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Amiga Joker 3/93



Die Schuldfrage

Irgentwie sind doch auch die Softwarehändler und -hersteller an der ganzen Raubkopiererei schuld! Fast jedes andere Produkt darf man vor dem Kauf mal testen, bloß bei (teurer!) Soft ist das in der Regel nicht möglich. Schön, man kann sich natürlich Eure Tests reinziehen, aber mehr als einen groben Überblick können die natürlich nicht bringen. Ob einem ein Spiel gefällt oder nicht, das merkt man letzten Endes immer erst beim Ausprobieren. Und da die Hersteller meistens keine Demos ihrer Games herausgeben, wundert mich persönlich das Raubkopierer-Unwesen überhaupt nicht...

klärt Uwe Zemke aus Nindorf auf

Machst Du es Dir da nicht etwas zu einfach? Mal davon abgesehen, daß Demos heutzutage eh schon an der Tagesordnung sind, liegt das Problem wohl darin, sie in finanziell überschaubarer Menge an die richtigen Leute zu bringen. Außerdem: Selbst ein schlechtes Produkt berechtigt nicht zum Diebstahl; wohin die Raubkopiererei führt, sieht man ja, und Kaffeemaschinen durften wir auch noch nirgendwo antesten...
von Darkpunk

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User-Kommentare: (123)Seiten: «  1 2 3 [4] 5 6 7 8   »
23.11.2016, 11:08 drym (3679 
Britney schrieb am 23.11.2016, 06:36:
ich verdiene doch so schon zu viel mit meinen Arbeiten. [...] dann besser umsonst

Gut!
Du wirst dann aber wahrscheinlich entweder fest bezahlt (Professur etc.) oder bekommst ordentliche, verkaufsunabhängig Honorare vorab (von Stiftungen o.ä.). Somit kannst Du es Dir eben auch erlauben, das locker zu sehen.

Soziologie

Es gibt Sachen, die kann man sich beinahe denken (nicht )

Natürlich gibt es einen Break-Even-Point, und an einigen Adressen wird sehr viel verdient. Aber eben nicht überall, vor allem bei kleineren und mittleren Entwicklern eben nicht.

Hinzu kommt: sind die Lebenshaltungskosten aller Beteiligten für den Entwicklungszeitraum rückwirkend gedeckt gilt es ja auch, die Zukunft abzusichern, bis das nächste Spiel fertiggestellt ist. Und in selbstausbeuterischen Verhältnissen in der Studenten-WG, finanziert von Mama und Papa, kann man auch nicht ewig bleiben. Und der Erfolg des nächsten Spiels ist ja keinesfalls gesichert, Rücklagen müssen also gebildet werden, da man nie weiß, wie lange man von einem Gewinn wird leben müssen.

Und die Leute sind so krass, die cracken sogar €0,79-Cent-Apps im Handy
Von klein auf eben so gelernt.
(Oder kann klein Timmy sich die App nicht mehr leisten, weil sein Samsung Galaxy S7 schon 700 Euro gekostet hat?)
Kommentar wurde am 23.11.2016, 11:09 von drym editiert.
23.11.2016, 10:18 mark208 (448 
Einen Aspekt übersiehst du aber, Britney. Wie bei Ladendiebstahl o.ä. fliessen solche Verluste in die Kalkulation mit ein, maW der ehrliche Käufer zahlt die Zeche. Das sollte man nicht verdrängen.

Das mag bei einem Bestseller Wurst sein, weil der sich eh über Plan verkauft. Aber ansonsten kosetten Spiele halt seinerzeit 100 DM weil man eben nicht mit 30000 Exemplaren kalkulierte sondern nur mit 20000.

Das hat man mal gemerkt als die CD Rom rauskam und CD Brenner unerschwinglich teuer waren. Da gingen die Preise um ca. 20 DM runter.
Kommentar wurde am 23.11.2016, 10:56 von mark208 editiert.
23.11.2016, 09:04 Teddy9569 (1548 
Das reicht mir als Antwort schon, vielen Dank!
23.11.2016, 08:46 Britney (393 
Meine Identität kann ich leider nicht offenlegen, um meiner Reputation in diesem Forum nicht zu schaden (und vice versa ). Verraten kann ich, dass ich ganz gut in der Soziologie unterwegs bin.
23.11.2016, 08:43 Teddy9569 (1548 
Welcher Art sind diese Werk denn? Ohne Flachs, das würde mich interessieren.
23.11.2016, 06:36 Britney (393 
Das ist doch gar nicht notwendig, ich verdiene doch so schon zu viel mit meinen Arbeiten. Da heiße ich die Kopien tatsächlich gut, weil auf diese Weise mehr Leute in den Genuss meiner Weisheiten gelangen. Außerdem wäre 1 Cent unter Wert, dann besser umsonst
22.11.2016, 22:40 Commodus (5130 
Britney schrieb am 22.11.2016, 18:18:
Meine Werke können und werden selbstverständlich kopiert, ohne dass ich einen Cent dafür bekomme.


