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Wing Commander Prophecy
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Bisher 14 Stimmen bei einer Gesamtwertung von 8.85
PC CD-ROM
Entwickler: Origin Systems   Publisher: Electronic Arts   Genre: Action, Simulation, 3D, Sci-Fi / Futuristisch, Shooter   
Ausgabe Test/Vorschau (1) Grafik Sound Wertung System Datenträger Hits Autor
PC Player 2/98
Testbericht
100%
80%
85%
PC CD-ROM
3 CDs
593Heinrich Lenhardt
Partnerseiten:
 

Lieblingsspiel der Mitglieder: (8)
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Serie: Wing Commander, Wing Commander: The Secret Missions, Wing Commander: The Secret Missions 2: Crusade, Wing Commander II: Vengeance of the Kilrathi, Wing Commander II: Special Operations 1, Wing Commander Academy, Wing Commander Armada, Wing Commander III: Heart of the Tiger, Wing Commander IV: The Price of Freedom, Wing Commander Prophecy, Wing Commander Prophecy: Secret Ops

Auszeichnungen:


Videos: 2 zufällige von 2
Kategorie: PC, Werbung
Kategorie: PC, Werbung
User-Kommentare: (38)Seiten: [1] 2 3   »
23.06.2016, 13:15 Herr Planetfall [Mod] (3857 
Ich sah von Rambo nur 20 Minuten irgendwo in der ersten Filmhälfte.
Rambo flieht in ein felsiges Tal.
Hab mir aber Terminator und Predator aus der VHS-Videothek ausgeliehen.
Conan hatten sie nicht.
An alten Filmen haben sie immer nur Otto - Der Film.

HAB DAS MIT MEINEM ALTER ÜBERLESEN!
SONST HÄTTE ICH DA SICHER WAS AUSPOSAUNT OHNE ES ZU MERKEN!
21.06.2016, 12:56 Anna L. (1336 
SarahKreuz schrieb am 16.06.2015, 23:24:
Könnte der Zeit geschuldet sein, weil ich Prophecy erst anno 2015 gespielt habe.


Natürlich ist das ein schwerwiegender Faktor.
Man denke nur mal an Herrn Planetfall, der Rambo erst mit Anfang 40 sah.
Da blieb die Begeisterung vermutlich eher flach.
20.06.2016, 22:39 v3to (762 
Also, mich hat das Spiel absolut nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Nun, die Story bzw die Videos hab ich auch soweit in Erinnerung, dass hier im Vergleich zu den Vorgängern ein Gang zurückgefahren wurde, aber nicht beim eigentlichen Spiel. Dazu hatte ich damals eine Voodoo Banshee Karte ganz neu und es gab hier Effekte, wie ich sie lange danach nicht mehr in der Qualität zu sehen bekam in einem Spiel.
16.09.2015, 09:57 Boromir (579 
Absolut enttäuschend. Man merkt den schauspielern an das es sie voll nervt. Schad drum. Grafik und sound toll aber lasche story und kaum identifikation mit dem protagonisten. Für mich ist wing 4 der letzte wahre wing commander
16.09.2015, 04:14 Nick (19 
PROPHECY hatte mich absolut enttäuscht. Story gabs überhaupt nicht mehr. Und das Missionsziel war immer nur das gleiche. Stoisches Spielprinzip, keine Geschichte mehr. In Teil IV hat man wenigstens noch eine spannende Story aufgetischt, aber hier gar nix mehr... Teil IV bleibt ein kleiner Klassiker für mich. Teil V überzeugt nur durch die Präsentation...
17.06.2015, 07:37 Deathrider (1417 
Der fünfte wurde von mir auch nur einmal durchgespielt. Liegt wohl daran, dass man nicht mehr mit Mark Hamill spielen kann.
16.06.2015, 23:24 SarahKreuz (7914 
Hab's heute beendet und: Ja, die PC-Version ist in allen Bereichen besser. Da gibt's auch nicht so viele Story-Lücken, wie auf dem GameBoy Advance.

Aber trotzdem war der direkte Vorgänger (Wing Commander IV) einfach stimmiger. Die aufgesetzte düstere Stimmung in Prophecy packt mich nicht, wie die Kriegshetzerei-Story in 4. Die Darsteller packen mich nicht, wie in 4. Selbst die Weltraum-Kämpfe haben mich dort mehr packen können. Könnte der Zeit geschuldet sein, weil ich Prophecy erst anno 2015 gespielt habe. Aber ich glaub nicht: bei einer Rückkehr ins Konföderierten-Universum wäre das Spiel hier an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das letzte Wing Commander-Spiel, dass ich für einen 'Flashback' wieder ausgraben würde. Alleine schon Story-Technisch gesehen haben Teil 3 und 4 dickes Hollywood-Kino ausgepackt, während das hier nur wie eine nach Donnerstag-Nachmittag verlegte B-SciFi-Serie im Privatfernsehen wirkt.

Trotzdem: kann man spielen. Sollte man sogar, wenn man Wing Commander mag.

GameBoy: 5/10
PC: 7/10
Kommentar wurde am 16.06.2015, 23:27 von SarahKreuz editiert.
13.06.2015, 11:50 SarahKreuz (7914 
Damit würde ich mich schon begnügen. Auf...
...dem GameBoy Advance taucht er einfach irgendwann in einer Missionsbesprechung wieder auf und wünscht einem "Viel Glück!".
12.06.2015, 06:32 invincible warrior (444 
Spoiler: Mehr als nen 'HE IS ALIVE' Cliffhanger gibts dazu leider auch nicht
11.06.2015, 23:15 SarahKreuz (7914 
Mithran schrieb am 11.06.2015, 12:56:
Oha, Du hast ja Durchhaltevermögen.

Nee, das war insgesamt schon nett auf dem GB Advance. Da brauchte ich keine richtigen Durchhalteparolen. Jedenfalls machte es mehr Spaß, sobald ich nur die Ballerei gesehen habe. So im Kultboy-Wertungsbereich ist es eine 5 oder 6. Mit ner besser präsentierten (und logischeren) Story könnte man da sogar noch was draufpacken. Die Weltraum-Action stimmt schon...

Leider hast Du meiner Meinung nach die falsche Reihenfolge bei den Systemen gewählt.

