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Autor Thema: Michael Labiner  (Gelesen 6054 mal)

PsychoT

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Michael Labiner
« Antwort #30 am: 30.12.2004, 23:43 »

Zitat
Im Chat finde ich toll, dass jemand zu Michael sagt (beim Thema, was den Joker denn so besonders macht), dass man beim Lesen der Tests das Gefühl hatte, dass ein Freund einem das Spiel empfiehlt.
Dieser jemand war niemand geringeres als Rider, Admin von Retropoly. :D
Zitat
Stellt Euch mal die Amiga Zeit ohne den Joker vor.
Kein Problem: Ich habe den Amiga Joker nie gelesen, war mir immer zu blöd. :P
Zitat
Man hätte irgendwelche Multiformatmagazine lesen müssen
Nicht doch Dave, nimm doch nicht irgendwas. :lehrer:
Es gibt doch die ASM! Die ist sympathisch, cool und auch noch voll gesund...
Zitat
, die die Liebe zum Amiga nie so gefühlt und rübergebracht hätten wie der AJ.
Schonmal in einer ASM geblättert? Nachholen: Ausführung! B)
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Unknown

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Michael Labiner
« Antwort #31 am: 31.12.2004, 01:35 »

Klar hatte ich auch so einige ASM, störend war nur eben, dass 70 % des Hefts nicht aus Amiga Spiele Test bestanden. Etwas störend leider.

Und Michael sieht eindeutig besser aus als Herr Kleimann.   :P  
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GregBradley

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Michael Labiner
« Antwort #32 am: 31.12.2004, 01:59 »

Hmm, also wie gutaussehend die Chefredakteure waren, war für mich nie ausschlaggebend beim Kauf eines Magazins.

Diesen Amiga-Fanatismus hat der AMIGA JOKER aber eindeutig am besten zelebriert. Immer wieder kleine Seitenhiebe in Richtung PC, ohne sich dabei allzu ernst zu nehmen und es wurde wirklich so etwas wie eine Gemeinschaft unter den Amiga-Benutzern geschaffen. War schon eine witzige Zeit.

Die ASM fand ich sogar noch ein Stück besser, allerdings auch nur so bis in 1991er Jahrgang hinein. Da war der JOKER bereits als ernstzunehmendes Magazin etabliert und konnte (für mich) die ASM wunderbar ablösen.  :D
Aber "zu Hause gefühlt" hat man sich auch bei Manni Kleimann, auch wenn 70% der Tests nicht für den Amiga waren. Es hat trotzdem Spaß gemacht zu lesen.
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Michael Labiner
« Antwort #33 am: 16.02.2005, 05:09 »

Pura Vida - Michael Labiner erzählt von seiner "großen Liebe"

