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Power Play 10/89



Raubsoft-Reue

Als ehemaliger Raubkopierer macht man sich so seine Gedanken. Ich bin letztendlich zur Einsicht gekommen, daß sich Raubkopieren, egal was für (Schein-)Argumente man auch immer vorschieben mag, nicht rechtfertigen läßt. Schon allein die Vorstellung, das ein so fantastischer Computer wie der Amiga eines Tages nicht mehr mit neuen Programmen bedacht würde, weil kein absatzkräftiger Markt vorhanden ist, läßt mich schaudern. Nur an einem Punkt beginne ich immer wieder nachdenklich zu werden:
Was wäre, wenn man tatsächlich gezwungen wäre, nur noch Orginale in seine Diskettenschlitze zu versenken? Bedauerlicherweise wäre damit dem beklagenswerten Otto-Normal-User die wirklich allerletzte Möglichkeit genommen, beispielsweise ein Spiel noch einmal gründlich auf Herz und Nieren zu prüfen. Einige Softwarehäuser haben sich anscheinend auch schon über dieses Problem den Kopf zerbrochen und man hat durchaus praktikable Lösungen gefunden. In England beispielsweise wurde vor kurzem von einer Software-Zeitschrift zusätzlich zum Magazin eine Kassette mitgeliefert, auf der sich der erste Level des Spiels "Phobia" befand. Warum kann sich die Industrie nicht zu solchen Aktionen durchringen? Es wäre sicher nicht mit großem Kostenaufwand verbunden, wenn man den richtigen Leuten hin und wieder eine Demoversion zustecken würde; die Verteilung übernähme dann das ja leider hervorragend ausgebildete Verteilernetz des Software-Piratentums.
(Absender ist der Redaktion bekannt)

von sascha2104

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User-Kommentare: (12)Seiten: [1] 
16.04.2012, 19:45 bronstein (1654 
@drym: Ein Grund, sich auf die Pension zu freuen. Da können wir dann alles nachholen!

@Retro-Nerd: Ich sage nicht, dass es besser gewesen wäre. Denn wäre das der Fall, hätte wir uns mit Originalen begnügt. Ich sage, dass es - auch für Schüler - möglich war.

@Stalkingwolf: Mich kennst du jetzt, wenn auch nur übers Internet.
16.04.2012, 00:20 drym (3502 
@bronstein: Ja, genug Geld aber keine Zeit.
Toll!

War mir viel Zeit aber kein Geld eigentlich doch lieber.
15.04.2012, 22:27 Retro-Nerd (10201 
Naja, auf Game On und Magic Disk war auch viel Mist drauf. Und über die üblichen England Billig Tapes braucht man auch nicht soviele Worte verlieren, war selten Top Qualität dabei. Tapes, brrh...
15.04.2012, 22:24 bronstein (1654 
Es gab auch in den 1980ern schon Möglichkeiten, ohne Raubkopien auszukommen. Compilations waren supergünstig (zehn Vollpreis-Spiele oder mehr, gerade mal ein Jahr alt, um DEM 30,-), Magic Disk und Game On gab es zum Taschengeldpreis, und bei Abverkäufen konnte man auch super abstauben. Oder, noch besser: eine Reise nach UK buchen und dort Budget-Spiele ab sagenhaften GBP 1,99 erwerben! Nicht zuletzt deshalb wurde in UK ja auch kaum kopiert, und die Spieleindustrie war lange Zeit unangefochtene Nr. 1 in Europa!

Die Wahrheit ist, dass wir als Schüler einfach zu viel Zeit hatten und den Hals nicht vollkriegten. Heute, wo wir erwachsen sind und die meisten von uns mehr Kohle, aber weniger Zeit haben, lohnt sich das Kopieren gar nicht mehr. Wäre ich 1988 schon 30 gewesen, ich hätte wahrscheinlich auch großenteils Originale benutzt!

Edit, Anm.: Dass auf 16bit die Preise dann verdoppelt (statt halbiert) wurden, war eine bodenlose Frechheit und der schwerste Fehler, den die Softweareindustrie machen konnte.
Kommentar wurde am 15.04.2012, 22:29 von bronstein editiert.
15.04.2012, 01:32 drym (3502 
Stalkingwolf schrieb am 04.04.2012, 08:34:
Ich kannte und kenne niemand der nach eine Kopie sich noch das Original gekauft hat.

Mein Bruder und ich haben unsere mp3-Musiksammlungen nahezu komplett legalisiert vor einigen Jahren.
Also alles, was ernsthaft gehört wurde und unterstützenswert war / ist, haben wir teilweise Jahre später noch erworben. Und zwar immer neu, damit die Urheber auch was davon haben.

Es ist nun mal als Student ohne reiche Eltern schlicht nicht möglich gewesen, überhaupt irgendwas zu kaufen, wenn das Geld in der letzten Woche des Monats schon nicht mehr für die Mensa reicht (thank you, 1000 Euro Studiengebühren...).