Ja, absolut. Mich beschleicht das Gefühl, dass es auf dem GB darauf abzielt, dass es Leute spielen, die Prophecy eh schon vom PC her kennen. Da rutschen beim nachvollziehen der Handlung sonst zuviele "Hä?" und "Wie jetzt!?" über die Lippen. Alleine schon die Sache mit dem entführten Blair. Mit keinem Wort wurde da seine Rückkehr (oder was ihm wiederfahren ist) erwähnt. WTF!? Bekomme ich auf dem PC hiffentlich zu sehen.
Story, Atmosphäre und Charakterzeichnung bleiben da voll auf der Strecke...die gehören aber zu jedem Wing Commander dazu wie das Weihwasser inner Kirche.
Kommentar wurde am 11.06.2015, 23:15 von SarahKreuz editiert.
11.06.2015, 12:56 Mithran (151 
Oha, Du hast ja Durchhaltevermögen.

Leider hast Du meiner Meinung nach die falsche Reihenfolge bei den Systemen gewählt. WCP auf dem GBA.... Das klingt schon absurd...

Ich mochte Prophecy, ohne dass mir Einzelheiten im Kopf haften geblieben wären...
11.06.2015, 10:46 SarahKreuz (7914 
Nachdem ich gestern die GameBoy Advance-Version durchgespielt habe, gehe ich heute Abend Prophecy auf dem PC an. Ich hoffe inständig, es ist besser.
09.06.2015, 12:27 SarahKreuz (7914 
Spiele-Log ; Wing Commander Prophecy
7.6.2015 - Tag 3 - Gesamtspielzeit: ca. 4 Stunden

Mission 10:

Auch Maniac wurde befördert und befehligt ab sofort sein eigenes Geschwader. Als wir gemeinsam in den Weltraum hinausschießen bleiben uns exakt 3 Minuten, um alle feindlichen Schiff in der Nähe eines Störsenders auszuschalten. Beim regen Gebrauch von Hitzesuchenden- und Freund/Feind-Raketen ist das auch überhaupt kein Problem. Beschränkt man sich allerdings allein auf die Bordgeschütze, dann nimmt das dezimieren der roten Punkte auf dem Radar schon weit mehr Zeit in Anspruch.
Generell ist die Weltraum-Action auf dem GameBoy Advance gut rübergebracht worden. Steuerungstechnisch gibt es da wenig zu bemängeln. Außer natürlich der Tatsache, dass sich solche Spiele mit einem Joystick/Flightstick einfach sauberer spielen lassen, als mit dem Steuerkreuz. Die schwache Präsentation der Story führt aber dazu, das ich mehr und mehr das Interesse am Spiel verliere. Die Logik-Löcher sind sogar geradezu unverzeihlich - und gipfeln darin, dass dieses Spiele-Tagebuch vorzeitig beendet wird. Dazu im nächsten Log aber mehr.
Die Digi-Soundeffekte sind prima und haben wenigstens ein paar Brocken Sprachausgabe. Dafür wirkt aber die Musik arg generisch - völlig Wurst ob nun das Titelthema, das Gedudel in der Kantine oder der ewig gleiche Track, der während der Abstecher im Weltraum abgespielt wird. Ganz schön Langweilig und einem Wing Commander völlig unwürdig.

Zurück in der Kantine der Midway offenbart Todd "Maniac" Marshall, dass einer seiner Piloten vermisst wird. Spontan entschließt sich Lane "Kreuz" Casey nach ihm zu suchen.

Mission 11:

In der Einsatzbesprechung werden dann kurz die Details der Rettungsmission erörtert. So ist der verlorengegangene Pilot (zum Glück) zwar mittlerweile aufgelesen worden, aber dessen Rettungsshuttle würde einen Angriff nicht lange standhalten. Ich schwirre also los und lasse die Start- und Landerampe unseres Mutterschiffes hinter mir, um ihm Geleitschutz zu geben. Fernab der Midway treffe ich auf das brüchige Shuttle und gerate in Panik: Es sind einfach zu viele Gegner! Ich schaffe es nicht, sämtliche Aufmerksamkeit der Feinde auf mich zu lenken und verliere die Kontrolle ... und letzten Endes auch das Shuttle.
Mich ärgert es maßlos, dass mir in der Einsatzbesprechung kein Flügelmann zugewiesen worden ist. Dann wäre die Chance größer gewesen, sein Leben zu retten. Überhaupt: die Zeiten, wo ich mir (wie in WC 3+4) vor dem Abflug explizit einen Kameraden aussuchen darf, der an meiner Seite fliegt , sind wohl vorbei. Warum nur, zum Teufel? Nach dem explodieren des Rettungsshuttles habe ich alle Zeit der Welt, um meine Rachegelüste an diesen Mördern auszuleben. Sterbt, ihr Schweine! Probleme bereiten die Gegner nicht - ich bin ihnen haushoch überlegen - umso ärgerlicher, dass sie unseren Kameraden zu menschlichem Gyros verarbeiten konnten. Zum ersten Mal höre ich auch ein "Mission Failed" aus dem Lautsprecher knarzen, als ich nahezu unbeschädigt (und völlig alleine) die Midway ansteuere. Dumm gelaufen.

An dieser Stelle wäre in der Kantine ein Gespräch mit Maniac sehr nett gewesen. Zum einen, um das eben geschehene Revue passieren zu lassen. Aber hauptsächlich, weil der mittlerweile tote Pilot ja unter seinem Kommando stand. Das Spiel ist jedoch nicht willens, eine emotional packende Geschichte zu erzählen. Oder auch nur auf aktuelle Geschehnisse einzugehen. Tierisch genervt - wegen viel zu wenig Atmosphäre, dass die Weltraumgefechte hier normalerweise gut flankieren könnte - gehe ich zur nächsten Lagebesprechung.

