Willkommen bei
 Kult-Magazine
 Kultboy.com-Inhalte
 Interaktiv
Neues Mitglied: goatstuff
 Sonstiges




Kult-Musik

Gehe zu:

A Tribute to Jeroen Tel


Label:
German Remix Group

Erscheinungsdatum:
März 2013

Download:
MP3 / FLAC (kostenlos)

Inhalt:
Ein knappes Jahr nach ihrem Debüt "A Tribute to Jochen Hippel" ist die German Remix Group zurück, um erneut Tribut zu zollen. Diesmal hat es den Holländer Jeroen Tel erwischt, der durch viele C64-Stücke in der Szene Respekt und Anerkennung eingeheimst hat. Aber auch seine Kompositionen für den Amiga wussten zu begeistern - ein Umstand, dessen sich die GRG wohl bewusst war. Und so gibt es auf ihrem zweiten digitalen Release ein buntes Sträußchen an Melodien, zehn Stück an der Zahl - und das nicht nur als Reminiszenz an den guten, alten Brotkasten. Ob das Album ein absolutes "must have" ist oder ob man sich den download sparen kann?
Kultboy dot com hat reingehört und eine (wirklich nur EINE, solange die Kommentare leer bleiben) Meinung:

Track by Track:

Invest / Xenox - Ein bitterböser Opening-Track, der einem nach einmaligen anhören erst einmal verdutzt zurücklässt. Was ist hier denn bloß schief gelaufen? Das mag vielleicht daran liegen, dass hier gleich mal Neuland für mich betreten wird und ich weder das Spiel noch die passende Musik dazu kenne - indes ist aber auch die Wahl der Instrumente und die extreme Verspieltheit des Stückes ein verdammt mächtiges Brett, dass einem mit drei Metern Anlauf vor den Kopf geschlagen wird. Das relativiert sich nach dem zweiten anhören übrigens genauso, wie man nach dem zweiten und dritten Lauschangriff bemerkt, wie genial er produziert wurde. Das hier ist definitiv ein "grower", eine Nummer also, die nach mehrmaligen anhören wächst. Und wächst. Nach dem vierten Anlauf dürften die meisten diesen Track bereits lieben. Als Eröffnungsnummer ist das sperrige Dingen hier verdammt schlecht gewählt; ändert aber nichts an der Tatsache, wie hier mit einfachsten Mitteln die herrlichste Progression in Sachen Remix aus dem Hut gezaubert wird.
Hawkeye / Eiz - Kennt ihr noch den berühmten Popcorn-Song aus den siebziger Jahren? Hier feiert das nervige BloppBloppBlopp seine gloriose Rückkehr. Und das ausgerechnet beim besten Spiel der Welt! Das vor lauter coolness eigentlich nach harten Gitarren oder zumindest fetten Beats lechzt. Nun, zumindest letzteres findet sich hier auch. Der Remix lässt sich die volle erste Minute nicht dem Spiel zuordnen - es wird also ordentlich remixed im wortwörtlichsten Sinne, statt ein 1:1 Remake abzuspulen. Das tut dem Stück hörbar gut und macht ihn auch auf lange Sicht sehr interessant. Richtig guter zweiter Track, so darf's gerne weitergehen.
Cybernoid / Dr.Future - Unterstützt durch zwei quitschige Gitarrensoli von Commando 64 (alias Aki Järvinen) macht sich dann der Remix von Cybernoid auf den Weg durch die Boxen, um die Hörer zu erobern. Die Nummer transportiert von vorne bis hinten 80er und 90er Jahre Flair und dürfte somit ihren Zweck voll erfüllen. Hat mich nicht umgehauen, aber sehr nett und grundsolide gemacht.
Battle Valley Dark Rises / Awesome-A - Ein schwieriger, aber nicht uninteressanter Remix, der nicht so richtig weiß, was er denn nun sein will. Ein orchestrales Gewitter oder Synthie-Regen? Und zwischendurch wird er sogar ganz leise, fällt in sich zusammen, und punktet mit atmosphärischer Kleinstarbeit des Remixers. Soviel Hü und Hott nennen die einen Progressiv, die anderen nervt es einfach nur, weil sie keinem roten Faden folgen können. Ähnlich wie beim Eröffnungstrack braucht dieses Stück einfach seine Zeit, um sich zu entfalten. Die sollte man ihm geben.
