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User-Kommentare: (77)Seiten: [1] 2 3 4 5   »
13.07.2016, 18:18 [PaffDaddy] (745 
der eine heuchelt halt so und der andere so
13.07.2016, 15:17 Gunnar (397 
Die Argumentation aus der Bildzeitung ist aber wieder auch mal großartig: Das Spiel ist alleine schon deshalb verwerflich, weil Gerüchten zufolge polnische Extremisten daran mitarbeiten?! Und davon abgesehen steckt mal wieder die Bild-übliche Bigotterie in diesem Artikel. Nein, den Trailer zu "Hatred" möchte man uns vorenthalten - das ist ja so brutal! Aber wenn in Spanien ein Torero aufgespießt wird, dann zeigt man uns doch gerne bewegte Bilder. Meine Herren: DAS ist viel kranker als jedes Spiel.
13.07.2016, 13:52 SarahKreuz (7232 
Und? Sehr viele Filme dürften ohne Literatur als Inspiritationsquelle gar nicht existieren. Und wenn Blind Guardian 'Das Silmarillion' musikalisch als Metal-Konzeptalbum verwursten, geht's gleich ins nächste Medium über. Und hat noch viel weniger mit dem Thema Killerspiele zu tun, wo ich direkt ins Geschehen eingreife.

Und dann kommt Cassidy. Mit seiner Mod-Peitsche. Wie Indiana Jones! Er grollt "Off Topic!!!", schlägt mit Peitschenschlag +8 in die Menge .....
Wir bauen am besten schon mal den Walker hier auf, um uns dagegen verteidigen zu können.
Kommentar wurde am 13.07.2016, 13:53 von SarahKreuz editiert.
13.07.2016, 09:41 Bren McGuire (4416 
Klar, Filme sind nicht interaktiv, Spiele sind es. Allerdings dürfte es in einigen Fällen das eine ohne das andere nicht geben. Bestes Beispiel "Grand Theft Auto: Vice City" - alleine der Name sagt schon, auf welchen Wurzeln der Titel beruht. Ohne "Miami Vice" (ah, der Filme-Quatscher in mir mal wieder!) kein "Vice City", so einfach ist das! Und ohne die Hollywood-Figur Indiana Jones wären uns doch glatt zwei der besten Adventures durch die Lappen gegangen! Und gerade bei letzterem Beispiel dürften zweifelsohne sehr viele Bezüge zwischen Film und Spiel gezogen werden - auch wenn das Thema "Brutalität" bei dieser Figur natürlich (fast) außen vor bleibt. Wobei hier wiederum die unschöne Begleiterscheinung "Nazis" dem einen oder anderen sauer aufstoßen könnte - und zwar bei beiden Medien!
Kommentar wurde am 13.07.2016, 09:45 von Bren McGuire editiert.
13.07.2016, 06:33 SarahKreuz (7232 
Vergleiche mit brutalen Filmen ziehe ich da gar nicht (mehr). Das ist im Grunde albern - der Aspekt der Interaktivität geht einem Streifen doch komplett flöten. So ein ultra-brutaler Film stört mich doch höchstens bei der Interaktivität Popcorn in mich reinzuschaufeln. Erstaunlich, dass der Vergleich selbst hier - auf ner total nerdigen Gaming-Webseite - gezogen wird. Aber ich glaub, Bren hatte einfach nur wieder Bock über Filme zu quatschen.

Konkalit schrieb am 12.07.2016
ABER: Was die Berichterstattung in den Medien angeht, die ist ja wohl gleichermaßen unter aller Sau. Dort wurd ja selbst World of Warcraft schon als Killerspiel tituliert

Ja, total. Das war furchtbar. Deswegen bin ich auch froh, dass die Debatte um Hatred hauptsächlich nur intern stattfand. Also im Kreise von Spielern. Da gab's zwar immer noch ein Paar seltsame Ansichten ... aber so Lacher wie "WOW=Killerspiel" blieben da aus. Ich muss heute noch lachen, wenn ich die Erklärungen von diesem Typen (Name vergessen) höre/lese, der World of Warcraft als derben Kriegsschauplatz beschreibt. Ganz großes Kino! Als ob der gelernte Maurer plötzlich erklärt, was so im Marketing/Managment einer Bank abgeht. Oder umgekehrt.

