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Pandora


Hersteller:
OpenPandora GmbH

Speichermedium:
2x SD-Karte / interner Flashspeicher

Ankündigung:
April 2007

Veröffentlichung:
erste Geräte im Mai 2010
Massenproduktion ab Februar 2012

Preis:
270.- Euro (600 MHz-Version)
450.- Euro (1 GHz-Version)

Verkaufte Exemplare:
7000

Technisches:
Prozessor:
ARM Cortex A8, 600MHz (übertaktbar bis mind. 750 Mhz) oder
ARM Cortex A8, 1 Ghz (übertaktbar bis mind. 1,1 GHz)
Chipset:
PowerVR SGX530 (110 Mhz oder 200 MHz)
Speicher:
RAM 256 oder 512 MB / FLASH 512 MB
Sound:
Stereo (interne Lautsprecher oder Kopfhörer)
Grafik:
LCD mit resistivem Touchscreen
Auflösung:
800x480 Pixel
drahtlose Schnittstellen
Wifi 802.11b/g, Bluetooth 2.0 + EDR (3Mbps)
Schnittstellen:
2x SD-Karte, USB 2.0 Host, USB 2.0 OTG, Netz (5V), EXT Port mit TV Out, Audio Line IN/OUT und UART, 3.5mm Kopfhörer + Mikrofon

Energieversorgung:
austauschbarer Lithium-Polymer-Akku mit 4000 mAh (max. 10 Stunden Laufzeit)

Verfügbare Emulatoren für folgende Systeme (Auswahl):
Atari VCS 2600 / 7800
ColecoVision
Nintendo GameBoy / Color / Advance
Nintendo NES / SNES
Sega MasterSystem / MegaDrive / GameGear
NeoGeo / CD / Pocket
NEC PC-Engine / TurboGrafx16
Sony Playstation
GCE Vectrex
Mattel IntelliVision

Atari 800/130
Commodore Amiga (inkl. AGA)
Commodore C64 / C128
CPC
Microsoft DOS (Betriebssystem)
MSX
Sinclair Spectrum

Mame (Multiple Arcade Machine Emulator)
ScummVM

Allgemeines:
Was ich jetzt schreibe, ist teilweise recht harsch. Dies liegt nicht daran, dass ich den PANDORA oder die Macher nicht ausstehen kann. Vielmehr hat man nach meiner Meinung enorme Chancen vertan, ein besonders wertiges und durchdachtes Handheld zu erschaffen, das von Usern für User gedacht und gemacht ist. Das PANDORA-Team hat dennoch viel geleistet und am Ende haben sie aus einer kleinen Idee ein echtes Gerät erschaffen. Ich werde auf Schatten und Licht eingehen. Letzteres wird aber vorwiegend da auftauchen, wo es um die Benutzung geht. Ich werde dabei besonders auf die Emulation eingehen, denn dafür benutze ich das Gerät.

Ein Rechenknecht, um mit ihm zu ringen.

Er sieht aus wie ein schwangerer NINTENDO DS. Sogar zwei Schultertasten sind vorhanden. Bullig steht wer vor mir, ist auf den ersten Blick sogar recht schick. Nur sollte man nicht genauer hinschauen. Öffnet man ihn, knarzt es ein wenig und passt man nicht auf, rastet der Bildschirm so stark in seine Endposition, dass das ganze Gerät nach hinten kippt. Innen findet man einen recht großen Bildschirm, Steuerkreuz, zwei flache Analogsticks (Nubs genannt), vier Aktionstasten und jede Menge buckliger, hochglänzender Tasten, die aussehen, als hätte jemand schwarze Drops beschriftet.

Ich wollte schon über Jahre hinweg einen PANDORA, informierte mich damals über die Entwicklung dieses Handhelds und nun endlich, vier Jahre nach Auslieferung des ersten Gerätes, habe ich also meinen eigenen Plastikklotz in der Hand. Ich hatte vorher nie eines der Geräte direkt vor mir.