Mission 12:

Beim Briefing wird währenddessen schon unverblümt von "den Aliens" gesprochen. Wissen die mehr als ich? Natürlich. Ich würde sogar darauf wetten wollen, das es auf dem PC-Prophecy nach 12 Missionen schon viel mehr Hintergrundinformationen gab. Obwohl...vielleicht doch nicht. Besser keine Wette eingehen. Auf dem Computer könnte das Storytelling auch eine mittlere Katastrophe sein. So viel kann ich an dieser Stelle schon vorweg nehmen (schließlich ist das hier der Log-Eintrag vom vergangenen Sonntag): Auch nach Mission 26 (!) ist auf dem GameBoy Advance immer noch nicht klar, gegen wen man denn nun genau kämpft. Woher sie kommen und was sie wollen. Während das Spiel aber so tut, als wären die Spieler über alles informiert. Das ist Verrückt! Auf dem Handheld-Prophecy werden mir eindeutig Cutscenes, Dialoge und Info-Häppchen vorenthalten - und ich bin dann verwirrt, wenn urplötzlich von toten/vermissten Personen oder einer Technologie von den Aliens geredet wird, als wäre es eine in Stein gemeißelte Selbstverständlichkeit. Oftmals werden Sachen - die vorher mit keiner Silbe Erwähnung fanden - in den Raum geworfen. Furchtbar! Beim stilvollen Aufbau einer Hintergrundgeschichte habe ich selten ein kläglicheres Versagen erlebt als hier.

Was immer das auch für Viecher sind: Sie haben eine kilrathische Sternenbasis eingenommen und sie zu einem vorgeschobenen Stützpunkt verwandelt. Wir fliegen Patrouille in der Nähe dieser Basis. Search & Destroy - 4 Abschüsse für mich, 2 holt mein namenloser Begleiter. Alles gut gelaufen.

Zur Abwechslung ist in der Kantine auch mal wieder nichts los. Ich kann ja ein paar Selbstgespräche führen, bevor ich zur nächsten Einsatzbesprechung dackel.

Mission 13:

Jetzt geht's rund. Wir befinden uns in der Nähe einer großen, feindlichen Flotte, die früher oder später auf die Midway aufmerksam werden wird. Deswegen führen wir einen Präventivschlag aus. Maniac und seine Schwadron sollen einen dicken Kreuzer aus dem All pusten, während meine Leute und ich das Ablenkungsmanöver leiten und einen Nachschubkonvoi angreifen. Da in der Besprechung von weiteren Zielen die Rede ist - die wir nach eigenem ermessen angreifen dürfen - könnte das lustig werden. Sogar von ein paar Kilrathi's werden wir unterstützt. Dem kleinen Rassisten Maniac schmeckt DAS natürlich so gut wie 5 Jahre abgelaufenes Bier. Ich dagegen freue mich über jede Abwechslung im tiefen Weltraum.

Zu dritt steuern wir den ersten Navigationspunkt an und treffen dort auf ein weiteres Kilrathi-Schiff, das uns unterstützt. Eines von diesen Mark 3-Dralthi Schiffen. Wie ein heftiger Sturm kommen wir über die feindlichen Einheiten und bringen Tod und Verderben fast im Sekundentakt. Bei dem Gemetzel (die Katzen kämpfen ausgezeichnet!) bin ich schon froh, überhaupt noch einen Abschuss für mich verbuchen zu können. Heute sind wir kollektiv Erbarmungslos!
Beim zweiten Navigationspunkt verfrachte ich mich wie eine hungrige Zecke am Heck eines dicken Alien-Kreuzers, der dort überraschend auftaucht. Das ist aber mal ein mörderischer Nachschubkonvoi! Zwei Raketen und viele Schüsse in die Triebwerke später habe ich dann meinen allerersten dicken Brummer ins Jenseits befördert. Ahhhh....dieser befriedigende Lichtblitz, wenn so ein Monstrum in sich zusammenfällt.
Ein 4 gegen 4 Duell bildet beim letzten Navigationspunkt den krönenden Abschluss. Ohne Verluste räumen wir auf wie beim Frühjahrsputz!

Zurück auf der Midway.
"Sie sind aber noch spät auf. Ich dachte, alle Piloten brauchen ihren Schönheitsschlaf?"
Hä? Wat? Ich bin doch gerade erst auf der Station eingetroffen - so kurz nach dieser Zerstörungsorgie trage ich vielleicht sogar noch meinen Helm unter dem Arm. Aber wie immer werden die Dialoge in der Kantine unmittelbar nach der Landung abgespult. Scheinbar ist es schon ziemlich spät, als ich auf die Wissenschafts-Offizierin Finley treffe. Tausende Kilrathi werden vermisst, lässt sie mich wissen. Die Aliens machen Gefangene! Auch mit Hawk kann ich mich kurz unterhalten. Wahnsinn, gleich zwei Gesprächspartner auf einmal in der Kantine...

Mission 14:

Blair ist aktuell ja immer noch entführt. Das Gespräch mit dem gutaussehenden Hawk ruft mir das wieder ins Gedächtnis. Ich solle mir das doch gefälligst nicht zum Vorwurf machen, so sein Kommentar. Nun, tue ich nicht. Ich mache da nach wie vor eher dem Spiel Vorwürfe, während des Fluges mit diesem altgedienten Veteranen Nullkommanichts von seiner Verschleppung mitbekommen zu haben. Auf dem Rückflug zur Midway ist ja noch nicht mal sein Raumschiff vom Radar verschwunden! Willkommen auf der ewigen Baustelle Wing Commander Prophecy ... Treten Sie ein und genießen sie die Stirnfalten der Verwirrung, die wir ihnen besorgen. Oder lachen sie sich kaputt - wenn Sie nicht schon vorher genervt das Spiel zur Seite geschleudert haben.
Mit einem Chris Roberts in der Projektleitung wäre das alles hier nicht passiert, behaupte ich felsenfest - und denke dabei an die unzähligen Ereignisse in WC 3+4 zurück. Auch innerhalb der Cockpit-Action passierten dort die verrücktesten, aber schlüssigsten, Sachen.

Draußen, im luftleeren Raum angekommen, sollen wir ein paar Kilrathi-Schiffen bei Gefechten unterstützen und sie dann zu einer Korvette dieser Katzenähnlichen Außerirdischen begleiten. Alles läuft gut. Hawk und ich haben keine Probleme, die Feinde in Schach zu halten.

Dann docken wir an die Midway an und ich lese von meiner Kommandantin folgendes:
"Schlimme Sache, das mit Hawk. Er war einer unserer Besten."
"Ja, Sir."
"Was ich nicht verstehe ist ... Hawks letzter Funkspruch. Er sagte, alle feindlichen Ziele seien vernichtet worden. Haben Sie gesehen, was ihn erwischt hat?"