Intro / CZ Tunes - Halbzeit, mit dem Organisator des ganzen GRG-Projekts. Frechdachse nennen ihn einfach nur den CeeeeZett (deutsch ausgesprochen), weil CZ (englisch ausgesprochen) irgendwie zu sehr nach Sissi, der Kaiserin, klingt. Das mittlerweile 5. Stück des Albums klingt dann aber alles andere als nach etwas, das man in einem Österreichischen Ballsaal der Adeligen gespielt hätte. Es sei denn, die hätten dort ein C64 in der Ecke herumstehen gehabt. Denn der Remixer bedient sich hier ganz schön ordentlich bei dem Brotkasten, was die Instrumentalisierung angeht und fährt eine Mischung aus SID-Klängen und neumodischem Synthie-gebrumme. Das geht zumindest dann ordentlich in's Ohr, wenn man mit den Urklängen des alten Commodore vertraut ist. Den Song kann man durchaus als leicht und gut zu konsumierenden Anspieltipp durchgehen lassen und hätte sich auch wunderbar als Opener von "A Tribute to Jeroen Tel" gemacht.
Alternative Fuel / Amok - Bei manchen Remixern hört man die Erfahrung, die sie im Genre gemacht haben, durchaus raus. Wenn jemand den langen Weg vom Hobby-Musiker über semi-professionelle Produktionen bis hin zu kommerzieller Musik gemacht hat, dann darf man auch mal mit einer bestimmten Erwartungshaltung an den Track gehen. Und Amok erfüllt sie und liefert hier (einmal mehr) ab. Das Dingen ist einfach nur fett produziert, stampft ordentlich durch den Urwald und bietet genug Abwechslung, ohne aber gleichzeitig das Original aus den Augen zu verlieren. in seiner simplizität großartig - voll auf die Glocke sozusagen.
Agony / Sunspire - Endlich: das beste Spiel der Welt! Wenn es etwas gibt, dass die Verfasserin dieses Textes hier augenblicklich mit Jeroen Tel verbindet, dann die geil-komplexe und atmosphärreiche Musik innerhalb dieses Eulen-Shooters. Mit dem Remix hier wird dann auch mal eine echte Alternative geboten: hier wird ordentlich losgerockt und die Gitarren schrammeln, das es nur so eine freude ist. Auch die Drums klingen erstaunlich echt. Streckenweise ist es nicht einfach, bei all dem Gewitter noch das dritte Level von Agony herauszuhören - aber was soll's. Hier und da blitzt es durch, und das sollte reichen. Verdammt guter Track.
Rubicon / Mitch Van Hayden - Wir sind beim achten Stück angelangt, der mir schon nach zwei Minuten irgendwie mächtig auf den Zeiger ging, weil er mit einem penentranten (und vordergründigen) WoopWoop fast meine Plomben aus den Zähnen befördert hätte. Die langsam einsetzende Stille lässt dann erhoffen, das der Spuk nun vorbei ist. Aber erst zur Mitte des Songs weicht dem ganzen ein nett anzuhörender Piano-Teppich. Den hätte ich mir durchaus für den kompletten Song gewünscht. Das Arrangement ist leider bis zum Ende auch nicht gerade mit Abwechslungsreichtum gesegnet. Produktionstechnisch gibt es dagegen aber absolut nichts zu bemängeln. Und trotzdem bleibt der fade Beigeschmack, dass man hier haarscharf an einem Totalausfall vorbeigeschrammt ist.
Supremacy / Eiz - Ein sehr experimentelles Etwas kommt anschließend um die Ecke. Die eingestreute Geräuschkulisse und Sprachfetzen dienen vordergründig wohl, um Atmosphäre zu erzeugen. Allerdings bewirken sie bei mir nur, dass ich mich nach packenden Melodien sehne, an denen ich mich festhalten kann. Man lässt mich aber im Regen stehen und haut mir höchsten ein paar Percussions um die Ohren. Und auch wenn der Track so irgendwie gar nicht mein Fall ist, weil die Grenze hin zu einem "zuviel Experimentieren" hier maßlos überschritten wird, sollte es nicht unerwähnt bleiben: Supremacy ist das beste Spiel der Welt!
Closing In / Xenox - Der "Rausschmeißer" eines Albums ist mindestens genau so wichtig, wie das Stück, dass das Album eröffnen soll. Es soll nachhaltig einen guten Eindruck hinterlassen, damit der Hörer Lust hat wiederzukommen. Neuzugang Xenox gibt sich hier zum Glück keine Blöße und macht die vorangegangenen (schwächelnden) Minuten des Albums wieder vergessen. "Closing In" ist pfiffig arrangiert und klingt sehr Amiga-stylish, mit seinen verzerrten Synths. Der Track geht umgehend in's Ohr und schlägt dort sofort seine Zelte auf, weil er nicht mehr raus will. Ein perfekter, locker-flockiger Abschluß von "A Tribute To Jeroen Tel".