@Viscera Der Vergleich mit GTA ist mir auch in den Sinn gekommen. Der ist ja auch völlig richtig. Wer ist da denn spaßeshalber mal NICHT Amok gelaufen??? Natürlich ist das in diesem Gangster-Epos nur optional. Ich kann das Spiel auch möglichst friedlich daddeln, ein paar harmlose Botenjunge-Aufträge annehmen und ansonsten nur mit irgendwelchen Karren durch die Stadt cruisen. Aber ich find es auch ziemlich heuchlerisch, das als Argument in den Raum zu werfen, wie es einige Gamer ja durchaus gemacht haben. Niemand spielt GTA so 40 Stunden am Stück! Deswegen, ja: wir liefen auch schon vor Hatred Amok. Bin mir gerade nicht 100% sicher...aber ich glaub, schon GTA 1 hatte diesen Amoklauf-Modus drinne, wo man innerhalb kürzester Zeit möglichst viel Schaden anrichten musste.

Hatred muss ich trotzdem nicht zocken. Da ist mir der Fokus einfach ZU sehr auf brutales abschlachten gerichtet. Ich weiß nicht, ob ich das (wie bei einem Mortal Kombat) einfach ausblenden kann, und nur noch den spielerischen Kern dahinter sehe. Aber falls das jemand kann: nur zu. Es ist schließlich nur ein Spiel.

Edit: Apropos...falls hier jemand mitliest, der's noch nicht gesehen hat: Es gab mal eine gut gemachte Doku im Fernsehen, in der u.a. Gunnar Lott und Budi von den Rocket Beans zu Wort kamen. Ist mittlerweile auf Youtube: https://m.youtube.com/watch?v=pyNGUbWJ7d8
Kommentar wurde am 13.07.2016, 08:43 von SarahKreuz editiert.
12.07.2016, 22:02 v3to (497 
Also, ich sehe bei der Diskussion um Hatred und GTA eigentlich nur, dass es bei beiden Spielen um Inhalte geht, die ich aus moralischer Sicht gleichermaßen ablehnen 'würde'. Mafia oder Amoklauf - das sind so Bereiche, bei denen ich garnicht mehr unterscheiden mag, ob eins besser oder schlechter ist. Sind beides nicht meine Spiele, wobei ich Hatred schon alleine wegen der aalglatten Inszenierung nicht anpacken würde und mir Folter bzw dieses Hilflose-Opfer-Töten zuwider ist. Vielleicht schizzophren, aber als passiver Zuschauer in Filmen stört mich das meist weniger. Mit Tarantino-Filmen oder sowas, wie Natural Born Killers habe ich kein Problem.

Btw Expendables finde ich eine ziemlich coole Filmreihe, auch wenn der dritte Teil imo zu sehr auf Mainstream gebürstet wurde. Das tut so dem trashigen 80er-Jahre-Macho-Klischee, von dem die ersten beiden Teile leben, nicht gut. Mir hat es jedenfalls richtig viel Spaß gemacht, die Helden meiner Jugend alle auf einem Haufen in Action zu sehen.
12.07.2016, 20:50 Bren McGuire (4416 
Ist doch so ähnlich wie mit den Filmen von Quentin Tarantino: Allesamt brutal, trotzdem von der Fachpresse umjubelt, nicht selten bereits ab 16 Jahren freigegeben, da Prädikat: "Besonders empfehlenswert". Ob jene Filme nun anspruchsvolle Unterhaltung, Kult oder vielleicht doch nur übelste Gewaltorgien ohne jeglichen intellektuellen Nährwert darstellen, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist: Würde ein anderer, nicht so gefeierter Regisseur solch ein Werk abliefern, sähe es in Sachen breiter Akzeptanz von Seiten der Kritiker und dem Publikum wohl anders aus.

