Was guckst du?

Begonnen von PsychoT, 23.11.2009, 00:18

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Anna L.

Ich habe derzeit eine russische Coiffeurin am Start. Allerdings tatsächlich nur für die Haare! Und bei der will ich immer ein bisschen Russisch lernen, kriege aber nicht mal den Namen "Vladimir" wirklich authentisch gesprochen. Die machen da was mit dem Atem und mit dem Mundinnenraum, nutzen da Muskeln, die ich noch nicht so nutzen kann. Das muss ich noch rauskriegen.



So, meine High-End-Blu-Ray-Star-Wars-Abende (3 Stück) rücken näher. Alle notwendigen Rauschmittel, Duftkerzen und Knabberartikel sind schon im Haus. Natürlich berichte ich unverzüglich, wenn's losgeht.  :)
Herr Planetfall heißt im echten Leben gar nicht so!

mark208

Da ich beide nie gelesen habe, bitte ich um Entschuldigung für mein Unwissen  :cry:

Anna L.

Gott nimmt dir das nicht übel, er weiß, wie klein du von oben aussiehst.
Herr Planetfall heißt im echten Leben gar nicht so!

Deathrider

Zitat von: cassidy in 07.04.2026, 22:06Gleichzeitig unterliegen bestimmte Themen auch immer Moden! Mit seinen Themen kannst halt schon länger keine Katze mehr hinterm Ofen hervorholen. Auch hat die DDR sich wenig für Sinkiewicz interessiert. Er stammt aus einer Zeit, die so gar nicht in das System der ehemaligen DDR passt. Weder ob seiner eigenen Biographie, noch mit seinen Themen, die er behandelte!

Vielleicht hätte ich mich etwas präziser ausdrücken müssen. Polnische Literatur im Allgemeinen wird hier noch sehr wenig übersetzt. Von Mickiewicz habe ich eine DDR Ausgabe mit seinen Balladen und anderen Geschichten, die auch im Englischen zu kaufen sind, und die polnischen Ausgaben habe ich damals in Paris gekauft(Mickiewicz lebte auch in Paris, vielleicht deswegen). Auch Slowacki und andere romantische Dichter sind hier kaum präsent, in anderen Sprachen aber schon.
Oder der Manga GTO Lost Paradise, den kann ich auf englisch oder französisch bestellen, auf deutsch gibts den nicht -  ja, falsches Land, ich weiß.

Ich finde aber, dass man Sienkiewicz immer noch gut lesen kann und das er nichts von seiner Faszination verloren hat, gerade Quo Vadis und die Trilogie sind zeitlos. Mir hat das jemand mal empfohlen mit den Worten, es sei besser als Herr der Ringe. Kann dir ja gerne die polnische Verfilmung empfehlen, mit dem unvergleichlichen Krzysztof Kowalewski, der gefühlt in jedem polnischen Film mitgespielt hat.

Denn man könnte auch behaupten, Herr der Ringe sei auch ein alter Schinken, weswegen Krege den in Deutschland modernisieren musste -
ZitatHoffentlich kommt Streicher und holt mich im Fundbüro ab
:wall:

Und hier gibt es ja einige, die Moby Dick, Don Quijote usw lesen, die wohl Klassiker der Literatur eine Chance geben.

Von Lem kenne ich auch nichts, muss das evtl. mal nachholen. Ich erinnere mich nur dunkel an Solaris mit George Clooney, den hab ich aber nach 30 Minuten abgebrochen, fand den damals sterbenslanweilig. Vielleicht gebe ich dem nochmal eine Chance.


I looked, and behold, an ashen horse; and he who sat on it had the name Death; and Hades was following with him.

Retrofrank

Neee, schau dir lieber die Erstverfilmung von Solaris, von Tarkowsky an. Hollywood kann so was für's Verrecken nicht hinbekommen. Solltest du aber Action erwarten, dann vergiss Buch und Film lieber direkt. Das ist eher so eine Art philosophisches Arthouse Drama im Weltraum. Entweder man mag das, oder man hält es für sterbenslangweilige Kunstscheisse.

Oh Dae-su

Ich bin ja ausgesprochener Tarantino-Fan - zumindest von seinen frühen Filmen.
Gucke gerade zum zweiten Mal nach etwa 7 Jahren "The Hateful Eight" und Junge, so was Langweiliges ist mir selten untergekommen. Und ich liebe doch Western! Schlechte Western gibt es ja nur wenige. Damals bin ich vor dem Fernseher eingepennt, aber diesmal hielt ich mich zumindest wach.

Aber das war echt nix. Ausgerechnet die Dialoge sind unter aller Sau: Die Protagonisten wiederholen immer wieder das, was sein Gegenüber gerade gesagt hat. "Du hast einen Brief von Abraham Lincoln?" - "Ja, einen Brief von Abraham Lincoln." - "DEM Abraham Lincoln?" - "Ja, dem Lincoln." - "Dem Präsidenten der Vereinigten Staaten?" - "Ja, genau, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten." - "Ich werd' verrückt, der Nigger hat einen Brief von Abraham Lincoln!" Ungefähr so geht es den gesamten Film durch.

Ja, die Bilder sind grandios. Schade drum, dass nicht viel darin passiert. Morricones Musik ist durchaus prima, aber irgendwie passt sie nicht immer zur Stimmung des Films. Sie kommt aber auch recht selten zum Einsatz. Dass er dafür einen Oscar bekam, lag wohl daran, dass es kaum noch echte Filmmusiker gab.
Tim Roth ist tatsächlich eine Christoph Waltz-Kopie, wie ich schon oft gehört hatte. Eine völlig unpassende Figur.

Da ein Western kaum Gelegenheit für Fußfetischismus bietet, zeigt Tarantino seine zweite Leidenschaft, homosexuelle Vergewaltigung. Und das Gelächter von Samuel L. Jackson ist so dämlich und eindimensional "böse," man glaubt es kaum. Wenigstens hat Tarantino wieder ein Tabuthema angerissen. Andererseits hat mich die Szene aus dem Koma geholt...

Von den Darstellern gefiel mir Jennifer Jason Leigh sehr, gefolgt von Bruce Dern. Sonst fällt mir nix Positives mehr ein.
Ach ja, außer, dass ich bei einer Aktion grinsen musste: Die Typen wollen wegen des Schneesturms die Tür zunageln. Sie stellen sich dabei nicht gerade geschickt an, und ich musste unweigerlich an Charles Bronson in "Spiel mir das Lied vom Tod" denken, wo dieser während er redet, Stecken in die Erde hämmert wie ein absoluter Profi. Und dann musste ich dran denken, wie viel mehr in diesem Film im Vergleich zu "Hateful Eight" passiert: Ein Goldschatz gegen einen Maulwurfshügel mMn.

"Once Upon a Time in Hollywood" gefällt mir auch jeden Fall besser von Tarantino, aber das war auch kein Meisterwerk. Er wird sich für seinen letzten Film schon etwas mehr anstrengen müssen, um meine Gunst wieder zu gewinnen. Sein Buch "Cinema Speculation" habe ich genossen, und darin erklärt er sehr eindrücklich, was ihm am Kino der 70er-Jahre gefiel. Also darf meinetwegen sein letzter Film getrost von dieser Epoche handeln, wo es noch keine Smartphones gab und man sich selbst als Geringverdiener noch ein Haus bauen konnte.
"Man ist so lange nicht betrunken, wie man auf dem Fußboden liegen kann, ohne sich festzuhalten." - Dean Martin