Gendern in Retro-Podcasts! Ja, nein, egal?

Begonnen von Dragondancer, 13.03.2026, 09:26

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Dragondancer

[zitat]mark208 schrieb am 11.03.2026, 09:33:
[zitat]markymark79 schrieb am 11.03.2026, 08:49:
Mein Lieblingspodcast ist wieder der "Spieleveteranen"Podcast. Stay Forever geht mir zuletzt immer mehr auf den Keks, insbesondere Gunnar und sein großspuriges & selbstgefälliges Aufreten dort kann ich aktuell echt nicht mehr hören. Schmidt und Käufer machen das hingegen meiner Meinung nach super.[/zitat]

Ich höre die Podcast nur beim Autofahren und vielleicht ist es ja blöd von mir, aber mich stört das Gendern stark, dass tut einem richtig in den Ohren weh. Weil man immer denk, häh warum spricht der falsch. Darf man anders sehen, mir nimmt diesese Gestammel und Gefasel einfach den Spaß am zuhören[/zitat]

[zitat]advfreak schrieb am 11.03.2026, 15:54:
Also ich höre den Stay Forever Podcast regelmäßig und mir wäre nicht aufgefallen das Gunnar (in letzter Zeit?) ein "großspuriges & selbstgefälliges Aufreten" hätte, noch das dort so schlimm gegendert wird das man sich den Podcast nicht mehr anhören kann. Mir ist nicht mal aufgefallen das hier zu oft von :innen gesprochen worden wäre. Aber das nimmt vermutlich jeder anders wahr und ist meine persönliche Meinung zu diesem Podcast, den ich auch weiterhin hervorragend finde.  ;) :up:[/zitat]

[zitat]Oh Dae-su schrieb am 11.03.2026, 18:10:
Mich nervt gesprochenes Gendern auch schnell, aber bei "Stay Forever" wäre mir das nicht aufgefallen.  :ka:
Wurde dieser Podcast eventuell mit einem anderen verwechselt, mark208?[/zitat]

[zitat]mark208 schrieb am 11.03.2026, 18:15:
Es ist ja weniger  die Pause mit innen, die mir aufgefallen nist, das ist eher selten. Es sind Spielende Abonnierende oder Unterstützende usw.. Also ein grammatischer Fehler, der z.B. einem Einwanderer oder Einwanderin (und nicht Einwandernde, die wandern grade nicht im Moment) als Fehler angestrichen würde.

Grad in einem Einwanderungsland, was wir nun mal sind und worauf wir angewiesen sind, ist es extremst unhöflich eine Sprache zu verwenden, die bewusst fehlerhaft ist.

Und für mich, der auch mit Sprache arbeiten muss, möchte ich mich auch nicht an solche Fehler gewöhnen. Wobei ich sie verstehen kann, da wird schon ein massiver Druck aufgebaut und auch die Leute in Gut und Böse eingeteilt, da würde es viel Mut erfordern als der Böse eingeordnet zu werden.[/zitat]

[zitat]flow246 schrieb am 11.03.2026, 18:55:
Spielende und Co geht mir beim Hören von SF auch ziemlich auf die Nerven. Ist sprachlich auch Unsinn. Spielende sind Menschen, die immer spielen. Wenn der Spielende den Spieleladen geht, müsste er zeitgleich beim Öffnen der Tür ein Game zocken. Ähnlich verhält es sich mit dem Radfahrenden, der an einer Ampel steht.[/zitat]

[zitat]Oh Dae-su schrieb am 11.03.2026, 19:22:
Och, da gibt's Spiele-Podcasts, die in der Hinsicht weit schlimmer sind. Der FM4 Game Podcast z.B. ist für mich kaum auszuhalten; dort wird der Innen-Glottisschlag verwendet, wo immer man ihn einbauen kann. Als würden die Podcaster dort der Chefin unbedingt gefallen wollen... :rolleyes:[/zitat]

[zitat]Jochen schrieb am 11.03.2026, 21:06:
Okay - jetzt mal Fakten: Bei der Podcast-Suchmaschine PodRadar findet man mit der Transkriptsuche das Wort Abonnierende in keiner kostenfreien Stay-Forever-Folge. Das Wort Unterstützende wird tatsächlich verwendet, bspw. in den Wo-wir-stehen-Folgen in den Sätzen "wir gewinnen leicht bei der Zahl der Unterstützenden" und "wir gehen bei den Unterstützenden auf die 7.500 zu". Es geht hier um die Leute, die Stay Forever zum Zeitpunkt der Aufnahme aktiv mit Geld unterstützen - und wird damit (meiner Meinung nach) völlig korrekt verwendet.

