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PC Games 12/2001



von kultmags

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User-Kommentare: (39)Seiten: [1] 2 3   »
11.03.2026, 02:56 Grumbler (2330 
bestaetige auch dass conrad sehr bekannt war/ist im sueddeutschen raum, kennt quasi jeder, kannte man schon als kind.

vmtl lagen wohl immer prospekte etc ueberall rum und sowas.

und die "konservative rechtschaffenheit" (heuchelei) ist natuerlich auch leider allzu typisch fuer diesen kulturkreis meiner jungen jahre lol
10.03.2026, 10:41 lizard0815 (850 
Ich war in den frühen 2000ern einmal in der Filiale am OEZ München, das war direkt neben dem McD, wo es Jahre später zu dem Amoklauf kam. Wollte sehen, was es dort so für PC-Spiele gab. War noch zu DM-Zeiten, daher weiß nicht mehr alles im Detail, aber es war absolute Zeitverschwendung. Mies sortiert, viel Budget-Krempel und Schrott-Compilations, wenige Neuerscheinungen, die aber im Bereich der maximalsten UVP (wenn nicht drüber). Man merkte sofort, dass Games nicht gerade die Expertise dieses Marktes waren. Da hätte man auch gleich zu Saturn gehen können, der war genauso teuer, hatte aber wenigstens alles.
Wie gesagt, mir scheierhaft, wer sich bei denen mit Spielen eingedeckt haben soll, denke auch nicht, dass dieser Bereich bei denen jemals ernsthaft lief. Insofern war der Verzicht kaum mehr als eine Marketing-Nullnummer. Bestimmt bei jenen Leuten gerne gesehen, die sich sowieso keine Computerspiele kauften.
10.03.2026, 09:41 Groove Champion (469 
Im süddeutschen Raum ist Conrad schon ein Name. Früher war das eine typische Pilgerstätte für Elektronikbastler und Hobbyisten, weil man dort als Privatmann Dinge kaufen konnte, die man sonst nur in großen Stückzahlen über den Großhandel beziehen konnte. Außerdem verkaufte er in der "Fundgrube" unter Ausschluss der Gewährleistung defekte Geräte, die man dann selbst reparierte. Das habe ich öfter gemacht, da konnte man teure Geräte günstig abstauben. Filialen gab es allerdings nur sehr wenige, Wernberg-Köblitz, München und die hier genannte in Nürnberg. Es kann sein, dass es noch zwei, drei mehr gab. Die Ausrichtung lag aber klar bei Elektronik aller Art, auch in Form von Bausätzen, Werkzeuge und Messmittel und Modellbau, also kein Massenmarkt. Es gab früher auch Hardware für den C64, wie den Disk-Booster.

Der hier genannte Werner Conrad übernahm das Unternehmen 1997 und dann begann langsam eine Neuausrichtung und Expansion. Es wurde sowohl versucht mehr Geschäftskunden über den Versandhandel zu gewinnen, wie auch Privatkunden durch Verschiebung in den Mainstream. Ab Anfang der 2000er wurden dann in ganz Deuschland Geschäfte eröffnet, in Summe waren es wohl so knapp 20. Man hatte da schon die alten Riesen wie Media Markt und Saturn im Sinn, die von mir genannte Filiale in Regensburg zog später direkt neben einen Media Markt. Für mich war die große Conrad-Zeit dann vorbei. Plötzlich nahmen große Flächen im Laden Fernseher, Komplett-PCs und Notebooks, vor allem Apple sowie Handys ein. Gab es zwar vorher auch schon alles, aber das war nicht der Grund warum man zu Conrad fuhr, ähnlich wie Software. Auch wenn die alten Produktgruppen im Sortiment blieben, das familiäre Gefühl war verloren. Für Conrad selbst war das aber schon eine erfolgreiche Zeit. Deswegen gab es dann wahrscheinlich auch später wieder Videospiele aller Art, weil die Konkurrenz, die man angreifen wollte, dies eben auch im Sortiment hatte.

Der Artikel fällt schon in die Zeit des Umbaus. Deine Theorie kann also schon zutreffend sein. Da die damaligen Größen des PC-Spielejournalismus auch in Süddeutschland lagen (Computec in Nürnberg, später Fürth, IDG in München), wurde möglicherweise auch deswegen über Conrad berichtet. Wie gesagt, im Elektronikbereich war das hier schon ein Name.

In der jüngeren Vergangenheit war Conrad dann von der durch die Corona-Pandemie verursachte Einzelhandelskrise betroffen, genau wie die Mitbewerber Media Markt und Saturn. Es verschwanden fast alle Filialen, ein paar wenige wurden zu B2B-Shops umgebaut, die Ausrichtung ist nun verstärkt der Geschäftskundenbereich. Auch MM/Saturn saniert sich, die Marke Saturn wird langsam abgewickelt, die Flächen reduziert, der ganze Laden wurde an Chinesen verkauft.

