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Sage von Nietoom, Die
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Bisher 2 Stimmen bei einer Gesamtwertung von 6.00

Entwickler: 4th Generation Studios GmbH   Publisher: Kingsoft   Genre: Adventure, 2D, Rätsel   
Ausgabe Test/Vorschau (3) Grafik Sound Wertung System Datenträger Hits Autor
PC Joker 3/95
Testbericht
58%
64%
52%
PC CD-ROM
1 CD
192Monika Stoschek
PC Player 3/95
Testbericht
--52%
PC CD-ROM
1 CD
282Jörg Langer
Power Play 4/95
Testbericht
31%
46%
33%
PC CD-ROM
1 CD
129Peter Schwindt
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User-Kommentare: (11)Seiten: [1] 
26.05.2018, 11:18 jan.hondafn2 [Mod Wunschzettel / Tests] (2006 
Die Sage von Nietoom, ein wunderschönes Adventure in Anlehnung an Maniac Mansion und Dark Seed. Gewürzt mit stimmiger Musik von Matthias Steinwachs. Ein Interface, welches an Lucas Arts erinnert. Fast schon künstlerisch angehauchte 3rd und 1st Person Perspektiven, die einen in die mysteriöse Handlung wundervoll eintauchen lassen. Summa Summarum: Ein unentdeckter Juwel in der ach so großen Adventurewelt!
Schön wär 's!

Dabei ging alles so gut los. Aufgeregt entnahm ich das Spiel der schön gemachten, an eine überdimensionierte VHS-Kassette erinnernde Schachtel. Wissbegierig las ich mir die Vorgeschichte im kleinen Handbuch durch, die zusätzlich Vorfreude auf das Spiel machte. Wohlwollend ergötzte mich am schaurig schönen Vorspann, der den Spieler ganz hervorzückend in die Geschichte eintauchen lässt. Ein Traumstart also. Was kann da noch schief gehen? Leider eine ganze Menge!

Doch kommen wir zuerst zu den grundlegenden Aspekten des Spieles. Zwar wirkt die Grafik an bestimmten Orten in der Tat semiprofessionel, doch macht sie dies mit der bereits von anderen Mitgliedern angesprochenen Perspektivenvielfalt wieder wett. Dass dabei der Blickwinkel nicht immer glücklich gewählt wurde (z. B. Toilette oder Arbeitszimmer) sei der Vollständigkeit halber genannt.
Die Musik á la Steinwachs ist Bombe, die Soundeffekte einfach, aber für ein Abenteuerspiel völlig ausreichend.
Beim Benutzerinterface wurde indes gehörig geschlampt:

1. Der Bildschirm ist nur zu 3/4 ausgefüllt (= Platz verschenkt).
2. Der Alptraum eines jeden Adventure-Spielers: Es gibt pixelkleine Gegenstände! Absuchen des Bildschirm rulez.
3. Das Inventarsystem wurde unglücklich programmiert. Es werden immer nur wenige Objekte in Schriftform angezeigt. Von daher muss man (gerade im fortgeschrittenen Spielzustand) immer wie wild nach oben und unten scrollen, um gewünschte Gegenstände auszuwählen bzw. um sie miteinander zu kombinieren.
4. Wo wir gerade beim Kombinieren sind. Jedes mal muss umständlich das &-Zeichen angewählt werden, um zwei Dinge miteinander zu benutzen. Hier hat doch schon damals das gute alte Maniac Mansion gezeigt, dass ein "mit" ganz von alleine eingefügt werden konnte/sollte.

Die vom PC Joker beschriebenen Fehlermeldungen kann ich bestätigen. All zu oft werden Dinge falsch dargestellt bzw. vom Programm bugbehaftet widergegeben.
Ein, ich nenne ihn jetzt mal "Pointer-Bug", gab es, als ich vom oberen Treppenflur ins Erdgeschoss schaute. Die Aktionszeile kredenzte mir -bei Positionierung des Mauszeigers auf eine bestimmte Stelle- ein "SB-flä-ani". Aha!
Des Weiteren fiel mir auf, dass der Zusammenbau der Figur an der Waldlichtung nicht bugfrei vonstatten geht. Hier wurde des Öfteren der Schädel (auf dem Besen) angezeigt, obwohl der gar nicht auf dem Besen war.
Eine weitere Ungereimtheit kann man in der Abstellkammer entdecken. Dort hängt ein Wandschränkchen. Dieses sieht man auch. Wenn man nun aber das Schränkchen schließt, so ist es wie von Geisterhand nicht mehr sichtbar. Eventuell wollten die Programmierer damit die mysteriöse Stimmung im Haus hervorheben...sicherlich war und ist es schlichtweg ein Programmierfehler.
Komplett verabschiedet hat sich das Spiel, als ich im Raum der Statue mit Ring (dunkles Labyrinth) den Raum verlassen habe und sofort dorthin zurückgekehrt bin. Ergebnis: Runtime Error