Dies war der Beginn einer klassischen Hassliebe.

Die Idee

Anfang 2007 fanden sich drei Personen in einem Forum für Gamepark-Handhelds zusammen. Dies sind vorwiegend für Retrospiele eingesetzte Konsolen auf Linuxbasis (siehe dazu den Bericht zum GameparkHolding WIZ). Die drei Personen waren Craig Rothwell (England), Fatih Kilic (Türkei) und Michael Mrozek (Deutschland). Kurz darauf stieß der Kanadier Michael Weston dazu. Es kam die Idee eines neuen Handheldsystems auf, das die Gamepark-Modelle übertreffen sollte.

Ein grober Plan entstand und wurde der Internetgemeinde vorgestellt. Erst zögerlich, dann zunehmend begeistert, brachten sich immer mehr Menschen ein, äußerten Wünsche und Ideen und bauten mit an der Vorstellung, endlich einen umfassend nutzbaren, extrem kompakten Minirechner zu entwickeln, der in jeder Hinsicht besser sein sollte, als alles bisher Existierende. Dabei standen nicht nur die (Retro)spiele im Mittelpunkt sondern auch ernsthafte Arbeiten wie das Programmieren. Das alles sollte komplett quelloffen sein, frei für die nichtkommerzielle Nutzung.

Dies sorgte von Anfang an für den schier überirdischen Nimbus des perfekten Handhelds. Das Scheitern war vorprogrammiert. Bei derart abgehobenen Wunschvorstellungen ist der Fehlschlag an sich logisch, aber die Frage ist, in welchem Umfang dies geschieht. Auch ein hinkender Schwan kann schön sein und muss nicht sterben.

Die Produktion

Über ein Jahr war nun vergangen und die Planungsphase wurde abgeschlossen. Ab Oktober 2008 wurden nun Vorbestellungen angenommen. Geplant war die Erstproduktion von 4000 Stück. Um dies zu finanzieren, mussten die Vorbesteller in einem Akt fast grenzenlosen Vertrauens stolze 250.- Euro bezahlen ohne auch nur eine Schraube von dem neuen Wunderrechner erhalten zu haben. Nach meiner Meinung ist es nur mit völliger Selbstüberschätzung der kleinen Hersteller-Crew zu erklären, dass als Liefertermin für die ersten PANDORAS Ende November 2008 angegeben wurde. Nur wenige Wochen zwischen Vorbestellung und Auslieferung und das bei Finanzierung durch bezahlte Vorbestellungen! Als ich das damals las, schwante mir Böses.

Das Grauen

Die Monate und Jahre gingen ins Land. Zwischenzeitlich gab es zahlreiche Probleme, die hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würde. Daher nenne ich mal die Bankenkrise, die 2008 über uns kam. Inwieweit das PANDORA-Team von dieser Krise betroffen war, kann ich nicht beurteilen, aber sie wurde immer wieder ins Feld geführt, um die zahlreichen Verzögerungen zu erklären. Auch gab es wohl Probleme mit der Bank, bei der die Vorabzahlungen eingingen. Das Institut geriet angeblich in Panik, als plötzlich eine halbe Million Dollar auf dem Konto auftauchten und fror es ein. Dies geschah auch bei PayPal. Die meisten Zahlungen mussten zurück erstattet werden und es mussten neue Zahlungswege gefunden werden. Andere Quellen berichten allerdings, dass man allen 4000 Vorbestellern ihr Geld zurück überweisen musste, weil man nicht beachtet hatte, dass PayPal keine Transfers zulässt, bei denen zwischen Zahlung und Lieferung mehr als 20 Tage liegen. Dann kam der Wertverlust des Euros in die Quere und verursachten angeblich eine Verteuerung der Produktion. Die Liste der Unwägbarkeiten ist eigentlich noch lange nicht zu Ende.