"Pura Vida" ist spanisch für "Reines Leben" - in Costa Rica eine beliebte Antwort auf die Frage nach dem Befinden.
Zurück aus dem Ausland fragte ich meine Frau: "Weißt du, wo meine Sonnenbrille ist?" Sie verneinte und wandte sich wieder dem Computer zu, mit dem sie gerade beschäftigt gewesen war. "Aber irgendwo muss sie doch sein, ich kann sie nicht finden." Meine Frau blickte erneut vom Bildschirm auf und sagte, sie habe meine Sonnenbrille nicht gesehen. Angesichts von soviel Ignoranz gegenüber meinem Anliegen wurde ich ärgerlich. "Dann denk halt mal nach, wo sie sein könnte!" Meine Frau tat mir den Gefallen und schlug vor: "Vielleicht hast du die Brille unterwegs verloren oder vergessen, sie einzupacken?" Wie konnte sie mich derart beschuldigen? Ich wurde immer aufgebrachter. "Aber ich erinnere mich ganz genau, sie eingepackt zu haben." Jetzt verlor auch meine Frau die Geduld: "Du warst allein verreist, du hast allein deinen Koffer ein- und wieder ausgepackt - woher soll ich wissen, wo deine Sonnenbrille ist?!" Sinnlos, erkannte ich und stapfte wütend davon. Im Weggehen zischte ich meiner Frau noch zu: "Du bist wirkliche eine große Hilfe. Vielen Dank für gar nichts!"
So war ich. So war meine Ehe, so war mein Leben. Nach Jahren der Mast war mein Ego fett und träge geworden. Fast schon bewegungsunfähig zappelte ich im Netz der Illusionen, das ich um mich gesponnen hatte. Einen eigenen Zeitschriftenverlag hatte ich in Deutschland aufgebaut, danach eine Internet-Firma in Costa Rica. Ein großes Haus mit Marmorbad, Wintergarten und Sauna hatte ich besessen, dazu einen Jaguar und einen Maserati. Ja, ich war reich. Doch ich hatte das Gefühl, an dem goldenen Löffel in meinem Mund zu ersticken, mit dem ich geboren worden war...
Kindermädchen, Pflegefamilie, Internat. Arbeit geht vor. Jetzt nicht, Mama muss arbeiten. Hab Verständnis, Papa hat den ganzen Tag gearbeitet. Hatte ich aber nicht. Stattdessen hatte ich Angst. Und Wut hatte ich. Was ist Angst schon anderes, als die Abwesenheit von Liebe? Was ist Wut schon anderes als ein Ausdruck von Angst? Es ging mir, wie es wohl so vielen geht: Ich wusste, das mir etwas Wichtiges fehlt, doch ich wusste nicht, was. Ich wusste, dass ich das Fehlende finden musste, doch ich wusste nicht, wo. Also suchte ich bei Drogen. Und ich suchte beim Glücksspiel. Ich suchte bei Frauen und ich suchte bei Freunden. Ich suchte beim Erfolg. Alles was ich suchte, schenkte mir das Leben in Fülle. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum ich trotzdem so schmerzhaften Mangel litt!
Was wir nicht verstehen, macht uns Angst. Was uns ängstigt, das bekämpfen wir. Ich habe das Wesen der Dinge nicht verstanden, und so entschloss ich mich dazu, es zu bekämpfen. In diesem Konflikt stand der Verlierer von Anfang an fest. Elf Jahre stand ich mit meinem Verlag im Ring. In dieser Zeit verlor ich so viel, darunter die Liebe meiner Frau, das Vertrauen meines Kindes, meine Achtung vor der Kreativität und am Ende den Verlag mit allem was dazu gehörte. Mein Haus wurde verkauft, meine Autos wurden abgeholt, meine Konten geleert. Das tat gar nicht mal weh, denn diese Dinge hatten mir ohnehin nie wirklich etwas bedeutet. Trotzdem war ich schwer angeschlagen. Ich hing sozusagen in den Seilen und hatte nicht die geringste Idee, was mich getroffen hatte. Wer war überhaupt der Gegner? Die böse Konkurrenz, die gierige Druckerei, die undankbaren Leser? Meine verständnislose Frau, meine nervtötende Tochter, ich selbst?
Statt endlich das Handtuch zu werfen und eine Auszeit zu nehmen, damit die Sicht sich klären konnte, wartete ich begierig auf den Gong zur nächsten Runde. Dong: Warum nicht die letzten Reswww.connection.den zusammenkratzen und in Costa Rica ein Internet-Projekt aufziehen? Alles hinter sich lassen, um unter Palmen doch noch Millionen zu scheffeln. In Freiheit und Sonne ganz neu beginnen. Auf nach Costa Rica! Was wir in uns tragen, nehmen wir freilich mit, wohin wir auch gehen. Schon deshalb lässt sich die Reise nach innen nicht durch die weiteste Strecke im Außen ersetzen. Ich ging mit meiner Familie nach Mittelamerika, um einen Neuanfang zu machen. Dass ein Neuanfang immer auch das Ende des Alten sein muss, war mir damals nicht bewusst. Heute weiß ich: Ich ging nach Costa Rica, um endgültig zu scheitern.
Der Kollaps hätte vollständiger kaum sein können. Mein Internetprojekt kostete viel und erbrachte wenig, mein Ego scheiterte kläglich am örtlichen Lebensstil, meine Frau verliebte sich in einen anderen Mann, meine geistige und körperliche Gesundheit brach endgültig zusammen. Für Monate wandelte ich wie betäubt als Fremder unter Fremden, geschüttelt von ohnmächtiger Wut, Panikattacken und unerklärlichen Symptomen. Ich fühlte mich vollständig verloren, von Verzweiflung und Schmerzen überwältigt, dem Tode näher als dem Leben. Ja, ich spürte es ganz tief: Wenn ich jetzt nicht umkehrte, wenn ich weiterhin unbeirrt auf der eingeschlagenen Richtung beharrte, würde ich sterben. Doch ich starb nicht. Stattdessen kehrte ich nach Deutschland zurück und fand binnen weniger Wochen einen Lehrer, der mir endlich, endlich den so lange gesuchten Weg wies. Wenn der Schüler bereit ist, tritt der Meister in sein Leben.
Was ist der gravierende Unterschied zwischen meinem gestrigen und meinem heutigen Ich? Bin ich einem Ziel überhaupt schon näher gekommen? Manchmal bin ich dessen gewiss, dann wieder meine ich, rückwärts gegangen zu sein. Aber ich spüre auch, dass das gar keine so große Rolle spielt. Wichtig ist, dass ich den Weg endlich gefunden habe. Ich hatte mich verirrt, jetzt komme ich nach Hause. Um dort anzugelangen, brauche ich nichts zu sein und nichts zu tun, ich bin und habe bereits alles Erforderliche. Das war schon immer so, ich hatte es nur vergessen. Bedürftigkeit und Mangel existieren nicht, sie sind Illusionen. Konkret bedeutet dies für mich, dass ich die Fülle fand, indem ich durch die Illusion des Mangels ging. In dem Maß, wie ich an materiellem Reichtum verlor, habe ich an Freiheit und Zufriedenheit gewonnen. Hier war kein Verzicht zu leisten, hier wurde Gnade gewährt: Im Grossen und Ganzen verspüre ich einfach kein Bedürfnis mehr nach diesen Dingen. Statt dessen darf ich die Wonne der Einheit mit Allem spüren, wenn ich für einen Moment hinter die Illusion der Spaltung zu blicken vermag. Als Folge daraus fühle ich mich meiner Ex-Frau und ihrem Freund verbunden, liebe meine Tochter, Tiere, Pflanzen und immer öfter sogar mich selbst. Ich bemühe mich um Wahrhaftigkeit - ohne Zwang, ganz aus Freude an der Schönheit dieser Erfahrung.
Wohin der Weg mich führt? Vom Hass durch das Gefühl der Minderwertigkeit hin zu Staunen und Respekt. Durch die Illusion des Ichs zur Demut. Bis zum fernen Horizont und immer weiter: Durch die Illusion des Todes zum ewigen Rad des Lebens. Durch die Illusion der Unwissenheit zurück zur ureigenen Erkenntnis. Von der Schöpfung zum Schöpfer. Vom Mangel zur Fülle. Und endlich zur Liebe am Leben! Das ist der Weg, und ihn gefunden zu haben, erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit. Denn nun weiß ich, dass das Leben mich auch bisher nicht in die Irre geführt hat, sondern genau zu diesem wunderbaren Moment. Pura Vida!
Michael Labiner, Jg. 60, lernte Journalismus bei Tageszeitungen, leitete 11 Jahre lang einen eigenen Verlag für Computermagazine und startete ein Internet-Projekt in Costa Rica. In einer großen Lebenskrise fand er den Weg zu seiner spirituellen Wahrheit. Heute lebt er nahe München und arbeitet als freier Autor.
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Michael.Labiner@gmx.de