Auch Spielende wird vom Podcast-Team verwendet, bspw. in Die Sims (#152) mit dem Satz "Die Spielenden wollen Abenteuer erleben und die wollen nicht den schnöden Alltag nachspielen" und in Beneath a Steel Sky (SF #160) mit "Das kann ich als Spielender nicht vorhersehen". Auch hier (meiner Meinung nach) korrekt verwendet, weil es jeweils um Spieler und Spielerinnen in der Situation des Spielens geht. Insgesamt hab ich ich die Formulierung "Spielende" nur in 23 Folgen aus 8 Formaten gefunden (wenn man die Folgen ignoriert, in denen Spielende tatsächlich das Ende des Spiels meint). Das ist wirklich keine übermäßige Verwendung. Und da die Formulierungen SpielerInnen (statt Spieler und Spielerinnen) oder Spieler*innen (für andere Geschlechter) offenbar gar nicht genutzt werden, taugt Stay Forever kaum als Negativbeispiel für übertriebenes Gendern.[/zitat]

[zitat]Long John Silver schrieb am 11.03.2026, 23:35:
Danke! Ich dachte schon, dass ich der einzige bin, dem das Gendern in Stay Forever auf die Nerven geht. Immer wieder mal breche ich Podcasts auch ab oder überspringe gendernde Gäste einfach.  :puke:[/zitat]

[zitat]Sir_Brennus schrieb am 12.03.2026, 10:05:
Ich finde Gendern gut und freue mich, dass die "Die Welt von..."-Podcasts von StayForever das von den Moderierenden so konsequent durchgezogen wird.

Obwohl ich Spieleveteranen-Abonnent und Liebhaber des Podcasts bin, geht mir dort die Altherrenattitüde ("interessiert uns nicht mehr"; "wollen nicht politisch werden"; "müssen wir nicht mehr verstehen") inzwischen gehörig auf den Senkel.

Insbesondere, da Jörg so alt wie ich ist und ich mich nicht zu den Altherren zähle und an den abgelehnten bzw. aktiv ignorierten Entwicklungen sehr interessiert bin.[/zitat]

[zitat]docster schrieb am 12.03.2026, 12:25:
Obwohl ich die eigentliche Hintergundmotivation des Genderns verstehe und befürworte, stößt die praktische Anwendung hingegen im Hinblick auf den Umgang mit der Sprache auf meine Ablehnung.

Es soll auch gar nicht weiter ausgeführt werden, doch man sollte einer Entwicklung Zeit zugestehen, "hineingeworfene" Sternchen, Doppelpunkte und Sprachpausen erscheinen mir da kaum hilfreich...

...wie dem auch sei, das Gendern vergällt mir den Hörgenuß bei Podcasts, schalte da eingentlich grundsätzlich nach kurzer Zeit ab.

Bei den regulären "stay forever" - Folgen erkennt man anhand der aufgeführten Beispiele das Bemühen um die Lösung durch Beschreiten eines Mittelweges, "Die Welt von..." - Episoden wiederum ließen mich scheitern, geht für mich leider gar nicht.

Somit bleibt das Gendern für mich ein Ausschlußkriterium, bleibt zu hoffen, daß es sich bei meinem Lieblingspodcast "stay forever" nicht Bahn bricht.[/zitat]

[zitat]mark208 schrieb am 12.03.2026, 12:54:
Sir_Brennus, es gibt ja auch gar nicht das "Gendern". eine geschlechetergerechte Sprache ist doch gar nicht zu kritisieren. So werden z.B. in Kirchenliederbücher die Brüder durch Christen ersetzt, anstelle lasst uns loben Brüder loben, jetzt lasst uns loben, christen loben.