Die Erleichterung auf Raten

Es war im September 2010, als die Lieferung der ersten 800 PANDORAS abgeschlossen war. Jedoch war das leider nicht das Ende des Trauerliedes. Zulieferer hielten ihre Verträge nicht ein und es kam zu einem Produktionsstopp. Um es kurz zu machen: Die endgültige Massenproduktion begann erst Ende Februar 2012, also fast 3,5 Jahre nach dem vollmundigen Lieferversprechen. Ein völliges Desaster, das aufgrund des Durchhaltewillens der Kunden und des Teams überstanden werden konnte.

Die Hardware

Kommen wir nun endlich zum Kern, dem PANDORA selbst. Er verfügt neben den typischen Steuerelementen eines Handhelds über eine vollständige Tastatur, Stereo-Lautsprecher, einen Touchscreen, zwei SD-Karten-Slots, Wlan, Bluetooth, Mikrophon , USB, Video- und Audioausgang. Das ist erst einmal beachtlich. Kein vergleichbares Gerät hat ein derartiges Arsenal zu bieten.

Intern werkelt ein ARM-Prozessor mit 600 MHz (die spätere Version verfügt über 1 GHz) und ein Grafikchip mit OpenGL. Der RAM ist 256 MB klein (die spätere Version hat 512 MB). All das ist nicht nicht sonderlich beeindruckend . Bereits 2008 konnte diese Hardware keine Bäume mehr ausreißen. Gerade der lahme Prozessor und der RAM sind ein Hemmschuh, besonders bei aufwändigeren Aufgaben. Immerhin kann der Prozessor auf stabile 900 MHz hoch getaktet werden, was oft bitter nötig ist.

Auch hinsichtlich der Tastatur herrscht nicht gerade eitel Sonnenschein. Da baut man einen vollständigen Computer im Taschenformat und integriert eine Tastatur, die zum halbwegs schnellen oder zumindest entspannten Tippen völlig ungeeignet ist! Die buckligen Tasten sprechen gerne mal nicht an, sobald man sie nicht mittig trifft. Zumindest eine Zeit lang gab es direkt vom Hersteller eine flache Tastatur in Kombination mit einem Aluminiumgehäuse zum Austausch zu kaufen. Diese findet sich momentan nicht mehr. Die schiere Existenz der Tastatur und sei sie auch noch so bucklig, ist aber Gold wert! Es ist ein Genuss, sie in Homecomputer-Emulatoren wie dem Amiga einzusetzen. Das gab es vorher in dieser kompakten Form noch nie.

Kommen wir nun zu echten Lichtblicken. Das Steuerkreuz hat einen angenehm langen Weg und reagiert exakt. Das Gleiche gilt für die vier Aktionstasten sowie die knackig ansprechenden Schultertasten. Die beiden Sticks reagieren gut und sind angenehm geformt. In dieser Kernkompetenz ist nach meiner Ansicht gute Arbeit geleistet worden.

Ein weiteres Highlight (wenn auch ein leicht verfinstertes) ist der Bildschirm. Er ist mit 800x480p in dieser Größe geradezu üppig in der Auflösung, zumindest wenn man den PANDORA mit anderen Handheldsystemen vergleicht. Die Farben und Kontraste sind sehr gut und der drucksensitive Touchscreen reagiert exakt auf Fingernagel oder beiliegenden Stift. Abzüge gibt es leider für die Reaktionszeit. Gerade bei simpler, klar strukturierter Grafik (z.B. Marioland oder Sonic), ziehen bei Bewegung die Linien unschön nach und erzeugen dicke, dunkle Bereiche. Daran muss man sich gewöhnen. Manche Menschen jedoch nehmen diese Dinge nicht oder kaum wahr, wie ich in Gesprächen festgestellt habe.

Das größtenteils durchdachte Gehäuse ist ein Fall für sich. Man hat sich ein wenig vom NintendoDS inspirieren lassen und auch der IBM PalmTop PC110 scheint als Muse hergehalten zu haben. Letzterer hat aber eine ernst zu nehmende Tastatur, was dem PANDORA leider nicht gegönnt wurde. Insgesamt ist die Gestaltung durchaus als gelungen zu bezeichnen, gerade die Steuerelemente sind vernünftig platziert, das Gerät liegt beim Spielen gut in der Hand und der auf maximal 180 Grad zu öffnende Bildschirm, macht das Zocken gleich noch mal so schön.