Würdest Du nur einen Cent pro raubkopierte Kopie eines Deiner Werke bekommen, hättest Du wohl ausgesorgt.

ALLE LESEN BRITNEY!
22.11.2016, 18:42 Teddy9569 (1548 
Manch ein Mensch ist sakrosankt und entzieht sich der weltlichen Kritik, das war so, ist so und wird immer so sein.

Gegen die damaligen Raubkopierer zu kämpfen heisst doch, auf einem toten Pferd in die Schlacht zu reiten.

Aber was v3to da schreibt, konnte man gerade bzgl. der Amiga-Entwickler schon öfter lesen. Nur deshalb war etwa Turrican III eine Mega Drive Umsetzung von Kaiko und keine Originalentwicklung, weil sich Teil 2 nicht sehr gut verkaufte.
Kommentar wurde am 22.11.2016, 18:44 von Teddy9569 editiert.
22.11.2016, 18:18 Britney (393 
Bitte nicht falsch verstehen. Die Entgeltung kreativer Arbeit ist enorm wichtig. Als Autorin bin ich selbst in diesem Bereich unterwegs und weiß, wie die Sache läuft. Meine Werke können und werden selbstverständlich kopiert, ohne dass ich einen Cent dafür bekomme. Leben kann ich logischerweise davon, dass ein Teil der potentiellen KonsumentInnen Geld auf den Tresen legt.

Meines Erachtens steht beides nicht im Konflikt. Es wird immer Leute geben, die kopieren, aus Geiz oder aus Not heraus. Damit habe ich kein Problem. Denn das Original im Schrank stehen zu haben verliert meiner Erfahrung nach nicht an Reiz. Ich persönlich kenne kaum kopiererende Leute, die nicht lieber ein Original samt Box, oder ein Buch im Schrank stehen haben wollen. Deshalb sehe ich das Problem nicht.

Es ist eben diese Verallgemeinerung, die für mich nicht passt. Weder stehe ich dafür ein, dass jedeR alles kopieren soll, noch dass in keinem Fall kopiert werden soll. Praktisch war und ist der Mittelweg schon immer üblich gewesen. Deshalb sehe ich das Problem nicht. Und im Übrigen ohne klar definierbare Verluste oder verpasste Profite, die angeblich die Konsequenz seien, bleibt ein großer Teil der Industrieargumentation eine bloße Behauptung bis zur Lüge. Siehe den Bericht den ich verlinkt habe.
22.11.2016, 15:27 DaBBa (1858 
SarahKreuz schrieb am 22.11.2016, 14:53:
DaBBa schrieb am 22.11.2016, 12:25:
SarahKreuz schrieb am 22.11.2016, 11:14:
Oh, die Kauprobie-Diskussion mal wieder

Die selben Ausreden der schwadden Kopierer seit über 30 Jahren.

Ja, so ein kräftiger Gähner ist immer noch die beste Ausrede... (hä? wie jetzt? erklären sie das, Herr Dabba!)

Hm? Dich hab ich nicht gemeint.
22.11.2016, 14:53 SarahKreuz (8625 
DaBBa schrieb am 22.11.2016, 12:25:
SarahKreuz schrieb am 22.11.2016, 11:14:
Oh, die Kauprobie-Diskussion mal wieder

Die selben Ausreden der schwadden Kopierer seit über 30 Jahren.

Ja, so ein kräftiger Gähner ist immer noch die beste Ausrede... (hä? wie jetzt? erklären sie das, Herr Dabba!)

Mir geht's nur darum, dass das Thema hier schon mehrmals durchgekaut wurde. Die letzte Diskussionsrunde ist noch gar nicht so lange her - und wurde teils sogar von denselben Personen geführt.

Ich lass euch dann mal wieder im Kreis drehen und such mir lieber andere uralte Themen. Irgendwas, was noch nicht im Fokus stand. Klaus und Ute. Die Qualität der PlayTime. Oder Lobhudelei bei eines der Turrican-Spiele.
22.11.2016, 14:48 Splatter (640 
Hach ja , so ist das mit dem Älterwerden: den Einen gelingt es, mental noch ein wenig zu reifen und die Anderen... werden nur alt.

Britney schrieb am 22.11.2016, 13:15:
Ich habe selbstverständlich nie kopiert, ...