Nur deine unkritische Haltung lehne ich dann doch ab. Weil sie genauso absolut ist, wie das komplette Ablehnen von Gerderformen. Es kommt auf die konkrete Anwendung an und die ist teilweise ziemlich blöd und wird von den Befürwortern selbst in Kenntnis das sie blöd ist trotzdem mit einer Verbissenheit und moralsicher Penetranz geführt, was dann eben den Antigendereffekt fördert Zudem werden sie dann auch immer persönlich so wie du auch. Gendern ist toll, Heinrich und Jörg merken doch nix, das sind Alteherrenattitüden was traurig ist, die sind meine Alter; ich bin aber immer noch aufgeschlossen und die sind stehen gebliegen.

Wenn du es toll findest, dann kämpf mit sachlichen Argumenten.

Jochen, ich habe nur ehrlich geschildert was mich stört und Beispiele gebracht, sicher gibt es noch Schlimmere Sprachexcesse in anderen Podcast, das ist für eine differenzende Betrachtugnsweise aber auch nicht hilfreich[/zitat]

[zitat]flow246 schrieb am 12.03.2026, 17:07:
Bücher, die sich mit historischen Texten befassen, genderneutral umzuschreiben ist: irre. Sprache ändert sich, Der Bielefelder Historiker Reinhart Koselleck hat ganze Bücher darüber geschrieben. Aber Originalquellen umzuschreiben - geht gar nicht. Dagegen ist die Verwendung von Spielende anstatt Spieler ja harmlos.[/zitat]

[zitat]Grumbler schrieb am 12.03.2026, 17:16:
> Der Bielefelder Historiker Reinhart Koselleck

Was ist dem sein Gender? Na siehste. Tschecke deine Privilegien!  :nein:[/zitat]

[zitat]Jochen schrieb am 12.03.2026, 18:16:
Und an dieser Stelle verabschiede ich mich aus der Diskussion.[/zitat]

[zitat]Sir_Brennus schrieb am 12.03.2026, 18:19:
[zitat]mark208 schrieb am 12.03.2026, 12:54:
Wenn du es toll findest, dann kämpf mit sachlichen Argumenten.
[/zitat]

Also erstens kämpfe ich nicht, sondern diskutiere, zweitens habe ich nur geschrieben, dass ich Gendern gut finde und mir die Einstellung der Spieleveteranen zu Veränderungen ganz allgemein nicht gefällt.

Aber bitte, wenn du möchtest: Sprache konstruiert Realität und reproduziert tradierte Ungleichheiten. Der Rückzug auf "Das generische Maskulinum meint doch alle und ist nur eine grammatikalische Konstruktion" ist viel zu kurz gegriffen. Die Frage ist doch viel eher, warum ist das eine tradierte Konvention? Weil Frauen im Sprachgebrauch eben nicht mitgedacht wurden, da sie jahrhundertelang gesellschaftlich irrelevant und unsichtbar waren. Niemand kann mir heute verkaufen, dass wenn man das Wort "Pilot" hört, die zugehörige Assoziation eine Frau ist, ob wohl es eine Menge Pilotinnen gibt. Männer sollten sich daher einfach fragen, ob sie sich mitgedacht fühlen, wenn man ausschließlich das Femininum benutzt - was geschlechtergerechte Sprache gerade eben nicht tut.

Sprache verändert sich - das Verhältnis zur Gesellschaft ist wechselseitig beinflussend. Leider habe ich Koselleck nicht mehr erleben dürfen (er wurde Jahre vorher emeritiert), habe sein Werk aber wahrgenommen und die generelle Feststellung ist nicht zu verneinen.