Die Details allerdings, sind manchmal zumindest fragwürdig. Betrachtet man den PANDORA auch nur wenige Sekunden genauer, fallen die zahlreichen unsauberen Kanten auf. Das Gehäuse wirkt eher wie das eines Prototyps. Vieles scheint nicht exakt zu passen. So sitzt z.B. der Bildschirmdeckel leicht schief auf dem Unterteil auf oder der USB-Anschluß ist von unschönen Gratkanten gesäumt. Alles knarzt und ächzt ein wenig, wenn man das Handheld benutzt. Wäre der PANDORA ein Gerät, das um die 150.- Euro kostet, wären solche Dinge zu verschmerzen, aber nach meiner Ansicht sind aktuelle Preise von 270.- bis 450.- Euro (direkt vom Hersteller, Stand Mai 2015) derart hoch, dass man mehr Sorgfalt erwarten kann. Es muss sicher nicht der hohe Standard der wertigen Massenproduktion (Smartphones usw.) sein, jedoch liegen zwischen einem Industrieprodukt und dem Pandora riesige Welten. Es kann aber sein, dass spätere Versionen sauberer gearbeitete Gehäuse haben, das kann ich momentan nicht beurteilen.

Unter dem Deckel auf der Rückseite findet man den großen LithiumPolymer-Akku mit stolzen 4000 mAh. Das reicht laut Hersteller für ungefähr 10 Stunden , ich persönlich komme auf ungefähr 7 Stunden, was eventuell an den gebrauchten Akkus liegt. Der PANDORA ist somit auch unterwegs gut ausgestattet. Stationär lässt sich das Handheld auch per Netzteil betreiben. Dieses liegt den Hersteller-Sets bei, kann aber auch einzeln gekauft werden oder man benutzt ein USB-Netzteil. Bei letzterem reicht der USB-Ladestrom jedoch nicht aus, um das Handheld zu laden und es zugleich zu benutzen. Dies ist jedoch erwartbar und kein Mangel.

Die Software / OS und Anwendungen

Das Betriebssystem ist eine spezielle Anpassung der Linux-Distribution Angström. Darauf setzen zwei grundverschiedene Oberflächen auf. Die eine (Xfce) ist vollwertig, fensterbasierend, erinnert an Windows und die andere (Minimenu) ist eine Reiter-Oberfläche, in denen die Anwendungen nach Themen sortiert mit großen Icons dargestellt werden.

Beide Oberflächen reagieren schnell und sauber. Bei Xfce dienen die beiden Nubs (Sticks) als Mausersatz, was bei den simulierten Maustasten nur schlecht funktioniert, wie ich finde. Die Bewegung des Mauszeigers funktioniert hingegen gut. Die Oberfläche Minimenu ist eher für die Benutzung mit dem Steuerungskreuz und den Tasten vorgesehen.

Leider muss festgehalten werden, dass der Pandora selbst mit voll aufgedrehter Übertaktung (stabil bei 900 Mhz) anspruchsvolle Programme wie den Browser Firefox nur sehr zögerlich öffnet und auch Webseiten eher schleppend aufgebaut werden. Hier grüßt der deutlich zu kleine Arbeitsspeicher. Ernsthaftes Arbeiten (z.B. OpenOffice) oder intensives Surfen, ist schlicht unschön und nicht zu empfehlen. Da das spätere PANDORA-Modell einen etwas schnelleren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher hat, ist anzunehmen, dass es dort besser funktioniert. In einen Geschwindigkeitsrausch wird man dort aber sicher auch nicht geraten.

Die Software / Emulatoren

Hier endlich kann der PANDORA seine Möglichkeiten ausspielen! Eine ganze Armada an verschiedenen Emulatoren, viele sogar mehrfach für das gleiche System, warten auf ihre Entdeckung.