VERDAMMTE SCHEIßE, NEIN! ICH HABE NICHTS GESEHEN UND NICHTS GEHÖRT! ER KANN NICHT TOT SEIN; DENN ES IST DA DRAUßEN EINFACH NICHT PASSIERT; DU BLÖDE KUH! ... würde ich an dieser Stelle gerne Antworten. Oder wenigstens auf "Du kämpfst wie eine Kuh!" klicken. Aber stattdessen fange ich schon bitterböse an, dieses Spiel auszulachen. Dallas tot, Blair entführt, und jetzt Hawk sein Ableben während unserer Patrouille. Ich bin jedes Mal Live dabei und bekomme trotzdem nichts davon mit. Mensch, ihr habt's versaut, Electronic Arts.


8.6.2015 - Tag 4 bis XXX


Abschließend:

Es ist Montag. Und ich sitze wieder an meinem kleinen schnuckeligen Handheld, um ein paar Aliens im Weltraum zu rösten. Ach ja...Spaß machen die Weltraumgefechte ja schon. Wenn man die banale und extrem schlecht erzählte Story schön getrost ignoriert, dann funktioniert das sogar ausgezeichnet. Wenn man Wing Commander Prophecy auf ein Arcade-Spielchen reduziert. Ohne Atmosphäre. Ohne tiefgründige Charaktere. Ohne gute Musik. Ohne cineastische Zwischensequenzen. Ohne Sprecher. Ohne Sinn. Mit ohne einer Handlung während dieser lustigen Weltraumkämpfe. Dann geht's! Für ein Spiele-Tagebuch reicht das aber alles nicht, weswegen ich ohne Notizblock weiterspiele. Ohne mir Notizen zu machen, die Fortschritte im Spiel genau zu dokumentieren, komme ich auch viel, viel schneller im Spiel voran. Und dadurch, dass ich nichts mehr aufschreibe, muss ich mir keine tieferen Gedanken über das viele Seltsame hier machen. Ich ignoriere zum Beispiel ganz einfach, dass ich nach fast 30 Missionen immer noch nicht weiß, gegen wen ich da eigentlich kämpfe. Ich ignoriere Commander Christopher "Herz des Tigers" Blair, der mir in einem Briefing URPLÖTZLICH viel Glück bei meiner Mission wünscht. War der nicht entführt worden? Warum ist er auf einmal wieder da? Was war passiert? Ach ... was soll's. Dieses Wing Commander ist ein Albtraum, verglichen mit allen anderen. Aber ich spiele es trotzdem. Denn die Weltraum-Action stimmt, wie gesagt.

Piew piew piew - First Lieutenant Lane "Kreuz" Casey meldet sich hiermit ab. Und empfiehlt, die GameBoy Advance-Version von WC Prophecy einfach zu ignorieren, wenn es euch mal auf einer Retro-Börse oder einem Flohmarkt anlächeln sollte. Lächelt am besten nicht zurück.

Kommentar wurde am 09.06.2015, 13:05 von SarahKreuz editiert.
07.06.2015, 11:30 SarahKreuz (7914 
Spiele-Log ; Wing Commander Prophecy
6.6.2015 - Tag 2 - Gesamtspielzeit: ca. 3 Stunden


Mission 7:

In der Kantine treffe ich auf Zero. Die Null ist tatsächlich der Meinung, mein Alter Ego hätte es wesentlich leichter gehabt, durch die Akademie zu rauschen, weil der Vater (Iceman) ein Kriegsheld war. Ich kann seinen Gedanken nicht folgen und verfolge stattdessen das nächste Missions-Briefing.

Jetzt wird's interessant. Ein weiterer Zerstörer muss lahmgelegt werden. Meine Schwadron leistet dabei nur Deckungsarbeit für Maniac, der sich um dieses Mammut-Schiff kümmern soll. Ich Freigeist nutze die Gunst des Augenblicks, um Todd "Maniac" Marshall aus seinem Raumschiff direkt ins Jenseits zu ballern. Ohne Rückflug-Ticket. Aber, ach ... kaum explodiert sein Schiff, da ploppt auch schon ein Hinweis auf meinem GameBoy-Bildschirm auf: 'Verräter gewinnen nie!'.
Hihi, ich weiß gar nicht, was die von mir wollen. Schließlich habe ich schon in Wing Commander 1 an unzähligen Weltraum-Bestattungen von Kameraden teilgenommen, deren Tod ich zu verantworten hatte. History repeats - das ist alles! Das ermorden der eigenen Flügelmänner stand damals sogar in den Tipps&Tricks-Bereichen der ASM und PowerPlay, damit einen nicht die Abschüsse vor der Nase weggeschnappt wurden. Ein probates Mittel.

Beim zweiten Anlauf geht dann aber alles seinen geregelten Gang. Eineinhalb Minuten lang müssen die befreundeten Jäger beschützt werden. Sehr, sehr leicht. Trotz Timer im Nacken.
Zurück auf der Midway erfahre ich, dass es mein Flügelmann "Dallas" nicht geschafft hat. Hä? Ist mir gar nicht aufgefallen, dass sein Jäger zu Klump zerschossen wurde. Denn bei einem Abschuss von konföderierten Piloten erschallen normalerweise etsprechende Funksprüche. So was wie ein gekrächztes "Es hat mich erwischt!", inklusiver kurzer Bildübertragung. Fehlt hier vielleicht eine entsprechende (dramatische) Zwischensequenz auf meinem Handheld-Prophecy? Die kurze Beisetzung findet dann auch nur total unpektakulär im Textfenster statt. Wie unverschämt öde! Wie cineastisch eine Beerdigung dagegen doch schon im allerersten Wing Commander wirkte.