Nun komme ich aber zum wichtigsten Aspekt, der sich bei meinem Durchspielen als absoluter Motivationskiller hersauskristallisiert hat: Das dunkle Labyrinth

Als ich in diesem Labyrinth ankam und im wahrsten Sinne des Wortes nicht wusste, wo links und rechts ist, wurde mir bewusst: Weder PC Joker, PC Player, noch die Power Play hat das Spiel ausführlich getestet. Dieser unsägliche Spielabschnitt (der ca. 40% des gesamten Spieles darstellt) hätte bei den Rezensionen obligatorisch mit genannt werden müssen! Der Frust sitzt immer noch tief und ich weiß gar nicht womit ich zuerst anfangen soll, um meine erlebten Ärgernisse zu beschreiben.
Zuerst beginne ich mit der Größe. Es gibt ein "kleines" und ein "großes Labyrinth". In der Summe sind die Dinger so groß, dass ich selbst nach Stunden kein sicheres Gefühl dafür hatte, wo ich genau rauskomme, wenn ich einen bestimmten Durchgang nehme. Zusätzlich erschwert wurde die Wegfindung durch die Dunkelheit (viele Räume sind stockfinster -man muss jedes Mal die Aktion "Benutze Streichholz" ausführen, um kurzzeitig den Raum sehen zu können-) und mehreren Abzweigen, die man aus der 1st Person Perspektive sieht.
Nach langer Suche hatte ich endlich mal was Nützliches (Brett) gefunden, denn vorher gab es ein Loch, welches es zu überwinden galt. Also "schnell" (nach wiederum etlicher Sucherei) zurück zu jenem Ort, Brett übers Loch gelegt...und...mein Charakter verneinte ein Überqueren des Brettes; es würde ihn nicht tragen.
Nun hatte ich die "Faxen dicke" und bemühte die Komplettlösung.
Unglaublich aber wahr: Man benötigt 3 Bretter, um über das Loch zu kommen (als ob unser Protagonist 3 Zentner wiegen würde).

Ich begab mich also nochmal intensiv auf die Suche nach den 3 Gegenständen. 2 konnte ich nach einiger Zeit ausfindig machen, doch das fehlende Objekt war einfach nicht auffindbar! Ich griff entnervt erneut zur Lösung.
Das dritte Brett konnte nur gefunden werden, nachdem man sich nach einem Abzweig sofort zurück bewegte (drehte). Somit war es nur von einer Seite zugänglich.
Wer soll bitte schön in so einem unübersichtlichen Labyrinth das herausfinden?
Danach war ich so entnervt, dass ich den Rest des Spieles nur noch mit Lösung spielte. Ich ahnte irgendwie, dass da noch mehr "No Gos" auf mich zukommen würden.
Die restlichen Handlungen waren in der Tat nur sehr schwer für mich nachzuvollziehen und ich fragte mich permanent: "Hähhh? Was soll der Quatsch jetzt?" Das größte Unding schildere ich mal:
Im "kleinen Labyrinth" müssen Schalter betätigt werden, um ein Drachengesicht (in zweifacher Abwandlung) zum Vorschein zu bringen. Nirgends ist ein Hinweis zu finden wie und warum das Ganze durchgeführt werden soll. Betätigt man die Schalter richtig, wandert dann durchs "große Labyrinth" und befindet sich im Raum des Drachengesichtes, guckt unser Alter Ego nur kurz hin, sagt aber nichts. Der Spieler bekommt somit keinerlei Feedback (bis auf die kleine Kopfbewegung).