Um es gleich zu sagen: Der Schrottanteil ist erfreulich gering und nicht wenige Emulatoren sind ausgereift und sehr stabil. Von bekannt bis zu exotisch, die Liste der emulierten Systeme ist erfreulich lang. Die alten 8Bit-Maschinen sind natürlich kein Problem. Wer sich gerne an Atari 7800, C64 oder Gameboy erfreut (um nur einige zu nennen), kann sich auf viele hochwertige Emulatoren freuen, die zum Großteil sehr gut oder sogar annähernd perfekt arbeiten. Die 16Bit-Welt ist natürlich ebenfalls vertreten und so machen z.B. MegaDrive und SNES eine gute Figur auf dem Handheld. Ein Sonderfall ist leider ausgerechnet der AMIGA über den bekannten Emulator UAE. Hier läuft eine durchaus deutliche Anzahl von Spielen gar nicht oder stürzt ab. Natürlich liegt das auch an dem System AMIGA, das generell durch zahlreiche Programmierungskniffe außerhalb jeder Regel, als manchmal schwer emulierbar gilt. UAE wird gut gepflegt und es kamen bisher öfter neue Versionen heraus. Läuft ein Amigaspiel einwandfrei, macht die schnelle und saubere Emulation sehr viel Spaß! Auch neuere Handheldsysteme wie der Gameboy Advance oder der Nintendo DS können gespielt werden. Allerdings gerät die Emulation des DS recht fragil, da der PANDORA in seiner Schwachbrüstigkeit an den Dual-Bildschirmen des DS zu knabbern hat. Aber die meisten Spiele sind durchaus nutzbar, wenn auch die Framerate etwas in die Knie geht. Wirklich cool ist die Möglichkeit, per Videoausgang einen DS-Bildschirm auf dem TV und den anderen auf dem PANDORA darzustellen! Die Grenze des Machbaren stellt Sonys PLAYSTATION dar. Ohne maximale Übertaktung des Prozessors geht hier nichts mehr. Wenn das aber erledigt ist, kann der Handheld die Spiele zumeist ausreichend schnell wiedergeben.

Mein persönliches Highlight ist ScummVM. Damit kann man klassische Adventures wie MONKEY ISLAND oder INDIANA JONES AND THE FATE OF ATLANTIS spielen. Genau genommen ist es keine Emulation sondern eine Plattform, auf der die Spiele quasi zu Hause sind und ablaufen. Locker und förmlich kalt grinsend schüttelt der PANDORA die alten und neueren Adventures aus dem Ärmel. Auch die, die über Sprachausgabe und aufwändige Grafik verfügen. Ein Heidenspaß der Sonderklasse! Hier leistet übrigens der Touchscreen gute Dienste.

Darüber hinaus gibt es noch einige Emulatoren, deren volle Nutzbarkeit die ich eher ins Reich der Mythen verlegen würde, zumindest auf dem „kleinen“ 600 MHz-PANDORA. So existiert ein Dreamcast-Emulator, von dem ich lediglich einige Standbilder eines Spielintros zu sehen bekam. Sogar die PSP ist als Emulation vertreten! Das ruckelnde Elend, was sich mir da bot, ist einfach nur schnell zu vergessen. Auch die Emulation des N64 ist nach meiner Erfahrung nicht zu gebrauchen ohne entsprechende Rechenpower.

Fazit:
Was genau ist nun vom PANDORA zu halten?

Ich finde, er ist ein zugleich enttäuschendes wie begeisterndes Gerät. Zum einen ist da die miese Verarbeitung, die vollständige aber schlechte Tastatur und die von Anfang an deutlich zu schwache Rechenleistung bzw. der zu geringe Arbeitsspeicher. Dann wieder überzeugen die guten Steuerelemente, der langsame aber hoch auflösende Touch-Bildschirm, die lange Akkulaufzeit und die zumeist tollen Emulatoren.