"Grand Theft Auto" ist mittlerweile zum Massenphänomen herangereift, garantiert Bestnoten und Spitzenabsätze, was gibt es da noch groß zu sagen? Würde sich ein Magazin wirklich erlauben, einen Titel dieser Reihe aufgrund seiner Brutalität schlechtzureden; die Auflage wäre spätestens bei der nächsten Ausgabe im Keller! Es geht nicht etwa darum, ob hier gewisse Toleranzgrenzen überschritten werden - über solcherlei "Kleinigkeiten" ist "GTA" schon längst hinausgewachsen - es geht nur noch ums große Ganze, sprich: ums Endprodukt, und ob es ein weiteres Mal die hochgesteckten Erwartungen erfüllen oder gar übertreffen kann.

Würde das nächste "Grand Theft Auto" sich die momentanen Rassenunruhen in den USA zu eigen machen, und man würde unter anderem in die Haut eines Schwarzen schlüpfen, der Jagd auf weiße Polizisten macht bzw. der umgekehrte Fall - klar, ohne Zweifel würde ein Aufschrei des Entsetzens durch die Menge gehen! Trotzdem, zu einer Indizierung oder gar zu einem Verkaufsstopp würde es bestimmt nicht führen, da bin ich mir ziemlich sicher. Ist halt genauso, wie mit der Folterszene aus Teil 5: "Widerlich, wie könnt ihr nur? Schämt euch!" Und doch, gespielt hat man sie trotzdem, man will ja schließlich weiterkommen - also, Augen zu (oder auch nicht) und durch...

Für gewisse Personen bzw. Firmen aus dem Film- und Spiele-Business gelten bestimmte Regeln, oder besser gesagt Tabus, eben nicht länger. Sie sind zu gewichtig für die Industrie, genießen ein zu hohes Ansehen und spülen viel zu viel Geld in die Kassen, als dass man sie allen Ernstes in Verruf bringen würde...

Dass man sich hin und wieder ein schwarzes Schaf wie "Hatred" herauspickt, um einmal mehr mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln, ist doch lediglich die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt. Allein schon der Name des Spiels qualifiziert es geradezu dafür, einen mehr als würdigen Sündenbock abzugeben, an dem sich die Presse ausgiebig weiden kann. Fest steht: Sowohl in diesem Game wie auch in "Grand Theft Auto" wird die Brutalität regelrecht zelebriert, nur die Art und Weise, oder besser gesagt: die Inszenierung, wird bei der Rockstar-Produktion um ein Vielfaches anspruchsvoller (man könnte auch sagen, verführerischer) präsentiert!

...womit wir wieder bei Mr. Tarantino wären: Dem steht mittlerweile ein Millionen-Dollar-Budget zur Verfügung, um seine Werke entsprechend kunstvoll auszuschmücken bzw. die jeweiligen Rollen mit einer berühmten und vor allem talentierten Schauspielerriege zu besetzen. Und natürlich ist auch sein mittlerweile fast schon legendäres Ansehen, welches er genießt, nicht zu verachten. Es dürfte wohl nur sehr wenige Hollywoodstars geben, die nicht in einem seiner Filme mitspielen wollten. Bei Filmen aus der Feder eines Sylvester Stallone sieht es wahrscheinlich ein bisschen anders aus: Die "The Expandables"-Trilogie setzt sich zu einem großen Teil aus längst abgehalferten Ex-Stars zusammen, die nur allzu gern dazu bereit waren, mal wieder in einer vergleichsweise großen Produktion mitzuspielen. Innerhalb dieses "elitären" Kreises konnte sich Mr. Stallone die Rosinen freilich herauspicken; Schauspieler (also richtige) vom Schlage eines Samuel L. Jackson, Jamie Fox oder Christoph Walz hätte er wohl kaum für sich gewinnen können. Na ja, und was den guten Mr. Gibson angeht: Wirklich schade, ihn in einem solchen Streifen zu sehen, obgleich es gerade ihm und seinen immer noch witzigen Sprüchen zu verdanken ist, dass "Expendables 3" nicht zum völligen Totalausfall degeneriert ist...