Rein ästhetisch sehe ich kein Problem, wenn ich gleichzeitig andere Sprachwandlungen wahrnehme, die keinerlei gesellschaftliche Ungleichheiten als Hintergrund haben. In der Alltagssprache gender ich überlicherweise nicht, im Arbeitskontext versuche ich darauf zu achten, auch um meine Umwelt zu sensibilisieren. Bei vorbereiteten Texten (Schriftsprache, Podcasts) wünsche ich mir diese Sensibiltät durch die Kulturschaffenden - und erwarte sie bis zu einem gewissen Grad auch. Ich möchte ja auch nicht, dass schlecht mit "behindert", Franzosen mit "Froschfresser" oder sensible Menschen mit "schwul" tituliert werden - das nennt man wohl zivilisiertes Benehmen.

So, ich glaube das waren genug Argumente.[/zitat]

[zitat]Commandos Caesar schrieb am 12.03.2026, 20:59:
[zitat]Sir_Brennus schrieb am 12.03.2026, 18:19:
[zitat]mark208 schrieb am 12.03.2026, 12:54:
Wenn du es toll findest, dann kämpf mit sachlichen Argumenten.
[/zitat]

Also erstens kämpfe ich nicht, sondern diskutiere, zweitens habe ich nur geschrieben, dass ich Gendern gut finde und mir die Einstellung der Spieleveteranen zu Veränderungen ganz allgemein nicht gefällt.

Aber bitte, wenn du möchtest: Sprache konstruiert Realität und reproduziert tradierte Ungleichheiten. Der Rückzug auf "Das generische Maskulinum meint doch alle und ist nur eine grammatikalische Konstruktion" ist viel zu kurz gegriffen. Die Frage ist doch viel eher, warum ist das eine tradierte Konvention? Weil Frauen im Sprachgebrauch eben nicht mitgedacht wurden, da sie jahrhundertelang gesellschaftlich irrelevant und unsichtbar waren. Niemand kann mir heute verkaufen, dass wenn man das Wort "Pilot" hört, die zugehörige Assoziation eine Frau ist, ob wohl es eine Menge Pilotinnen gibt. Männer sollten sich daher einfach fragen, ob sie sich mitgedacht fühlen, wenn man ausschließlich das Femininum benutzt - was geschlechtergerechte Sprache gerade eben nicht tut.

Sprache verändert sich - das Verhältnis zur Gesellschaft ist wechselseitig beinflussend. Leider habe ich Koselleck nicht mehr erleben dürfen (er wurde Jahre vorher emeritiert), habe sein Werk aber wahrgenommen und die generelle Feststellung ist nicht zu verneinen.

Rein ästhetisch sehe ich kein Problem, wenn ich gleichzeitig andere Sprachwandlungen wahrnehme, die keinerlei gesellschaftliche Ungleichheiten als Hintergrund haben. In der Alltagssprache gender ich überlicherweise nicht, im Arbeitskontext versuche ich darauf zu achten, auch um meine Umwelt zu sensibilisieren. Bei vorbereiteten Texten (Schriftsprache, Podcasts) wünsche ich mir diese Sensibiltät durch die Kulturschaffenden - und erwarte sie bis zu einem gewissen Grad auch. Ich möchte ja auch nicht, dass schlecht mit "behindert", Franzosen mit "Froschfresser" oder sensible Menschen mit "schwul" tituliert werden - das nennt man wohl zivilisiertes Benehmen.

So, ich glaube das waren genug Argumente.[/zitat]

Lieber Sir_Brennus, du solltest am besten ganz schnell nach dem Fluchtweg aus deinem linken Gedankenlabyrinth suchen, bevor du dich so sehr darin verirrst, dass du da nicht mehr raus findest ;-)

Wie immer bei dem "Gender"-Thema gibt es bei den Befürwortern extrem viel Haltung, Gratismut und Empörung in Kombination mit jeder Menge Unwissenheit und Faktenleugnung. Ich persönlich gehe sogar soweit, dass für mich das "Gendern" zum Ausweis eines niedrigen Bildungsstands geworden ist und ich die Befürworter mittlerweile strikt "cancel", beruflich wie privat.

Zu deinen Argumenten:

1. "Sprache konstruiert Wirklichkeit" ist kein wissenschaftlicher Fakt, sondern eine philosophische bzw. linguistische HYPOTHESE, für die es Argumente dafür, wie auch dagegen gibt.