Fest steht, dass der Handheld als Emulationsmaschine von 8 bis 32Bit reicht, wenn auch im oberen Bereich deutlich ausgedünnt. In nutzbaren Bereich allerdings, ist die Dichte an guten Emulatoren sehr gut und ich lege den fetten Plastikklotz oft ungern aus der Hand.

Ich werde niemals behaupten oder denken, dass die Schöpfer des PANDORA sich schnöde bereichern wollen, aber der Preis, der auch heute noch verlangt wird, ist so hoch, dass es EIGENTLICH schon dekadent ist, sich so eine Kiste nur zum Emulieren zuzulegen. Dabei ist gerade das schwächere Modell mit 600 Mhz nach meiner Ansicht nur für Emulationen geeignet.

Ich empfehle daher, auf gute Gebrauchtangebote zu warten, auch wenn sie sehr selten sind. Wer das nicht will, kann sich sehr gut mit anderen Handheld-Konsolen behelfen.

Die Alternativen

Der GPH WIZ wurde hier bereits erwähnt, ist ähnlich leistungsstark, ist etwas häufiger gebraucht zu finden und kostet ca. 80-150 Euro. Ein Touchscreen ist auch hier vorhanden, es gibt nur einen SD-Slot und keine Tastatur. Die Emulationen sind jedoch ähnlich hochwertig, kein Wunder, läuft auch auf der WIZ ein Linux. Allerdings werden die Emulatoren nur noch selten aktualisiert. Der Bildschirm ist kleiner, deutlich gröber aber immer noch ausreichend und ist durch OLED-Technik sehr farbbrillant. Ähnlich verhält es sich mit dem recht neuen GCW Zero, einem auf Kickstarter basierendem Retrospiel-Handheld auf Linux-Basis. Hier ist der Bildschirm deutlich schlechter, bereits kleine Neigungen zur Seite verändert die Farbwirkung. Sein Prozessor ist deutlich leistungsstärker als der vom „kleinen“ PANDORA und er hat 512 MB RAM, statt lausige 256 MB. Leider ist die Decke an Emulatoren bei weitem nicht so groß wie bei PANDORA und WIZ. Die üblichen Verdächtigen sind aber natürlich zu finden. Der GCW Zero ist für ca. 150.- Euro zu haben, allerdings auch nicht immer und überall. Auch hier ist ein wenig Sucherei angesagt.

Der Nachfolger

Anfang 2014 machte das Pandora-Team erneut von sich reden und kündigte einen Nachfolger des PANDORA an. Der Name: PYRA. Die Hardware ist (zumindest auf dem Papier) um Welten leistungsstärker als die des Vorgängers. Das Gehäuse wurde nur leicht überarbeitet und der Bildschirm hat nun 720p. Der Preis soll um die 500.- Euro liegen. Angeblich kommt dieses Modell 2015 heraus, aber wer die Probleme um den PANDORA kennt, ist vorsichtig mit solchen Hoffnungen.

Mögen die Spiele beginnen!

Text von Nr.1








Bilder von Nr.1


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User-Kommentare: (12)Seiten: [1] 
11.06.2016, 02:17 MikeFieger (179 
Wen die Pandora interessiert der sollte sich auch den 'GPD WIN Intel Z8550 Win 10 OS Game Console' ansehen.

Läuft zur Zeit auf Indiegogo:
www.indiegogo.com/projects/gpd-win-intel-z8550-win-10-os-game-console
10.06.2016, 11:25 robotron (1368 
Adept schrieb am 12.05.2016, 13:55:
https://pyra-handheld.com/boards/pages/pyra/ da irgendwo


Thank you.
12.05.2016, 13:55 Adept (1037 
https://pyra-handheld.com/boards/pages/pyra/ da irgendwo
12.05.2016, 12:41 robotron (1368 
Lutz schrieb am 01.05.2016, 09:34:
Ab heute kann der Nachfolger PYRA vorbestellt werden. Hoffentlich wird das was, auch mit der Ausmerzung der Kinderkrankheiten der Pandora.