Trotzdem, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass jene Filmreihe ebenfalls so einiges gekostet hat und alles andere als ein Flop an den Kinokassen darstellte! Dennoch, ein künstlerisches Ansehen dürfte die Serie wohl kaum genießen, was wiederum dazu führt, dass jene Filme eben nicht eine ab 16-Freigabe erlangten und von bestimmt nicht wenigen als "tumbe Unterhaltung der untersten Schublade" aufgefasst werden. Ein Sylvester Stallone ist nun mal kein zweiter Tarantino, die - wenn auch prominente - Besetzung kein besonders talentierter Cast (zumindest schauspielerisch) und die Handlung auf Vorschulniveau. Und für einen solchen Film geht das auch völlig in Ordnung! Trotzdem, allgemein betrachtet sind Stallone-Produktionen in erster Linie "Dumme Jungen"-Streifen, wohingegen "Pulp Fiction", "Kill Bill" und "Django Unchained" als wahre Meisterwerke durchgehen. Eben so verhält es sich auch mit der "Grand Theft Auto"-Reihe: Einmal König, immer König - und der kann bekanntlich tun und lassen was er will!
Kommentar wurde am 12.07.2016, 20:55 von Bren McGuire editiert.
12.07.2016, 20:02 [PaffDaddy] (745 
kann man schon. dank vpn kein problem.

aber "zensur findet nicht statt"
Kommentar wurde am 12.07.2016, 20:16 von [PaffDaddy] editiert.
12.07.2016, 19:49 Konkalit (97 
Nö das Spiel war ganz in Ordnung, nix herausragendes aber eben mitnichten so ein Totalflop. Ein wenig Rahmenhandlung und Background oder "richtige" Nebenquests hat mir schon gefehlt aber technisch war das Spiel in Ordnung. Blöd nur dass man es in Deutschland nicht mehr spielen kann.
12.07.2016, 19:40 [PaffDaddy] (745 
und sind wir doch mal ehrlich: ist hatred nen schlechtes game (gameplay, gfx, sound)?
ich finde nicht.
und das zählt.
der rest ist ansichtssache. wie bei jeder kunst...
12.07.2016, 16:16 Konkalit (97 
Viscera schrieb am 12.07.2016, 14:57:
SarahKreuz schrieb am 12.07.2016, 09:22:
An Walker musste ich übrigens denken, als die Debatte um dieses Amokläufer-Spiel losging. Mir schwebte da so eine Überschrift wie "Wir laufen schon lange Amok!" im Kopf herum und ich fing an, mir viele Spiele aus dem Gedächtnis zu notieren, um daraus eine Blog-Kolumne zu basteln. Die sollte sich zwar ganz klar von 'Hatred' distanzieren ... aber auch aufzeigen, dass wir solche Games schon lange zocken. Walker ... so ganz ohne Anleitung und Hintergrundgeschichte ... kam mir damals schon wie ein einziges terroristisches Blutbad vor, dass ich mit Maus & Tastatur anrichtete. Da fallen einen automatisch ein Dutzend Spiele ein, die man (wenigstens Interpretations-mäßig) in die gleiche Schublade stecken konnte. Selbst so verrückt-spaßige Sachen wie Rampage.