Bei diesen ganzen Unstimmigkeiten verwundert es nicht, dass man auch das Zeitliche im Labyrinth segnen kann. Was aber noch viel schlimmer wiegt: Sackgassen!
Ins erste Deadend kann der Spieler tappsen, wenn der das Stück Bronze "falsch" behandelt. Zumindest gibt Marco hier noch ein "ob das so gut war?" ähnliches Statement ab.
Beim weiter oben beschriebenen Schalterrätsel gibt es aber keine Indizien, dass was falsch gelaufen ist. Im Gegenteil:
Bei falschem Schalterbetätigen rumpelt es kräftig. Danach sind sicherlich die meisten Adventurespieler gut gestimmt und denken, dass sie im Labyrinth etwas bewegt (z. B. ein Gitter geöffnet) haben...


Dann war ich durch. Der Abspann sorgt für erneuten Frust, da man nicht erhellt sondern eher "ergrellt" wird.
Ei ei ei! Alles ging so gut los und endete so schlecht. In meiner gesamten Spielezeit hab ich noch kein Spiel erlebt, welches anfangs so viel Lust und später für Frust sorgt. Die Sage von Nietoom schafft es, von anfänglich 7 Punkten, auf schwer enttäuschende 4 Punkte abzurutschen. Von daher siedele ich mich mit meiner Gesamtwertung zwischen PC Joker/Player und Power Play an.

Mal noch ein neu entdeckter (Werbe-)Aspekt, der scheinbar damals immer mit auf die Verpackung bzw. in eine Werbung für ein Adventure gehören musste:

Über 100 Räume...

Die Programmierer von 4th Generation Studios dachten sich wohl: "Jau, jetzt haben wir knapp die Hälfte des Spieles fertig, uns fehlen aber noch gut fünf Dutzend an Räumen. Was solls: Knallen wir einfach ein riesiges Labyrinth ins Spiel, wo sich die Räume kaum unterschieden. Geht ruck zuck!"

Mich würden nun mal brennend die Meinungen von Mario77 und Commodus interessieren. Gerade Erstgenannter hat das Spiel mit 8 Punkten bewertet.
Kommentar wurde am 26.05.2018, 11:25 von jan.hondafn2 editiert.
22.06.2015, 00:40 DasZwergmonster (3179 
Riemann80 schrieb am 23.09.2013, 14:28:
DasZwergmonster schrieb am 27.05.2011, 03:36:
Von dem Spiel hatte ich damals eine spielbare Demo...


Gibt es die Demo zufällig irgendwo im Netz? Oder ist auf einer Zeitschriften-CD erschienen?


Hier die späte Antwort:

Ich hatte die Demo von einer PC-Games... wenn mich nicht alles täuscht war das auch auf der Sonderausgabe "Best of 1995" der PC Games drauf.
23.09.2013, 14:28 Riemann80 (474 
DasZwergmonster schrieb am 27.05.2011, 03:36:
Von dem Spiel hatte ich damals eine spielbare Demo...


Gibt es die Demo zufällig irgendwo im Netz? Oder ist auf einer Zeitschriften-CD erschienen?
20.09.2011, 14:27 Commodus (4861 
Die Sage von Nietoom ist eigentlich ein gutes Adventure. Ich habe es jetzt fast durch und ich habe mich bis auf in paar unlogische Schnitzer gut damit unterhalten.

Das Problem ist nur, das es ein Vollpreis-Spiel sein möchte. Das was früher zum Beispiel "DAS ERBE" war, ein Achtungserfolg, ist anno 1995 "Die Sage von Nietoom".

Für ein Erstlingswerk nicht schlecht, aber ein wenig realitätsfern war Kingsoft dann doch, es in den Vollpreis-Adventure-Pool zu werfen, in dem schon die Kyrandia-Trilogie, die beiden Simon The Sorcerer-Teile, die Lucas Arts Adventure und andere Perlen schwammen.

Nicht zu vergessen, kam mit den FMV-Hype auch das Interesse nach solchen Spielen wie Phantasmagoria im Adventure-Genre auf.

Wer gibt denn 70 DM für ein Adventure aus, das vom Qualitätslevel her kanpp über PD-Niveau liegt. Für 20 DM im Low-Budget Bereich, oder erstmal ein paar Lorbeeren im PD-Pool sammeln, wäre sinniger gewesen.

