Tja, leichtere Handhabung und Transportfähigkeit schlägt wohl immer wieder technische Qualität. Siehe z.B. auch, wie Kompakt-Digitalkameras von Smartphones ziemlich kannibalisiert wurden.
Es soll wohl der Kampf zwischen Spulentonband und Kassette dargestellt werden, der 1982 eigentlich schon entschieden war. Die Kassette war für den Normalverbraucher das einfacher zu handhabende und günstigere Medium wodurch Spulentonbandgeräte ab Mitte der 80er in der Versenkung verschwanden und eigentlisch schon eher nur noch von HiFi-Enthusiasten benutzt wurden.
Die hier gezeigte Akai GX-77 war ein Versuch dem Spulentonband nochmal Attraktivität zukommen zu lassen. Das Gerät war kompakt, auf einfache Handhabung ausgelegt und EE-Band kompatibel. Spulentonband ist bis auf wenige Ausnahmen fast immer Eisenoxidband, was bei den Kassetten Typ-1-Band entspricht ("Ferro"). Um die Nachteile der Kassette (schmales, dünnes Band, langsame Bandgeschwindigkeit) auszugleichen wurde Typ-2-Band entwickelt ("Chromdioxid"). Mit EE hatte man Versucht diesen Bandtyp auch auf Spulentonbandgeräten anzubieten, um eine bessere Qualität bei niedrigeren Geschwindigkeiten zu ermöglichen und dem Tonband durch längere Aufnahmedauer einen Vorteil zu verschaffen. Es blieb allerdings eine Nischenlösung, die sich nicht durchgesetzt hatte, ähnlich wie Ferrochrom-Band (Typ 3), das als Kassette und Tonband scheiterte.
Die Kassette hatte zusätzlich den Vorteil, dass sie mobil war und im Walkman oder Autoradio verwendet werden konnte, was mit Tonband alles nicht einfach möglich war und auch trotz Beschränkungen des Systems, war die Qualiät für die meisten Nutzer ausreichend. Der Siegeszug der Kassette war nicht mehr aufzuhalten, ab Mitte der 80er spielte das Tonband überwiegend nur noch im professionellen Bereich eine Rolle, bis etwa zur Jahrtausendwende.
Das auf dem Cover zu sehende Kassettengerät scheint ein Fostex Model 250 zu sein, ein Gerät für Amateurmusikproduktionen.