Am Ende hab ich's aber dann doch sein lassen. Irgendwie fühlte sich JEDER dazu berufen, zum Thema Hatred Stellung zu beziehen. Die Gaming-Community (und im speziellen natürlich due schreibende Zunft) stand da so geschlossen und geballt mit Artikeln und Videos an der Front, da brauchte es nicht noch zusätzlich einen weiteren kleinen Blog-Post von mir. Was ich übrigens ganz gut fand. Durch diese Welle der Empörung nach "draußen" ist eine erneute Killerspiel-Debatte schon im Keim erstickt worden. Diejenigen, die pro-Hatred waren, waren in so lächerlich geringer Zahl, dass ihre (kleinen) Stimmen gar nicht erst wahrgenommen wurden.

Ach ja, die Hatred-Debatte. In vielen Shootern ballert man Menschen als designierte Gegner über den Haufen, in Spielen wie GTA ist auch das Abschlachten von "Unschuldigen Menschen" Gang und gebe, ohne dass es jemanden stört aber Hatred ist das pure böse in Form eines Spiels. Wirklich ein Zirkus widerwärtigster Scheinheiligkeit. Da sind mir "Killerspieldebatten" sogar lieber. In denen sind die "Gegner" wenigstens gegen alle gewalttätigen Spiele. Tatsächlich habe ich sogar das Gefühl, dass sie gar nicht mal so unrecht haben. Ein gestörtes Verhältnis zum Thema Gewalt ist zumindest das einzige, mit dem ich mir die Scheinheiligkeit um Hatred erklären kann.

Ohne Kontext wirkt Walker tatsächlich relativ ähnlich (auch wenn es keine Zivilisten gibt). Es sieht so aus, als würde man ohne Grund einer Stadt den Erdboden gleichmachen und die Soldaten versuchen einen daran zu hindern noch mehr Schaden anzurichten. Das "Berlin 1944" am Anfang stellt dann aber doch den richtigen Kontext her und man kann sich leicht denken, dass man gegen Nazis kämpft (lediglich wie ein Mech in den 2. Weltkrieg gelangt ist ist unklar).


Da geb ich dir Recht, was das Verhältnis von Spielen wie GTA zu Hatred angeht. Gut, Die Grand Theft auto Reihe ist eigentlich durch die Bank auch ab 18 aber trotzdem wird ja auch in den breiten Medien gehyped sobald es einen neuen Teil gibt. Spiele wie Hatred hingegen finden nur verachtende Worte in kurzen Passagen und das wars. Ist das Töten in GTA legitimiert weil es ja sowas wie eine "Story" gibt (meist eben der böse Mafioso der sich seinen Aufstieg in der Unterwelt verdient grob umfasst) während man in Hatred eben nur stumpf Amok läuft. Das Problem gab es bei Postal damals auch schon während dieses meiner Meinung nach eh cartoonesk überzeichnet und satirisch in seiner Gewaltdarstellung war und zudem einige sehr nette schwarzhumorige Spitzen auf die damalige USA-Politik bot. Ein Spiel wie Manhunt hingegen war trotz einer großen Marke wie Rockstar ebenso geächtet und durfte nachher sogar nicht mal mehr angeboten, vertrieben oder besessen werden, es wurde aufgrund seiner (für 2003er Verhältnisse) extrem realistischen und sowohl detaillierten als auch Umfangreichen Tötungsszenarien so berühmt. Obwohl es auch eine hervorragende KI und spannende Stealth-Passagen bot war es auch sowas wie ein Stiefkind im Vergleich seines großen Bruders GTA und fand nur nur hart gesottenen Zockern, Rockstar-Komplettisten und einigen Insidern Anklang. Insofern geb ich dir Recht was den Stellenwert von eben diesem oder jenem Killerspiel angeht.