Quelle: http://www.connection-medien.de/cms/content/view/32/80/#3

 :eek: So langsam macht er mir Angst...:angst:  :D  
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Michael Labiner
« Antwort #34 am: 16.02.2005, 07:49 »

Anscheinend hat er das noch immer nicht verkraftet.

Wirklich schade um ihn! :(
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Michael Labiner
« Antwort #35 am: 16.02.2005, 21:01 »

Naja es schaut ja so aus, als ob er aus diesem Sumpf herausgekommen wäre (ich glaube sonst würde er nicht so offen darüber schreiben können) - und das finde ich schon bewundernswert.....
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Michael Labiner
« Antwort #36 am: 16.02.2005, 21:58 »

Ich wusste gar nicht, dass er mit dem Joker Verlag soviel Geld gemacht hatte.
Auf jeden Fall offenbart er hier so einiges an tiefster Privatsphäre. Jetzt haben wir ja auch seine E-Mail-Adresse zwecks Interview Wunsch.
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GregBradley

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Michael Labiner
« Antwort #37 am: 17.02.2005, 01:34 »

A propos Intierview-Wunsch, gibt's Neuigkeiten von Manni Kleimann, Kulty?
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Michael Labiner
« Antwort #38 am: 17.02.2005, 07:56 »

Siehe Antwort im anderen Thema.
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