2. Warum ist das generische Maskulinum tradierte  Konvention? Sprache ist das wichtigste Mittel der zwischenmenschlichen Kommunikation und dient in erster Linie der schnellen und präzisen Informationsübermittelung. Was ist wohl der schnellste, kürzeste und einfachste Weg eine große undefinierte Gruppe anzusprechen?
a) Liebe Forscherinnen und Forscher...
b) Liebe Forscher_Innen...
c) Liebe Forschenden...
d) Liebe Forscher...
Also rein von der gesprochenen Silbenanzahl fällt die Antwort eindeutig zu Gunsten von d) aus. Voila das generische "Maskulinum" wurde geboren.

3. Das Frauen sprachlich nicht mitgedacht wurden, weil sie jahrhundertelang gesellschaftlich irrelevant und unsichtbar waren ist eine linke bzw. feministische Lüge und widerspricht jeglicher historischen Wahrheit.

Wenn du als Gamer mal das aktuellste Civilization 7 angepackt hättest, dann würden dir jede Menge weibliche Führungsfiguren der fernen und jüngeren Vergangenheit wie Katharina die Große von Russland, Isabella von Spanien, Hatschepsut von Ägypten, Lakshmibai von Indien, Sayyida al-Hurra von Marokko, Trac Trung von Vietnam, Himiko von Japan und viele mehr begegnen. Von 2000 v.Chr. (Pharaonin Nofrusobek) bis 2021 n.Chr. (Bundeskanzlerin Angela Merkel) hat es in den letzten 4000 Jahren Menschheitsgeschichte schon immer starke Frauen in prominenten Führungsfunktionen gegeben. Die waren alles andere als unsichtbar oder irrelevant.

4. Wenn man "Pilot" (Substantiv Singular) hört denkt man selbstverständlich an einen Mann, da das weibliche Gegenstück "Pilotin" wäre. Und bei "Piloten" (Substantiv Plural) denkt man an eine große Gruppe, die rein männlich oder gemischt sein kann. Ob es eine Menge Pilotinnen gibt ist im Übrigen Ansichtssache. In Deutschland gibt es zur Zeit ca. 600 Berufspilotinnen. Insgesamt sind nur 5 bis 7 % der Piloten in Deutschland weiblich. Weltweit sind 6 % der Piloten weiblich.

5. Das Sprache sich mit der Zeit verändert ist eine sogenannte Binsenweisheit, die niemand abstreitet, bspw. das Wort "geil" bedeutete vor 50 Jahren sexuell erregt, heute bedeutet es toll oder gut. Die Frage ist nur ob Veränderung auf natürlichem gesellschaftsverträglichem Wege geschieht, oder von linken Kulturkämpfern mit moralischem Druck erzwungen werden soll.

6. Es ist ja schön, dass DU ästhetisch kein Problem mit "Gendersprache" hast, andere haben das sehr wohl. Aber abseits von aller Ästhetik, sind die grammatikalischen Probleme, die durch das "Gendern" entstehen viel gravierender. Als Beispiel seien hier die Radfahrer genannt, die "gendersensibel" zu "Radfahrenden" werden.

"Radfahrende" ist ein substantiviertes Partizip und führt zu einer Bedeutungsverschiebung (Präsens-Problem). Das Partizip I (,,-end") drückt eine Handlung aus, die gerade jetzt im Augenblick stattfindet. ,,Radfahrende" bedeutet, dass die Personen in diesem Augenblick fleißig in die Pedalen tretend auf dem Rad sitzen. Ein ,,toter Radfahrender" oder ein haltender "Radfahrender" ist somit ein logischer Widerspruch und daher sprachlicher Unsinn.