Trotzdem ist es auf keinen Fall eine Gurke. Wer klassische Point n Klick Adventures mag, sollte "Die Sage von Nietoom" testen. Es ist ein schönes 90er Adventure, welches erst 1995 erschienen ist.
27.05.2011, 03:36 DasZwergmonster (3179 
Von dem Spiel hatte ich damals eine spielbare Demo... ich fands damals eigentlich ganz okay, die Story war recht gruselig, soweit ich mich noch erinnern kann.

Die Grafik war natürlich hoffnungslos veraltet, aber wenn man darüber hinwegsieht, bleibt ein ganz okayes Adventure der ganz klassischen Schule.

Scheint aber damals absolut untergegangen zu sein in der Flut besserer Produktionen, hab nach dem Spielen der Demo lange nach dem Spiel gesucht, ohne Erfolg.
20.05.2011, 21:57 Commodus (4861 
Mhhmm! Der PC Joker wertet genau gleich wie die PC Player: 52 Prozent. Komisch! Tja, manchmal gefallen mir halt auch Games, die nicht so gut bewertet wurden!

PS: Der Screenshot im PC Joker sieht wirklich schlecht aus! Ganz so schlecht sieht die Grafik in natura nicht aus! Eine Fehlermeldung habe ich bis jetzt auch noch nicht bekommen! Allerdings habe ich die Sage von Nietoom auch noch nicht durch.
07.05.2011, 11:49 jan.hondafn2 [Mod Wunschzettel / Tests] (2006 
kultboy schrieb am 10.04.2011, 17:46:
Als alter Adventure Hase ist mir dieses Spiel absolut unbekannt. Hat es wirklich nur 52% verdient?


Auch der PC Joker reiht sich mit einer Gesamtwertung von 52% in die sehr durchschnittlichen Bewertungshöhen anderer Magazine ein. Allein schon das Foto lässt Grafik auf PD-Niveau vermuten. Monika Stoschek kritisiert in ihrem Test hauptsächlich die Technik des Spieles, da es häufig Fehlermeldungen, lange Nachladezeiten und desgleichen mehr geben soll.
15.04.2011, 12:24 Commodus (4861 
Die Sage von Nietoom wurde meines Erachtens nur so schlecht bewertet, weil es für 1995 natürlich veraltet erscheint! Wäre das Spiel drei Jahre früher erschienen, wäre das ein guter 60-70Prozenter! Denn obwohl die Grafik für ´95 alt und etwas PD-mässig erscheint, ist sie doch ganz liebevoll mit vielen interessanten Perspektiven gestaltet worden!

Die Story und das Setting ziehen einem anfangs in den Bann, besonders da es im alten Haus viel zu entdecken gibt!

52 Prozent sind auf jeden Fall 10 Prozent zu wenig! Und auf die Begründung der 33-Prozent-Powerplaywertung bin ich mal gespannt!

Für Adventurefreunde der alten Schule auf jedenfall empfehlenswert!
12.04.2011, 08:09 Tobi-Wahn Inobi (473 
Commodus schrieb am 11.04.2011, 13:53:
//
Das Spiel muss in anderen Zeitschriften, ausser der PC Player laut "The Legacy" noch schlechtere Wertungen bekommen haben.
//

In der PowerPlay 04/95 wurde es wohl (lt. Index) mit 33% bewertet.
11.04.2011, 13:53 Commodus (4861 
Die Sage von Nietoom kenne ich auch nicht! Die Grafiken sehen für PC Verhältnisse und dem Zeitpunkt der Veröffentlichung tatsächlich "semiprofessionel" aus! Die CD Belegung von 20 Mbyte ist auch ein Witz, aber immerhin noch besser als ein Dutzend Disketten.

Das Spiel muss in anderen Zeitschriften, ausser der PC Player laut "The Legacy" noch schlechtere Wertungen bekommen haben.

Aber da Oldie-2D-Adventure wieder "IN" sind, werde ich mir das Spiel mal ansehen.
10.04.2011, 17:46 kultboy [Admin] (10828 
Als alter Adventure Hase ist mir dieses Spiel absolut unbekannt. Hat es wirklich nur 52% verdient?
Seiten: [1] 


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