Mission 8:

Weiter geht's. Einmal mehr eskortieren wir ein paar Marines. Die quasi-Infanterie-Einheiten, die auf den Stationen (an Deck) mit irgendetwas aufräumen. Dafür müssen sie aber auch erstmal sicher durchs All gebracht werden, um irgendwo 'an Land' gehen zu können. Diesmal, um eine Relaisstation zu sichern. Eine wichtige Nachricht mit Top-Priorität muss an das Hauptkommando raus, was wohl nur an dieser Station möglich ist (am ehesten noch mit einer Art Super-Satellit vergleichbar, das Dingen). Bei der Einsatzbesprechung erfahre ich, dass mir "Das Herz des Tigers" als Flügelmann zugewiesen wird. Huch! Ich fliege also zusammen mit meinem "alten Ich" aus vergangenen Wing Commander-Spielen. Wehe, der Opi Mark Hamill klaut mir meine Abschüsse!

Die Kämpfe im luftleeren Raum ziehen sich ganz schön hin, da viele leichte Abfangjäger unseren Weg kreuzen. Diese von mir "Thunfisch" genannten Mini-Raumjäger sind nicht besonders gefährlich, aber durch ihre Wendigkeit ziemlich schwierig zu treffen. Ausweichmanöver haben die drauf, das muss man ihnen lassen. Ein paar nervige Weltraumgefechte später habe ich 4 zusätzliche Abschüsse zu verzeichnen. Kriegsheld Commodore Christopher Blair blieb dagegen erschreckend blass als Weltraum-Pilot. Vielleicht hätte er doch lieber an seinem Schreibtisch bleiben und selbstgebastelte Papierflieger durch die Luft schleudern sollen.

Auf der Midway finde ich leere Räume vor und darf direkt zur nächsten Einsatzbesprechung latschen. Spannend...

Mission 9:

Die Relaisstation ist immer noch nicht zu 100% in Gang gesetzt worden, weswegen ich diesmal zum allerersten Mal völlig alleine hinausgeschickt werde, um sie zu verteidigen. Ein ungewohntes Szenario! Denn die 3 Jäger der unbekannten Spezies haben somit NUR MICH als Ziel - während 2 zusätzliche schwere Bomber ebenfalls darauf warten, von mir atomisiert zu werden. Wobei ich diesmal meine Lehre aus dem letzten Debakel gezogen habe und zuallererst die beiden Torpedo-Bomber zu Weltraumstaub verarbeite, noch bevor sie auch nur in die Nähe unseres riesigen Satelliten-Ungetüms kommen können. Der Rest ist dann nur noch reine Fleißarbeit, denn besonders schlau stellt sich die gegnerische Schwadron nicht an. Drei gegen eins ist unfair ... Aber, Pech, sie hatten ihre Chance zu fliehen.

Zurück auf der Midway-Station erfahre ich dann, das Christopher "Herz des Tigers" Blair entführt wurde. Hä? Wie jetzt?? Während der vorletzten Mission, bei der ich mit ihm draußen war? Unmöglich! Denn ähnlich wie beim sterben von meinem Flügelmann "Dallas" habe ich davon rein gar nichts mitbekommen. Da war nichts! Bekommt man denn auf dem PC etwas von Dallas' Tod oder Blairs' Entführung mit? Ich komme mir langsam verarscht vor, hier in (abschließenden) Textfenstern vor vollendeten Tatsachen gestellt zu werden! Hätte ich da nicht ein wenig Feedback vom Spiel bekommen können, dass gerade eine Entführung stattfindet - oder dass mein Flügelmann sein Leben aushaucht? Mit so einem schlechten 'Storytelling' kann doch kein Stimmung aufkommen! Eher das komplette Gegenteil; Diese Logik-Löcher ärgern mich und festigen bei mir die Vermutung, dass hier herumgeschlampt wurde.

Da kann mich auch die vom Kommando vorgeschlagene Beförderung zum first Lieutant nicht versöhnlich stimmen. Einer meiner Flügelmänner wird getötet - der andere entführt. Und die Typen haben nichts besseres zu tun als mir auf die Schulter zu klopfen und "Weiter so!" zu loben? Macht Sinn, oder?
Ich hab genug für heute. Mal schauen, ob ich Sonntag Zeit zum spielen finde.

Kommentar wurde am 07.06.2015, 11:46 von SarahKreuz editiert.
06.06.2015, 13:50 SarahKreuz (7914 
Spiele-Log ; Wing Commander Prophecy
5.6.2015 - Tag 1 - Gesamtspielzeit: ca. 2 Stunden

Vorgeplänkel:

Das Grauen geht weiter! Niemand kann es stoppen, und es fordert immer mehr Opfer! Ein Ende ist nicht abzusehen!

Die Rede ist natürlich nicht von der Merkel-Regierung, Mario Barth oder dem mittlerweile 11. Spiele-Tagebuch dieser elenden Kreuz ... sondern von der Wing Commander Saga. Der 5. Teil (!) der Weltraum-Seifenoper fristete bei mir bisher in der Kategorie "ungespielt" sein Dasein. Das soll sich nun ändern. Schließlich habe ich ungezählte Wochen (in reiner Spielzeit) mit Teil 1, 3 und 4 verbracht und sie durch die Bank weg alle geliebt. Im Gegensatz zu meinem geschätzten Kultboy-Kumpel Jan (dessen aktuelles Tagebuch findet ihr HIER) kann ich hier schlecht alles via "Logbuch des Captains" beginnen - und auch ein "Der Weltraum. Unendliche Weiten." würde eher an das arg technische Star Trek-Universum erinnern. Stattdessen geht's im WC-Kosmos um Blut und Morde. Um Verrat, Loyalität und lockere Sprüche. Wenn Star Trek eine klassische Oper wäre, dann müsste für Wing Commander das Synonym des dreckigen Heavy Metal herhalten. Also genau meine Welt! "Bumm! Katzenstreu!" statt "Energie!". Und Arschloch-Maniac statt Unterkühlt-Data.