Hast du nen Link dazu?
01.05.2016, 09:34 Lutz (47 
Ab heute kann der Nachfolger PYRA vorbestellt werden. Hoffentlich wird das was, auch mit der Ausmerzung der Kinderkrankheiten der Pandora.
16.05.2015, 19:53 Lutz (47 
Vielleicht hat hier jemand mal einen Competition beim Amiga- oder C64-Emulator zum Laufen gebracht?
15.05.2015, 16:30 Nr.1 (2345 
Lutz schrieb am 15.05.2015, 16:04:
An Lichtspiegelungen habe ich nicht gedacht...
War schon wieder abgedriftet in irgendwelche geheimnisvollen Speziallayouts an Exklusiv-Besteller oder so.


Ich meinte es ja auch nicht böse!
15.05.2015, 16:04 Lutz (47 
An Lichtspiegelungen habe ich nicht gedacht...
War schon wieder abgedriftet in irgendwelche geheimnisvollen Speziallayouts an Exklusiv-Besteller oder so.
15.05.2015, 15:41 Nr.1 (2345 
DasZwergmonster schrieb am 14.05.2015, 12:53:
Die auf dem Bild gezeigten Tasten haben jeweils so einen komischen Pfeil oder Haken links unten


Das dürfte eine Lichtreflektion vom Fotografieren sein.


Offen gesagt hätte ich im Leben nicht damit gerechnet, dass jemand die Spiegelungen nicht als solche erkennt. Die Tasten sind nun mal hochglänzend und ein Fotografieren ohne Reflektionen somit unmöglich. Leidglich noch weiter verringern hätte man sie können aber dafür fehlt mir die Ausstattung.
15.05.2015, 15:38 Nr.1 (2345 
Lutz schrieb am 14.05.2015, 12:28:
....

Meine kleinen Kritikpunkte sind:
- TV-Out leider etwas wackeliger Anschluss in einer Art Kabelpeitsche. Manche Emulatoren verweigern damit den Dienst.
....


Den TV-Out wollte ich im Bericht auch ansprechen, denn die Wackligkeit ist sehr nervig und die Ausführung ist schlecht durchdacht. Nur wurde der Text immer länger und ich musste irgendwann auch etwas weg lassen.
Kommentar wurde am 15.05.2015, 15:39 von Nr.1 editiert.
14.05.2015, 12:53 DasZwergmonster (3161 
Die auf dem Bild gezeigten Tasten haben jeweils so einen komischen Pfeil oder Haken links unten


Das dürfte eine Lichtreflektion vom Fotografieren sein.
14.05.2015, 12:28 Lutz (47 
Ein sehr schöner und umfangreicher Bericht!
Und auch ein sehr schönes Gerät, was ich seit ca. 2 Jahren fast täglich nutze. Der große Vorteil ist die Tastatur. Sowas hat halt NDS, PSP, etc. nicht. Die auf dem Bild gezeigten Tasten haben jeweils so einen komischen Pfeil oder Haken links unten, das ist bei mir nicht der Fall...Ich habe mittlerweile die 1GHz-Variante in silber und nutze das Gerät ausschließlich zum Zocken.

Meine kleinen Kritikpunkte sind:
- TV-Out leider etwas wackeliger Anschluss in einer Art Kabelpeitsche. Manche Emulatoren verweigern damit den Dienst.
- Externe Joystick/Joypad-Unterstützung in Abhängigkeit vom jeweiligen Emulator nicht nutzbar (insbesondere Amiga und C64)
- kein zusätzlicher Handgriff erwerbbar.

Leider wurde auch das 2014 angekündigte Aluminiumgehäuse kürzlich eingestampft.
Als Sologerät überzeugt die Pandora aber total und ich hoffe, dass die Pyra TV-Out und Joysticksupport haben wird...
Kommentar wurde am 14.05.2015, 12:30 von Lutz editiert.
Seiten: [1] 


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