ABER: Was die Berichterstattung in den Medien angeht, die ist ja wohl gleichermaßen unter aller Sau. Dort wurd ja selbst World of Warcraft schon als Killerspiel tituliert
12.07.2016, 14:57 Viscera (31 
SarahKreuz schrieb am 12.07.2016, 09:22:
An Walker musste ich übrigens denken, als die Debatte um dieses Amokläufer-Spiel losging. Mir schwebte da so eine Überschrift wie "Wir laufen schon lange Amok!" im Kopf herum und ich fing an, mir viele Spiele aus dem Gedächtnis zu notieren, um daraus eine Blog-Kolumne zu basteln. Die sollte sich zwar ganz klar von 'Hatred' distanzieren ... aber auch aufzeigen, dass wir solche Games schon lange zocken. Walker ... so ganz ohne Anleitung und Hintergrundgeschichte ... kam mir damals schon wie ein einziges terroristisches Blutbad vor, dass ich mit Maus & Tastatur anrichtete. Da fallen einen automatisch ein Dutzend Spiele ein, die man (wenigstens Interpretations-mäßig) in die gleiche Schublade stecken konnte. Selbst so verrückt-spaßige Sachen wie Rampage.

Am Ende hab ich's aber dann doch sein lassen. Irgendwie fühlte sich JEDER dazu berufen, zum Thema Hatred Stellung zu beziehen. Die Gaming-Community (und im speziellen natürlich due schreibende Zunft) stand da so geschlossen und geballt mit Artikeln und Videos an der Front, da brauchte es nicht noch zusätzlich einen weiteren kleinen Blog-Post von mir. Was ich übrigens ganz gut fand. Durch diese Welle der Empörung nach "draußen" ist eine erneute Killerspiel-Debatte schon im Keim erstickt worden. Diejenigen, die pro-Hatred waren, waren in so lächerlich geringer Zahl, dass ihre (kleinen) Stimmen gar nicht erst wahrgenommen wurden.

Ach ja, die Hatred-Debatte. In vielen Shootern ballert man Menschen als designierte Gegner über den Haufen, in Spielen wie GTA ist auch das Abschlachten von "Unschuldigen Menschen" Gang und gebe, ohne dass es jemanden stört aber Hatred ist das pure böse in Form eines Spiels. Wirklich ein Zirkus widerwärtigster Scheinheiligkeit. Da sind mir "Killerspieldebatten" sogar lieber. In denen sind die "Gegner" wenigstens gegen alle gewalttätigen Spiele. Tatsächlich habe ich sogar das Gefühl, dass sie gar nicht mal so unrecht haben. Ein gestörtes Verhältnis zum Thema Gewalt ist zumindest das einzige, mit dem ich mir die Scheinheiligkeit um Hatred erklären kann.

Ohne Kontext wirkt Walker tatsächlich relativ ähnlich (auch wenn es keine Zivilisten gibt). Es sieht so aus, als würde man ohne Grund einer Stadt den Erdboden gleichmachen und die Soldaten versuchen einen daran zu hindern noch mehr Schaden anzurichten. Das "Berlin 1944" am Anfang stellt dann aber doch den richtigen Kontext her und man kann sich leicht denken, dass man gegen Nazis kämpft (lediglich wie ein Mech in den 2. Weltkrieg gelangt ist ist unklar).
12.07.2016, 13:51 Bren McGuire (4416 
Ach ja, "Walker" - war für ein Game von DMA Design ziemlich enttäuschend, zumal es fast zeitgleich mit "Lemmings 2" auf den Markt kam. Außerdem befand sich das Teil locker 2,5 Jahre in der Entwicklung, erste Bilder davon konnte man bereits im Sommer 1990 in diversen Messeberichten erblicken - und die sahen weitaus besser, und auch viel bunter, als im fertigen Spiel aus!

Bin zunächst immer davon ausgegangen, dass "Walker" der direkte Nachfolger zu "The Killing Game Show" wäre, da es zum einen ebenfalls einen stählernen Koloss auf zwei Beinen als Hauptprotagonisten hatte, zum anderen ebenso von Psygnosis stammte. Hatte aber, bis auf die andauernde Hektik, nichts mit "TKGS" gemein. War ja im Grunde genommen nichts anderes, als ein weiterer Vertreter der "Operation Wolf" & Co.-Fraktion, nur mit dem Unterschied, dass man neben der Ballerei per Fadenkreuz auch noch den Walker steuern konnte – wobei "steuern" jetzt schon fast übertrieben klingt, ging's doch nur vor und zurück. Auf diese Weise konnte man doch auch Menschen, 'tschuldigung, kleine Pixelmänchen, zertrampeln, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht. Weiß noch, wie ich mich anfangs mit Maus und Joystick abgemüht habe, bis ich endlich herausgefunden hatte, dass man auch die Cursortasten dafür benutzen kann, was die Sache um einiges angenehmer, aber eben nicht viel leichter machte...