PS: Der Begriff "Kulturschaffende" entstand im Übrigen 1933/34 im Nationalsozialismus, sollte dort sprachsymbolisch "Tatkraft" propagieren und wurde dann später in der DDR weitergenutzt. Das korrekte Wort hierfür lautet Künstler. Als Oberbegriff umfasst es Autoren, Musiker, Maler, Darsteller, Bildhauer, Schauspieler, ja sogar Podcaster beider Geschlechter ;-)[/zitat]

[zitat]Ingo schrieb am 13.03.2026, 08:59:
[zitat]Commandos Caesar schrieb am 12.03.2026, 20:59:
Lieber Sir_Brennus, du solltest am besten ganz schnell nach dem Fluchtweg aus deinem linken Gedankenlabyrinth suchen, bevor du dich so sehr darin verirrst, dass du da nicht mehr raus findest ;-)[/zitat]

Was soll denn dieser persönliche Angriff? Und Dein ironisches "Lieber" sowie Zwinkersmiley sind auch nicht angebracht. Stell Deine Schnappatmung und Überheblichkeit mal ganz schnell ein.[/zitat]






Anna L.

#1
Zitat von: Sir_Brennus in 13.03.2026, 09:44Sir_Brennus schrieb am 12.03.2026, 18:19:
Sprache konstruiert Realität und reproduziert tradierte Ungleichheiten.

Ich will dir auch gar nicht erklären, warum. Bringt ja nix. Außer vielleicht, dass uns diese Mentalität in den Abgrund führt. Dabei geht es nicht nur ums Gendern, sondern um all den tödlichen Unsinn, der im Rahmen dieser kompletten Verblödung schon entstanden ist und entstehen wird.



Herr Planetfall heißt im echten Leben gar nicht so!

mark208

Lasst uns doch bitte weiter sachlich diskutieren, da braucht es weder den Micro-Aggro Ingo, der aus einem ellenlangen text mit Argumeten einen Satz rauspickt oder Anna L, die jemanden mit einer anderen Meinung erklärt, dass er nichts verstanden haben. Beide Seiten haben sachliche Entgegnungen verdient, dort kann man dann aber auch mal einen Satz überspitzt ausdrücken ohne dass Leute, die sich nicht selbst einbringen möchten versuchen, die Gegenseite zu diskreditieren.

Retro1971

Gaz allgemein gesagt: Wo gegendert wird, bin ich raus. Das regt mich nur auf und nimmt mir jegliche Lust mich, mit egal was, zu beschäftigen.

Retro-Nerd

In einem Mister Discord Chat sprachen die immer von "They". Bis ich irgendwann kapiert hatte, das damit tatsächlich immer eine einzelne Person (über die geredet wurde) gemeint war. Spätestens da bin ich raus. Sollen die sich so betiteln, nicht meine Welt. Ignoriere ich auf jeden Fall.
Rollenspiel Experte Cassidy meint: "Ich stehe sogar nachts auf und zocke Dragon Age Origins im Kettenhemd am PC."
Rektum hat keinen Arsch in der Hose!
Herr Planetfall ist ein moderner Kaspar Hauser.
Greg weiß nix!

Oh Dae-su

#5
Ich würde ja gerne wissen, warum diese Diskussion ausgerechnet wegen des "Stay Forever-Podcast" angefangen hat.
Die Stammsprecher dort gendern so gut wie nicht, und wenn sie Zuhörerinnen erwähnen, sollte das wohl selbstverständlich sein, da sie ja auch weibliche Hörer haben.

Bei Podcasts stört mich das Gendern kaum, aber Ausnahmen gibt's natürlich. Manche Sprecher:Innen haben es ja so verinnerlicht, dass sie beim Plappern nicht bedenken, dass es in manchen Bereichen keine Frauen gibt. So sprach mal ein Nahost-Experte im Fernsehen von den "Kämpfer-innen und Kämpfern" der Taliban.  :rolleyes:
Fehlt nur noch Päpst-innen und Päpste in Rom.

Aber im Allgemeinen sollten sich Männ- und Weiblein in Podcasts gleichermaßen angesprochen fühlen. Am Allerbesten ist, schlicht über das Thema zu reden, ohne die Geschlechter der Hörer und -Innen im Hinterkopf zu haben. Ein Wolfgang M. Schmitt z.B. redet in seinen Filmanalysen in einer Tour ohne gendern zu müssen.


"Man ist so lange nicht betrunken, wie man auf dem Fußboden liegen kann, ohne sich festzuhalten." - Dean Martin

Rockford

Ist "Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen" wirklich besser?