Ersteindruck:

Gute Grafik, belanglose Musik, simpelste Steuerung. Der Ersteindruck der GameBoy Advance-Version ist von gemischten Gefühlen begleitet. Ich finde keinen Simulator im Spiel - Warum denn nicht, verdammt? - um zu trainieren, also stürze ich mich direkt in die erste Mission und breche sämtliche Dialoge und Zwischensequenzen ungesehen ab.
Hui, die Grafik ist nicht nur gut, sondern zudem auch noch pfeilschnell! Aber zum technischen Kram später mal mehr. Viel wichtiger: Ich will mich kurz mit der Steuerung vertraut machen und ausprobieren, inwiefern der "Hard"-Schwierigkeitsgrad mir zusätzlichen Schweiß auf die Stirn treibt. Bei 30 Grad Außentemperatur an diesem Freitag will es selbst eine Wing Commander-Veteranin wie ich halbwegs locker angehen. Bereits nach einer knappen Minute treiben die Trümmer meines Jägers an meiner im Weltraum schwebenden Leiche vorbei ... Wahnsinn, wie die mich aufs Korn nehmen! Panisch schalte ich den Schwierigkeitsgrad zwei Stufen runter und bin erneut mit einem Probeflug im weiten All. Dort verinnerliche ich im Handumdrehen die Steuerung; eine Kombination aus Schulter-Tasten inklusive den A+B Knöpfen. Geschütze und Raketen durchschalten, links/rechts rollen, Nachbrenner - und natürlich aus allen Rohren feuern. Beim drücken auf die Select-Taste kann ich noch eine Gegenmaßnahme einleiten, um feindliche Suchraketen abzulenken. Aber das war's dann auch! Dagegen wirkt ja fast jeder Ego-Shooter komplizierter. Ich erinnere mich an das aufrufen der Karte, das durchschalten der Navigationspunkte, Funkverkehr, das wechseln von gegnerischen Zielen, Außenkameras ... die Vorgänger hatten jetzt alle nie den Anspruch einer waschechten Flugsimulation, aber im Gegensatz zu Prophecy konnte man dort doch weit mehr aus dem Cockpit heraus machen. Oh je. Hier ist alles auf das totale Arcade-Feeling herunter gebrochen. Ob da nicht Atmosphäre flöten geht? Sogar der Autopilot schaltet sich während des Spiels automatisch ein, sobald alle Gegner weggeputzt wurden. Als ob die Entwickler einem sagen wollten: "Konzentrier dich aufs Ballern. Alles andere fällt weg oder übernehmen wir."

Mission 1:

Nach einem netten Intro in klobiger 3D-Grafik finde ich mich als Lieutenant Lance "Kreuz" Casey auf der Midway wieder. Mein Alter Ego weiß wahrscheinlich gar nix von dieser seltsamen Prophezeiung aus dem Intro, oder der dortigen Zerstörung der TCS Deveraeux. Irgendetwas bahnt sich da an! Und er darf's wahrscheinlich ausbaden. Pech gehabt. "Maniac" Todd Marshall macht in der Kantine wieder mal einen auf dicke Hose. "Hier stinkt's nach Frischlingen!" lautet seine nette Begrüßung. Man möchte ihn ja schon seit Wing Commander 1-Zeiten am liebsten mal die eigenen Pilotenstiefel 15 cm tief den Hintern wuchten - was aber leider spielerisch nicht möglich ist.

Technisch ist aus dem GameBoy Advance nicht viel herauszuholen. Die Dialoge finden alle nur in Textfenstern statt, begleitet von kleinen digitalisierten Bildern der Gesprächspartner. Eine Frage des Speichers, zweifelsohne. So ein 32- oder 64 Mbit-Modul kann halt nicht viel hergeben. In der Kantine kann ich mit Leuten quatschen, mir die Abschussliste der Piloten ansehen und eine taktische Datenbank aufrufen. Nebenan im Bereitschaftsraum lässt mich das Spiel meinen Fortschritt speichern/laden und ich kann dort zum Briefing marschieren. Auch hier: die Örtlichkeiten sind ganz ungewohnt spartanisch. Was konnte man in Wing Commander 3 und 4 noch durchs halbe Schiff wandern und Gesprächspartner an den unterschiedlichsten Orten antreffen.

Ein Typ namens Zero führt mich herum und erklärt mir kurz die Gepflogenheiten auf der Midway. Na ja ... nicht wirklich, aber das Spiel simuliert halt einen ersten Kontakt zwischen einem Frischling und einem Alt-Piloten. Alte Bekannte tauchen auf oder finden zumindest Erwähnung - da werden sofort Erinnerungen geweckt: Mein Charakter ist zum Beispiel der Sohn von Iceman. Diesen abgebrühten, hochtalentierten Katzen-Killer aus Wing Commander 1. Colonel Christopher Blair ist mittlerweile Commodore und ist so was wie der Initiator der Midway und gehört wohl zum Oberkommando. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist dieses Schiff überall dort wo's brennt, beherbergt gleich eine Vielzahl von Schwadronen und ist permanent im Einsatz. Captain Wilford taucht kurz in der allerersten Lagebesprechung auf. Ich übernehme gleich zu Beginn aufgrund außerordentlicher Leistungen ein ganzes Schwadron. Also alles hört auf mein Kommando, wie im richtigen Leben *hüstelhüstel*. In der allerersten Mission müssen wir ein paar Marines zurück zur Midway eskortieren. Sehr leicht. 3 Abschüsse später bin ich schon wieder auf dem Mutterschiff.

Einem Kerl namens Dallas wird in der Kantine plötzlich bewusst, dass dort draußen mit scharfer Munition geschossen wird. Pah, so ein Idiot. Dachte wohl, er wäre in einem Videospiel! Es herrscht völlige Unklarheit, gegen wen man genau kämpft. Das erinnert mich an die ersten Kämpfe in Wing Commander 4. Schon dort gab es Frieden zwischen den Konföderierten und den Katzen-ähnlichen Kilrathi und erst später stellte sich heraus, WEN man denn nun genau aus dem Weltraum pustet. Die Funksprüche der zerstörten gegnerischen Einheiten erklingen hier in Prophecy jedenfalls in einer unbekannten Sprache. Eine neue Alien-Rasse?

Ah, noch ein alter Bekannter: Hawk. Der war im direkten Vorgänger ein wichtiger (und zudem cooler) Bestandteil der Crew. Ich liebe solche Serien-typischen Deja-Vus! Er erzählt von ermordeten Kilrathi, die fast rituell auf einem Kreuzer hingerichtet wurden. Inklusive Blut an den Wänden, die übersetzt das Wort "Dunkelheit" oder "Nacht" bedeuten. Klingt nach Ärger! Aber näheres weiß man nicht.

