`weia. Mittlerweile weiß ich,was mir bei Kultboy fehlt. Ein Accountgebundener Bereich mit "ungelesene Kommentare", im Profil oder so. Wenn man hier mal nicht täglich vorbeischaut, entgehen einem ständig welche. Also sorry für`s unbeabsichtigte ignorieren, Eiztari.

Ja, hab`s vor längerer Zeit schon gefunden. Sehr geil.

Wie weit seid ihr eigentlich mit dem Nachfolger hiervon?
22.04.2012, 16:30 eiz (27 
Hi SarahK..also erstmal danke für diesen bericht...doch eines muss ich berichtigen ...

der FEED ME MAX - richtig ein Hidden Track..doch das Demo auf dem er vertreten war hiess THE UNION DEMO...der MINDBOMB - auch ein demo track kam vom gleichnamigen DEMO MINDBOMB und war der "menuscreen"

mfg eiz

P.S:. auf YOUt..gibt es den FEED ME MAX als mod file zum anhören..
22.04.2012, 13:21 SarahKreuz (7728 
Lethal Excess schreibt sich natürlich Lethal Xcess . Gibt halt Sachen, die kann man sich nicht mehr abgewöhnen, wenn man sie zwanzig Jahre mit sich rumschleppt.

Lemings mit nur einem "m" ist auch so `ne Sache. Zum abgewöhnen. Da hat man von den Fanboys dann schneller mal `ne virtuelle Ohrfeige verpasst bekommen, als man gucken kann.
Danke geht mal wieder an das Kultboy-1-Mann-Lektorat Herr Planetfall, der immer so schöhn Rechtschriebfehler kongrigiert,ohna am Inhalt rumzubastehln.
22.04.2012, 12:21 StephanK (1592 
Schön geschrieben, danke dafür Bins mir gerade am runterladen
22.04.2012, 09:57 Deathrider (1382 
Edit:

Gerade beim Runterladen bemerkte ich, dass ich diesen Soundtrack schon besitze, ihn aber wohl vergessen habe. Dass sagt eigentlich schon etwas über die Qualität aus. Man darf mich nicht missverstehen, die Jungs haben gute Arbeit geleistet, sie schenken uns diese Musik und dafür bin ich äußerst dankbar.

Allerdings hat man die bekannten Titel schon so oft gehört, und dadurch auch bessere Versionen vernommen. Gerade der Amberstar Main Title Track ist ja auch auf der Immortal CD zu hören, viel besser, wie ich finde. Und auch unser viddi hat das wunderschön ohne zu viele Nuancen gemacht. Und mit dieser Nummer auf der imaginären CD kann ich nix anfangen.

Wings of Death ist auch ein schwieriges Pflaster, da es genug Leute gigt, die gnadenlos alle WoD Remixe runterreißen. Definitiv etwas zu zart, gerade bei solchen Lieders muss der Anteil von SysStrings gut überlegt und nicht zu soft sein.

Bei Chambers of Shaolin weiß ich ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Als Schnulznummer okay, aber irgendwie habe ich da keinen Bezug zu dem Spiel - Null. Hätte man es anders benannt, dann wäre es gut gewesen.

Ansonsten könnte ich nur noch SarahKreuzs Text abschreiben, daher lasse ichs lieber.

Wußte ich doch, dass wir uns fast in allen Kritikpunkten einig sind.
22.04.2012, 09:03 Deathrider (1382 
Klasse Bericht, vielen Dank dafür. Endlich schreibt hier jemand mal was im Musikbereich und dann auch noch so einen klasse Bericht.

hab mir jetzt mal die Lieder gedownloadet, bin mal gespannt, wie sie dann klingen. Ich bin mir aber sicher, dass ich deine Meinung teilen werde, in der Musik sind wir uns da oft einig.
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