Selbstverständlich. Elefantenweitwurf anyone ?
22.11.2016, 13:49 drym (3679 
Schade eigentlich, dass die offensichtlich intelligente Britney nicht sehen mag oder kann, dass es noch eine andere als die Ihre Wahrheit geben könnte (und - rein statistisch - geben wird).
Die Einwürfe von v3to und anderen zeigen eindeutig, dass es einen eklatanten Einfluss auf die Umsätze gegeben haben muss, auch ohne dass dazu umfassende Zahlen vorliegen.

Es deckt sich aber nicht mit Britneys Sicht der Dinge, und daher kann es nicht stimmen. Und dann die Nebelkerzen mit verliehenem MegaDrive etc.

Die Konsole samt der Spiele darfst und durftest Du sowohl verleihen als auch verkaufen. Man darf aber z.B. nicht das ROM auslesen und ins Netz stellen.


Und die Annahme, jeder Programmierer und jede Spielefirma hätte reihenweise Millionäre hervorgebracht entbehrt nicht eines gewissen Humors, danke für die gute Unterhaltung.

Dass dabei ein durchaus sympathischer Robin-Hood-Pipi-Langstrumpf-Altruismus herauskommt ändert nichts am zweifelhaften Rechtsverständnis. Hier wird ein Klassenkampf wie er gegen multinationale Konzerne und verbrecherische Bänker nachvollziehbar erscheint auf eine Startup-Szene in den 90ern übertragen.

Bei Britney ist es eben so, dass Software und sonstige immaterielle Güter nicht gestohlen werden können, da sie beliebig vervielfältigt werden können. Dass man auch bei einem Ferrari (schönes Beispiel! klingt so Bonzenmäßig) nicht nur das Blech sondern ebenfalls das Design, die Mechaniker, den Lieferanten und den Authändler mitfinanziert spielt eben nur eine untergeordnete Rolle (natürlich auch den "Ferrari-Faktor", aber wem der egal ist der brauch sich ja keinen zu besorgen).
Ein Spiel wächst aus der Kreativität und den Programmierkünsten der Entwickler in einem kurzen kreativen Moment auf Diskette und husch - raus damit. Wenn ein paar Exemplare verkauft werden, gibts dafür ein Stück Kuchen und nen Kaffee extra (große Freude und eklatanter Jubel), wenn nicht (es sich aber mehrere hunderttausend mal auf den Disks der Gamer wiederfindet) machts nix, die Originaldisk liegt ja noch zuhause. Ein Schaden ist nicht entstanden, denn sicher hätte das gute Spiel ohnehin niemand gekauft, wenn es nicht bereits im heimischen Diskettenlaufwerk lüde (diesen Konjunktiv 2 habe ich nioch nie vorher verwendet! ). Oder sie sind eben arme Timmys, denen es UNMÖGLICH ist, anderweitig zu spielen.

Das ist doch ein in sich geschlossenes, sinnhaftes Weltbild.
Haben wir jetzt verstanden, weitere Diskussion nicht zielführend. Ähnlich wie mit streng religiösen Menschen. Muss man nicht verstehen, aber in einer pluralistischen Gesellschaft akzeptieren und aushalten.

Let´s agree to disagree
Kommentar wurde am 22.11.2016, 13:51 von drym editiert.
22.11.2016, 13:15 Britney (393 
Mark, dass muss Du dann mit Dir selbst ausmachen. Ich habe selbstverständlich nie kopiert, aber durchaus mal eine Partie Lotus III, Alien Breed oder Apydia mit einem Freund gezockt (Wie sieht es eigentlich mit Splitscreen-Partien unter Freunden aus?). Freunden geliehen habe ich Games aus meiner Sammlung natürlich auch gerne, ist das dann schon illegal? Sogar meinen Sega Genesis inklusive Games habe ich einem Bekannten überlassen, als der für einige Wochen im Krankenhaus abhängen musste. Oje, ich fühle mich richtig schmutzig jetzt.
22.11.2016, 12:35 v3to (1367 
DaBBa schrieb am 22.11.2016, 12:25:
So ein 35jähriger Sim-City-Fan hat keinen Schulhof mehr, auf dem er Kopien tauschen kann. Bei ihm im Büro spielt auch niemand Computerspiele (das war in den 80ern und 90ern noch hauptsächlich Teenager-Kram). Der wird sich Sim City 2000 eher original kaufen.

Das spielt mit Sicherheit mit rein, jedenfalls ist die Zielgruppe größer. Wobei das auch schon in der Schulzeit eine Haltung gab, dass man für 'ernsthafte' Spiele allgemein eher bereit war, Geld auszugeben.
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