Retro1971

#7
Zitat von: Rockford in 13.03.2026, 13:24Ist "Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen" wirklich besser?
Warum reicht denn "Liebe Zuhörer" nicht? Alles andere ist für mich reiner Blödsinn.
Oder gibt es wirklich Frauen, die sich davon nicht angesprochen fühlen- und die das stört?
"Zuhörer" sind für mich ALLE die zuhören. Egal ob Mann, Frau, Hund oder Alien.

cassidy

Ich bitte darum, im Sinne eines fruchtbaren Austausches, Niemanden persönlich anzugreifen, zu beleidigen oder zu diffamieren.
Das sollte möglich sein!

@Anna:
Ich habe Deinen Kommentar dahingehend verändert, erwarte aber, dass Du da, in Zukunft, selber drüber nachdenkst, bevor Du persönlich wirst!
Emotionen sind gut, aber, man kann, gerade bei einer solchen Diskussion, durchaus sachlich bleiben.
Wir sind alle alt genug dazu!
"Der Antichrist kommt als Frau, im Körper eines Mannes mit sieben Schwänzen und sieben Köpfen..."

mark208

Das Grundproblem ist, dass man eine gemischte Gruppe eben nicht mit Liebe Leute oder sehr geehrte Leute anspricht SEhr geehrte Herren kann man auch schlecht als generisches Maskulinum verkaufen, sodass sich das sehr geehrte Damen und Herren eingebürgert hat, was dann seine Nachahmung in lieber Zuschauerinnen und Zuschauer hat, aber schon ungelenk wirkt.

Zuschauer ist ein gutes Beispiel, möchte jemand echt behaupten, wenn es heißt, beim Grönemeyer Konzert im Ruhrstadion waren 30000 Zuschauer, dass irgendjemand glaubt, es wären keine Frauen anwesend gewesen? Es ist eher die Erwartungshaltung oder die Kenntnis oder Unkenntnis die solche Fehlschlüsse produziert.

Und Sprache ist eben einerseits durch Duden und Co gesteuert, aber letztlich auch was im Konsens stattfinden muss. Die BEfürworter finden immer neue Ausreden, nicht den Konsens zu suchen, sondern auf einer mikroaggressiven Ebene zu spalten. So überleben sie meistens auch die Diskussionen, weil irgendwann immer einer Kommt und dummes Zeug erzählt, was dann die Standardkonter, alter weißer Mann und du bist kein guter Mensch eröffnet und vor Differenzierung rettet.

Letztlich kann man sich doch mal Fragen, warum so viele Frauen immer noch die derzeitigen Gendervorschläge ablehnen. Warum soviele Schriftsteller und Leute, die eben mit Sprache arbeiten es als Ungetüme ablehnen. Der Pöbelkonter der Befürworter ist dann falsch abgebogen, oder der die war noch nie gut usw. Bloß nicht zugeben, dass die bisherigen Vorschläge ungeeignet bis hin richter Unsinn sind.

Außerdem schwingt da so eine gewisse Geringschätzung seiner Mitmenschen mit, Stell dich ncht so an, das tut dir nicht weh, was erlaubst du dir, eine andere Meinung zu haben. Letztlich will man es mit Gewalt durchsetzen, indem man Druck erzeugt, was dem Argument Sprache verändert sich widerspricht, wenn das so wäre, würden nicht immer noch die Mehrheit die Vorschläge ablehnen.

SChade ist halt, dass der gute GEdanke einer geschlechtergerechten Sprache geopfert wird um Streit zu stochern.