Fazit:
Musik ist und bleibt letztlich immer Geschmackssache. Wo der eine den Daumen nach oben reckt, bekommt der andere vor lauter Gähnen den Mund nicht mehr zu. Deswegen ist das einzige Sinnvolle, was man an dieser Stelle raten kann: ladet euch das Album herunter und macht euch selbst einen Eindruck davon.
Auf A Tribute to Jeroen Tel gibt es 10 Stücke, die von "easy listening" bis hin zum progressiven Experimental-Klopper ziemlich alle Hörerschichten bedienen sollte. Und immerhin 2 Tracks könnten sogar der "Ich hör nur Gitarren,Ey!"-Fraktion gefallen.
Was mich dann zu meinem persönlichen Fazit bringt, denn das man hier um Abwechslungsreichtum bei den 10 Tracks bemüht war, ist eindeutig zu erkennen. Das Gros der Stücke ist schwer in Ordnung bis gut - flankiert von zwei eheren mageren Remixen und mindestens einem absoluten Kracher. Also auch Qualitätsmäßig ein buntes Potpurri an MP3's.
Für das nächste Album ist da ganz sicher noch Luft nach oben - aber man müsste schon Bohnen in den Orhen haben, wenn man nicht erkennen sollte, dass hier eine klare Steigerung zum Debütalbum stattgefunden hat. Die neu "angeworbenen" Remixer für dieses Album dürften da einen entscheidenden Anteil dran haben, schließlich sind gerade sie es, die mit Alternativen im Sound oder progressiven Versatzstücken zu glänzen wissen.
Was die Entwicklung angeht kann man nur den Daumen heben. Und ich freue mich schon auf den dritten Streich aus deutschen Landen, wo gemutmaßt werden darf, wem wohl diesmal Tribut gezollt wird. A Tribute to Hülsbeck vielleicht?

Scans & Texte von Sarah Kreuz




User-Kommentare: (5)Seiten: [1] 
08.04.2013, 17:11 Deathrider (1387 
Danke für den tollen Bericht und dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

Werds mir auch mal die Tage anhören, obwohl mir schon das erste Album nicht wirklich zugesagt hat. Und nach den paar Meinungen hier befürchte ich, wird mir auch der zweite Teil nicht zusagen.
07.04.2013, 20:12 eiz (27 
na geschmäcker sind halt sehr unterschiedlich...
07.04.2013, 14:29 Retro-Nerd (9608 
Da bleibe ich lieber bei den Original Tracks, selten so entäuschende Remixe gehört.
Kommentar wurde am 07.04.2013, 14:29 von Retro-Nerd editiert.
07.04.2013, 14:26 Edgar Allens Po (718 
Da höre ich demnächst auch mal rein.
Klar ist aber schon jetzt, dass viele meiner Jeroen-Lieblingsdinger nicht dabei sind.
Zumal das ja Remixe sind, keine Neueinspielungen.
Bin skeptisch, gerade auch nach Retro-Nerds Meinung dazu.
Dennoch sehr nettes Review, Sarah.
07.04.2013, 14:19 Retro-Nerd (9608 
Gefällt mir überhaupt nicht, das hat Jeroen Tel nicht verdient. Klingt ja stellenweise wie irgendeine billige Techno Compilation. Hoffe, dass man Hülsbeck da verschont.
Kommentar wurde am 07.04.2013, 14:22 von Retro-Nerd editiert.
Seiten: [1] 


Du willst einen Kommentar schreiben?

Dann musst du dich nur kostenlos und unverbindlich registrieren und schon kann es losgehen!