Alarm schallt durch die Kantine, sämtliche Piloten werden in den Besprechungsraum gerufen. Alle rennen wahrscheinlich mit wehenden Haaren hin, aber ich schau mir erstmal in Ruhe die Datenbank an. Sämtliche Jäger und Frachter sind hier verzeichnet und lassen sich in schicker 3D-Grafik rotieren. Höchstgeschwindigkeit, Schildgröße, Waffenkapazität; alles Wichtige an Infos dabei! Dumm nur, dass ich anfangs gar nicht weiß in welchem Raumschiff ich überhaupt sitze, denn bereits beim rausfliegen befinde ich mich in der (nicht gerade aufschlußreichen) Ego-Perspektive. Und ein Computer-Terminal, wo ich mir den Jäger vor Missionsstart aussuchen kann, existiert auch nicht.

Mission 2:

Noch mehr Überlebende, die es zur Midway zu bringen gilt. Ich hasse diese Eskort-Missionen, da ich mich schnell ablenken lassen. Da cruise ich gerne mal 10000 Klicks vom zu beschützenden Objekt entfernt herum, und liefere mir einen Dogfight mit einem oder zwei Jäger. Völlig unbewusst lass ich also meistens die Deckung fallen - und bin schnell mal aufs falsche Ziel fokussiert.
Aber alles wird gut. Das Geplänkel im Weltraum ist relativ leicht. Das erste Mal wurde ich mit Raketen beharkt. Da ist es ziemlich umständlich, die Select-Taste zu drücken (Gegenmaßnahme), weil man somit kurz vom Steuerkreuz ablassen muss. Elegantes abdriften PLUS gleichzeitig eine Rakete abschütteln funktioniert synchron so nicht. 2 Abschüsse kann ich verzeichnen. Passt.

Nach einem kurzen Drink in der Kantine ("BUMM-BUMM" - klingt irgendwie nicht nach Zitronen-Limonade) erörtert Wissenschafts-Offizierin Finley, dass von den höheren Tieren noch keiner Ahnung hat, gegen wen oder was man denn nun kämpfen würde. Na, das kann ja heiter werden, dieses herumfischen im Trüben! Diese ganzen Zwischensequenzen starten übrigens automatisch, sobald ich den Raumkampf hinter mir gelassen habe und mein Raumschiff auf der Landerampe andockt. Was dann dazu führt, dass ich nach dem automatisch startenden Dialog einen langsamen Cursor über eine völlig leere Kantine bewegen darf. Höchstenfalls steht da nach der Unterhaltung einer rum, der die gerade gesehene Sequenz noch einmal startet. Ganz schön blöde Idee.

Mission 3:

Patrouille, um den Weg der Midway zum nächsten Sprungpunkt zu sichern. Na, dann ab in die klapprigen Kisten und raus aus dem Trägerschiff! Hier wäre ich fast draufgegangen. Die Gegner entwickeln langsam so etwas wie künstliche Intelligenz, in dem einer das provisorische Versuchskaninchen spielt, während ein anderer mich von hinten mit Raketen- und Laserbeschuss zu pulverisieren versucht. Gar nicht dumm! Beim pausieren des Spiels fällt mir zudem JETZT erst auf, dass ich hier noch zusätzliche Sachen aktivieren kann. Den Schleudersitz zum Beispiel. Und ich kann im Pausenmenü die drei Befehle "Lösen und angreifen", "Mein Ziel angreifen" und "Helft Mir!" in die Comm krächzen. Das ist alles nur für den Notfall gedacht, wenn es mal nicht so rundlaufen sollte. Also mal schauen, ob ich's überhaupt jemals brauchen sollte. Mission accomplished: 5 satte Abschüsse! Ich will, verdammt nochmal, einen Orden inklusive heroischer Musik - wie zu guten Wing Commander 1-Zeiten! Stattdessen krieg ich aber nur eine völlig leere Kantine vor die Nase gesetzt. Nehm' ich das eben zum Anlass, um mir die Abschussliste anzuschauen. 15 Abschüsse!!! Wo kommen die denn her???? Da ich ja bisher alles fein säuberlich mitnotiert hatte, springt mir diese falsche Zahl wie ein haariger Schimpanse auf dem Bürgersteig ins Auge. Laut dem Logbuch (nach jedem erfolgreichen Raumkampf) habe ich nach meinen bisherigen 3 Flügen 9 bestätigte Abschüsse. Das macht doch keinen Sinn, dass ich jetzt schon mit einer Kill-Rate von 15 auf den zweiten Platz der Rangliste geklettert bin! Werden die Abschüsse meiner namenlosen Kameraden mir mit aufs Konto verbucht? Aber selbst wenn das so wäre, dann hätte ich wohl weit mehr als 15 Abschüsse! It's a Bug!

Mission 4:

Oha, Feinde im Anflug - und die Jägerstaffel muss die Midway beschützen. Aber ich geb mir keine Blöße und erreiche zwei weitere Abschüsse. Da dieses enorme, fette Trägerschiff direkt in unmittelbarer Umgebung vor sich hin schwebt, fällt es mir leicht, hier nicht die Orientierung zu verlieren und alle heransausenden Gegner ordentlich Raketen in die Triebwerke zu jagen.

Zurück in der Kantine. Kurzer Check: Kreuz - 17, Stiletto - 16, Maniac - 14. Die Top 3-Piloten der Midway. Da kann ich nur leider wenig drauf geben. Der Addition der Abschüsse hier ist wie die FIFA nicht zu trauen.

Mission 5:

Die Befehlshaber sprechen mittlerweile von einer ganzen gegnerischen Flotte (und nicht nur vereinzelte Jäger-Staffeln), um die sich die Midway kümmern muss. Also muss Nachschub her, in Form von Konvois. Worum geht's hier eigentlich, verdammt? Irgendwie doch realistisch, dass die "kleinen Piloten" (quasi das malochende Volk) nichts davon mitbekommen, was hinter den Kulissen abgeht. Fliegen und seinen Job machen; Soldaten der Neuzeit - töten, ohne Fragen zu stellen.
Ich würde aber trotzdem gerne wissen, wem ich da genau eine Beerdigung nach der anderen im Weltraum beschere.