Retro1971

#10
Zitat von: mark208 in 13.03.2026, 18:06Das Grundproblem ist, dass man eine gemischte Gruppe eben nicht mit Liebe Leute oder sehr geehrte Leute anspricht SEhr geehrte Herren kann man auch schlecht als generisches Maskulinum verkaufen, sodass sich das sehr geehrte Damen und Herren eingebürgert hat, was dann seine Nachahmung in lieber Zuschauerinnen und Zuschauer hat, aber schon ungelenk wirkt.
Bei uns im Ort wird man z.B. auf Bürgerversammlungen mit "sehr geehrte Anwesende" oder eben "liebe Anwesende" angesprochen.
Wenn hier jemand gendert, wird der aber auch schon mal ausgepfiffen- weshalb das wohl niemand mehr macht...
Wobei das gewohnte "Damen und Herren" als Ansprache auch nicht verkehrt wirkt- wahrscheinlich, weil man es schon gewohnt ist.  ;)

PsychoT

Gendern ist nur was für Linksextremisten und radikale Feministen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Das generische Maskulin ist vollkommen geschlechtsneutral! Nur Debile, die sich über Fake-News-Portale wie dem ÖRR informieren, folgen diesem radikalen Schwachsinn, den knapp 90% der Bevölkerung, unabhängig vom Geschlecht (von denen es natürlich nur 2 gibt), ablehnt. Ich verachte alle, die gendern, und entferne sie aus meinem Umfeld. Außerdem wird alles boykottiert, bei dem Gendersprache verwendet und damit die Sprache verunstaltet wird. Bei mir ist es auch so, dass ich keine Geschäfte mit Firmen, die gendern, mache. So habe ich z.B. statt bei einem gendernden Stromanbieter, der mich als Kund*in bezeichnet, zu unterschreiben, lieber einen teureren Vertrag bei einem anderen Anbieter abgeschlossen. Scheiße darf keinesfalls unterstützt werden.

cassidy

Ich lehne das Gendern alleine deshalb ab, weil ich es für absoluten Blödsinn halte, der Gräben schafft, wo keine sein müssen, Geld vernichtet,  wo unnötig, Leute gegeneinander aufhetzt,  wo nie ein Problem war.
Wir leben immer noch, meines Erachtens,  in einer Gesellschaft,  Gemeinschaft die die Werte der Mehrheit, nicht der Minderheit vertritt.  Das Gendern zu fordern, ist wie die katholische Kirche zu beschimpfen.  Es schafft Aufmerksamkeit, man kann sich kühn und reaktionär fühlen, schlau und emotional entfacht,  weiß aber auch, dass man dies aus der Position der absoluten Sicherheit machen kann. Es passiert einem nix. Es ist der sagenhafte Gratismut.  Weil es den Meisten,  so wie mir auch, völlig egal ist, was so beseelte Menschen denken. Und dieses Wissen, um die Gleichgültigkeit,  treibt diejenigen noch weiter an. Macht sie fuchsig und radikalisiert sie. Firmen und Politik springt ebenfalls drauf an, weil es nix kostet.  Es ist billig. Und, letztlich, auch wirklich egal! Ich gendere nicht. Mir ist es aber völlig latte, wenn Manche, Wenige, in ihrer Fantasiesprache brabbeln wollen.  Ich höre nicht hin, verstehe sie nicht, überlege aber, ob ich klingonisch lerne um damit zu antworten. 
"Der Antichrist kommt als Frau, im Körper eines Mannes mit sieben Schwänzen und sieben Köpfen..."

Retro-Nerd

#13
Ohne Internet würde es den ganzen Quatsch nicht geben. Auch diesen wehleidigen Empörungstourismus nicht, über alles mögliche und unwichtige. Speziell soziale Medien sind pures Gift für das miteinander. Wer am lautesten schreit wird gehört, egal ob sinnvoll oder nicht.

Selbstverständlich sind viele Wörter geschlechtsneutral, dazu gehören z.B. auch Berufe. 
Rollenspiel Experte Cassidy meint: "Ich stehe sogar nachts auf und zocke Dragon Age Origins im Kettenhemd am PC."
Rektum hat keinen Arsch in der Hose!
Herr Planetfall ist ein moderner Kaspar Hauser.
Greg weiß nix!

cassidy

Deswegen nutze ich keine sozialen Medien! Völlig belanglos der Kack! Gerne könnte das Internet abgeschaltet werden. Ich wäre zufrieden!
"Der Antichrist kommt als Frau, im Körper eines Mannes mit sieben Schwänzen und sieben Köpfen..."