Aber als wir in Lohn und Brot kamen war mit dem shit dann schluss.

Als Schüler damals war mehr als ein Original im Monat ja auch nicht drin. Leider.
Wer weiss, was noch alles für den Amiga erschienen wäre, wenn wir damals nicht großteils arme Schüler gewesen wären
04.04.2012, 09:42 mark208 (257 
Auf dem PC waren Spiele nie billiger als zu der Zeit als die CD Rom sich durchsetzte und die Brenner viel zu teuer waren.

Raubkopierei ist wie Ladendiebstahl in der Preiskalkulation inbegriffen.
04.04.2012, 08:34 Stalkingwolf (723 
Ich kannte und kenne niemand der nach eine Kopie sich noch das Original gekauft hat.
Ich habe mich damals auf die Zeitschriften verlassen und bei einigen Herstellern fast blind gekauft z.b Microprose. Da war ich mir fast immer sicher, das mir das Spiel zusagt.
03.04.2012, 23:29 monty mole (1108 
unearth360 schrieb am 03.04.2012, 21:24:
Geistiger Bullshit der Klasse 1A. Is schon klar, ich prüfe erst mal das Spiel mit ner Raubkopie befor ich es kaufe.


Soo abwegig finde ich das gar nicht. Damals hatten wir halt keine Möglichkeit mal eben eine Testversion aus dem Netz zu ziehen, bevor wir ein Spiel kaufen. Kopien haben vermutlich die meisten von uns gehabt, aber meine Favoriten habe ich mir damals tatsächlich noch gekauft, sofern man noch ran kam. War ja auch nicht immer gegeben.
Die heutige Informationsflut gab es noch nicht, und neben einigen wirklichen Perlen gab es nunmal wirklich arg viel Schrott.

Ich hatte damals auch einige Blindkäufe, und da war nicht selten totaler Mist bei. (Ghouls`n`Ghosts, Strider, Ninja Remix etc.)
Später wurde ich da auch etwas vorsichtiger und habe auch erstmal nach illegalen Quellen geschaut bevor ich mir ein Spiel zulegte.

unearth360 schrieb am 03.04.2012, 21:24:
Hab z.B vollstes Verständnis für Microsoft die jedes Liveprofil sperren, das mit kopierten 360Spielen online geht. Sowas hätte man früher mal gebraucht.


Die heutige Kopiererei sehe ich auch etwas kritischer. Es braucht wirklich niemand mehr Blindkäufe zu tätigen. Es findet sich immer eine Option auf legalen Quellen eine Demo zu bekommen, oder sich wenigstens Informationen zu besorgen. Ich bin da ebenfalls kein Freund von dieser Mentalität alles umsonst zu wollen.
03.04.2012, 22:27 Retro-Nerd (10201 
Das schreibt er doch auch nicht. Um ein Spiel gründlich auf "Herz und Nieren" testen reicht meist auch schon ein Level, wenn es wie hier um einen Actiontitel wie Phobia geht. Etwas komplexer wäre es wohl z.B. bei Rollenspiel- oder Strategiespielen gewesen. Aber da hätte man ja eine zeitliche Begrenzung einbauen können.

Kann mich an einige Demos erinnern, z.B. Turrican 2 oder Lemmings, die ich mir danach auch als Vollversion gekauft hatte. Gebe aber zu viele mittelprächtige Spiele nur als "Backup" in der Diskettenbox gehabt zu haben. Gute Spiele wie Pirates oder Zak McKracken hatte ich nach kurzen "antesten" aber auch gekauft.
03.04.2012, 22:19 unearth360 (158 
Mit den Demoversionen gebe ich dir völlig recht. Aber willst du mir wirklich verklickern, dass ernsthaft jemand Geld für ne Originalfassung ausgegeben hat wenn er schon die Kopie bis zum Ende "getestet" hat? Sind nicht alle so ehrliche Sammler wie du und ich. Hoff ich jedenfalls mal.
03.04.2012, 21:57 Retro-Nerd (10201 
Kann den Leserbrief schon nachvollziehen. Mehr offizielle Demoversionen von Spielen (VOR der Veröffentlichung) hätte sicherlich für einen höheren Absatz von Originalspielen geführt. So haben viele ernsthaft Interessierte erst die Raubkopien "getestet". Damit meine ich nicht die Leute, die ausschliesslich nur Raubkopien gesammelt und selten was davon überhaupt gespielt haben.
Kommentar wurde am 03.04.2012, 21:58 von Retro-Nerd editiert.
03.04.2012, 21:24 unearth360 (158 
Geistiger Bullshit der Klasse 1A. Is schon klar, ich prüfe erst mal das Spiel mit ner Raubkopie befor ich es kaufe. So ne Scheiße wurde wohl früher als Mahnmal veröffentlicht. Hab z.B vollstes Verständnis für Microsoft die jedes Liveprofil sperren, das mit kopierten 360Spielen online geht. Sowas hätte man früher mal gebraucht.
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