Als ich am Navigationspunkt ankomme, sehe ich mich zwei ziemlich großen Frachtschiffen gegenüber, die unsere Nachschub-Konvois in Luft auflösen lassen. Ein geskriptetes Ereignis, auf dass ich überhaupt keinen Einfluss nehmen konnte. Arschgeigen! Ich plätte eines der etwa mittelgroßen Schiffe und mein Flügelmann zersetzt das andere fast Zeitgleich. So viel unabgesprochenes Teamwork macht Spaß! Der Rest der feindlichen Einheiten ist da auch nur noch ein Sonntagspaziergang. In Gedanken bin ich schon bei "Vielleicht hätte ich den Schwierigkeitsgrad doch etwas fordender einstellen sollen!". Aber auf dem Rückweg schaltet sich der Autopilot in der Nähe der Midway wieder ab und wir können die auftauchenden Schiffe nicht schnell genug wegbröseln: unser Mutterschiff geht in Flammen auf! Game Over! Und ich muss den letzten Spielstand im Hauptmenü laden. ARGHHHHH! Das Speichern findet hier nicht automatisch statt. Das letzte Mal von Hand abgespeichert hatte ich VOR der vierten Mission. So ein Arschloch-Spiel! Ich hasse dich!! Ein Glück, dass ich die ganzen Zwischensequenzen überspringen kann und mir zudem keine weiteren Notizen für dieses Tagebuch hier machen muss, so dass ich relativ zügig wieder bei der 5.Mission lande. Soll mir eine Lehre gewesen sein, diesmal gefälligst nach jeder verdammten Mission von Hand meinen Fortschritt aufzuzeichnen.

Zurück in Mission 5: drei weitere Anläufe brauche ich, um die Midway vor der totalen Zerstörung zu retten! Aus irgendeinem Grund fällt mir diese Mission schwer. Ich glaube, im Hintergrund läuft ein Zeitlimit ab, um alle roten Punkte auf dem Radar zu vernichten. Aber erst beim dritten Versuch fällt mir beim Gewühl im Weltraum auf, dass sich nicht unweit der Midway eines dieser mittelgroßen Schiffe herumtreibt. Mit Kurs auf das Mutterschiff! Es ist eines von diesen wuchtigen Dingern, die in der gleichen Mission schon die beiden Nachschub-Konvois platt gemacht haben. Ich gehe also mal davon aus, dass es sich hierbei um keine mittelgroßen Frachter, sondern einfach nur um Bomber handeln. Groß und schwerfällig! Um andere große und schwerfällige Schiffe aus dem Weltraum zu pupsen! In den Vorgänger-Spielen unterschieden sich die Torpedo-Bomber noch kaum von einem leichten bis mittelschweren Jäger. Aber hier findet der Kampf auch gegen weiß-der-Geier statt - bei denen ist es wohl üblich die Bomber groß und nahezu Manövrierunfähig zu machen.

25000 Klicks ist dieses Schiff von mir und meiner Jägerstaffel entfernt. Der Nachbrenner brennt bis zum verbrennen (oder so) - aber als ich dieses mittelgroße Monstrum endlich erreiche und in Stücke schieße, ist die Midway tatsächlich aus der Gefahrenzone raus. Und ich habe endlich genug Zeit, mich in Dogfights um die kleinere Begleitung zu kümmern. Bomber? Fregatten? Versorgungskonvois? Kreuzer? Who is who? Mein Wing Commander-Wissen nützt mir hier nicht viel, um mögliche Schiffe zu identifizieren. Keine Dralthis und Fralthis weit und breit - und auch die Rebellenschiffe aus Wing Commander 4 tauchen in diesem Spiel nicht wieder auf. Dazu kommt, dass mir das Display gar nicht den Namen der Schiffe anzeigt. Zur Orientierung habe ich also nur die Silhouette auf dem Bildschirm. Das macht es schwierig für mich, taktisch gut vorzugehen, da ich einfach nicht weiß, ob es sich bei meinem Gegenüber nun um einen leichten Abfangjäger oder nen Frachter oder ne Korvette des Gegners handelt. Ein paar wenige Schiffe kann ich mittlerweile einordnen. Aber das ist ein schleichender Prozess. Genau so wenig weiß ich, welches Schiff ich nun gerade fliege oder besitze das Wissen um die Bewaffnung/Manövrierbarkeit meines Gegners. Da fühlt man sich spontan verwundbar.

Mission 6:

Die Forschungsabteilung besäuft sich in der Kantine! Kein Wunder das die immer noch keinen Schimmer haben, gegen wen wir hier Krieg führen. Oder vielleicht besaufen sie sich genau deswegen? Eine Art "Frust-Gluck-Gluck"!?
"Alles was wir haben sind ein paar unbekannte Sensor-Kontakte.", erfahre ich im Gespräch mit Finley. Immerhin ist man sich mittlerweile bewusst, dass hier eine alte Prophezeiung der Kilrathi in Kraft treten soll. Nicht nur das Ende der Katzen-ähnlichen Kreaturen ... Sondern das Ende der Welt! Aber so weit war das alles auch schon im Intro verdeutlicht. Die Spielerschaft tappt weiterhin im dunkeln.

Im großen, weiten Raum geht es diesmal gegen zwei dicke Kreuzer. Die sehen nicht aus, als wären sie von Menschenhand erschaffen worden! Wenn überhaupt, dann könnten sie von einem H.R.Giger (R.I.P.!) entworfen worden sein. Beide erinnern irgendwie an ein Alien-Penis.

Aber obwohl es darum geht, diese beiden riesigen Schlachtschiffe lahmzulegen, verläuft die Mission unbefriedigend für mich. Ich hefte mich an deren Begleit-Jäger und schaffe mit Müh und Not einen einzigen Abschuss. Während es in der Zwischenzeit zweimal mächtig aufblitzt, weil meine Kameraden erst eines, dann das andere große Schiff in ihre Bestandteile zerlegen. Als ich wieder auf der Midway andocke fühle ich mich wohl wie ein Fußballer, dessen Mannschaft zwar siegreich vom Feld gegangen ist ... aber mit dem Gewissen, dass man selbst kaum bis gar nichts zu diesem Sieg beigetragen hat.

Ich sollte eine Spielpause einlegen. Morgen ist auch noch ein Tag.

Kommentar wurde am 06.06.2015, 19:01 von SarahKreuz editiert.
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