"Walker" war für mich wie eine Seifenblase: Nach spätestens einer halben Stunde zerplatzte sie, denn es wurde nur schwerer, aber nicht wirklich viel abwechslungsreicher. Wenn man nicht gerade über einen überirdischen Abzugsfinger verfügte, war man schnell hinüber. Ne, mehr als ein netter Zeitvertreib für zwischendurch war's nicht. Danach kam von DMA Design noch "Hired Guns", welches ja auch nicht unbedingt eingeschlagen hat, wie eine Bombe, wenngleich es auch einen Geheimtipp innerhalb des RPG-Genres darstellte. Von Ende '93 bis Anfang '95 schließlich nur noch "Lemmings", "Lemmings" und nochmals "Lemmings" - und danach wandte man sich sowieso anderen Plattformen zu...

In der (noch) aktuellen Retro Gamer 3/2016 ist übrigens zu lesen, dass sogar mal eine Fortsetzung von "Walker" geplant war. Ist allerdings nie übers Konzeptstadium hinausgekommen...
Kommentar wurde am 12.07.2016, 14:03 von Bren McGuire editiert.
12.07.2016, 09:22 SarahKreuz (7232 
An den (hier neuen) Joker-Test kann ich mich noch ganz dunkel erinnern. Ich muss diese Ausgabe damals besessen haben.

An Walker musste ich übrigens denken, als die Debatte um dieses Amokläufer-Spiel losging. Mir schwebte da so eine Überschrift wie "Wir laufen schon lange Amok!" im Kopf herum und ich fing an, mir viele Spiele aus dem Gedächtnis zu notieren, um daraus eine Blog-Kolumne zu basteln. Die sollte sich zwar ganz klar von 'Hatred' distanzieren ... aber auch aufzeigen, dass wir solche Games schon lange zocken. Walker ... so ganz ohne Anleitung und Hintergrundgeschichte ... kam mir damals schon wie ein einziges terroristisches Blutbad vor, dass ich mit Maus & Tastatur anrichtete. Da fallen einen automatisch ein Dutzend Spiele ein, die man (wenigstens Interpretations-mäßig) in die gleiche Schublade stecken konnte. Selbst so verrückt-spaßige Sachen wie Rampage.

Am Ende hab ich's aber dann doch sein lassen. Irgendwie fühlte sich JEDER dazu berufen, zum Thema Hatred Stellung zu beziehen. Die Gaming-Community (und im speziellen natürlich due schreibende Zunft) stand da so geschlossen und geballt mit Artikeln und Videos an der Front, da brauchte es nicht noch zusätzlich einen weiteren kleinen Blog-Post von mir. Was ich übrigens ganz gut fand. Durch diese Welle der Empörung nach "draußen" ist eine erneute Killerspiel-Debatte schon im Keim erstickt worden. Diejenigen, die pro-Hatred waren, waren in so lächerlich geringer Zahl, dass ihre (kleinen) Stimmen gar nicht erst wahrgenommen wurden.

Hey, auf Walker hätte ich auch mal wieder Bock. Wollte schon lange mal wieder kleine Pixel-Männchen kaputt-ballern.
Kommentar wurde am 12.07.2016, 09:24 von SarahKreuz editiert.
03.03.2012, 13:16 Stalkingwolf (675 
eben über Youtube drüber gestolpert.
ich habe das Game geliebt. Daher von mir eine 9!
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