Conrad belieferte aber auch schon lange Elektronikunternehmen mit Werkstatt-/Laborausstattung oder Werkzeug. Auch bei uns in der Firma wird seit weit über 30 Jahren bei Conrad bestellt. Da es hier im Süden auch Rüstungsindustrie gibt, ist es nicht unrealistisch dass Conrad diese zur Zeit des Artikels beliefert hat, aber wissen tue ich das natürlich nicht.

Aber wie ich schon gesagt habe, früher ein super Laden, heute ein Schatten seiner selbst. Kommt aber darauf an, aus welcher Perspektive man das sieht. Den Sprung in den Onlinehandel haben sie gut hinbekommen, weil sie da früh angefangen haben, der Webshop ging 1997 online. Heute ist es aber ein Marktplatz ähnlich wie Amazon.
09.03.2026, 11:57 mark208 (1377 
Du siehst das IMHO zu nüchtern, wenn ich ehrlich bin, kenn ich Conrad überhaupt nicht und kann mich nicht erinnern, jemals von denen gehört zu haben. Also kann hier durchaus auch der Wunsch nach Öffentlichkeit für ein eher unbekanntes Unternehmen im Vordergrund stehen. Als Spieleverkäufer scheinen die eh nicht sonderlich aufgetreten zu sein.

Und das meine ich mit Vortäuschen von Allgemeininteressen ohne sich selbst groß weh zu tun. Man täuscht einen Verzicht vor, hat aber in Wahrheit einen vorteil im Auge

Edit: Mal gegoogelt, die waren wohl schon eine Marke. Aber in NRW nur mit ein paar Filialen. Aber in einem polyzentrischen Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet verlässt du eine Stadt wie Bochum nur wenn es etwas in Essen/Dortmund etwas gibt, was du in Bochum nicht genauso gut kriegen kannst.

Es ist eben wie meistens kein Haltung zeigen sondern mit seiner Haltung hausieren gehen. Mittlerweile ist es dann auch fot so, dass es dann auch um den Umkehrschluss geht, du machst nicht mit, also hast du keine Haltung, also schon eine Form von Propaganda und Framing
Kommentar wurde am 09.03.2026, 14:04 von mark208 editiert.
09.03.2026, 10:31 Groove Champion (469 
Die Sache ist eben, dass er nichts Gutes damit getan hat. Es geht hier um Videospiele und nicht um Munition oder Waffen. Und ja, er hat damit ein Statement gesetzt und auch zum Denken angeregt. Aber im Endeffekt stützt er nur das Narrativ, das bestimmte Videospiele ursächlich für manche gesellschaftlichen Verwerfungen sind, was einfach nicht stimmt. Wenn er jetzt gesagt hätte, er beliefert keine Rüstungsfirmen oder Konfliktparteien mehr, ja das wäre ein richtiges Statement. Hat er aber nicht, sondern er verknüpft Dinge miteinander, die in dieser Form nicht in Zusammenhang stehen. Und das neutralisiert für mich wieder die gute Absicht.

Ich bin da aber auch nicht neutral, muss ich zugeben. Ich verbinde diese relativ kurze Zeitspanne damals mit absoluter Ohnmacht, wo (überwiegend ältere) Leute versucht haben, sich über die Interessen (überwiegend junger) Anderer hinwegzusetzen, nur weil das nicht ihrer eigenen Weltvorstellung entspricht. Ein klassischer Generationenkonflikt, so wie es sie heute besonders stark noch gibt. Und dazu gehörte, dass ständig Zusammenhänge hergestellt wurden, die gar nicht existent sind und von tatsächlichen Ursachen ablenkt. Die Videospielpresse war damals das Sprachrohr der Szene und wahrscheinlich stark mitverantwortlich, dass es dann doch nicht so gekommen ist und der Videospielmarkt heute viel liberaler ist, als er es damals noch war. Da zählt für mich dieser Artikel auch dazu.

Man muss aber natürlich auch sagen, Conrad hat nichts verboten und sich meines Wissens auch an keiner Kampangne gegen die Spieleindustrie beteiligt oder politische Einflussnahme versucht. Es ist sein Laden und er kann verkaufen was er will oder auch nicht. Aber er ist auch kein Messias.

Das Thema polarisierte damals schon und tut es auch heute immer noch, wie man hier sieht. Es ist jedenfalls ein interessantes Zeitzeugnis, dieser kurzen, aber intensiven Ära.
09.03.2026, 09:34 mark208 (1377 
Da sind wir vielleicht gar nicht auseinander, letztlich hat unsere Gesellschaft verlernt, dass Dinge abzuwägen sind und nicht von vorneherein einer Seite der Vorzug zu geben ist. teilweise werden die Akteure im Vorfeld bereits abqualifiziert die bösen Arbeitgeber oder Vermieter. Es wird das Narrativ verbreitet, Allgemeininteressen gehen immer vor Einzelinteressen.

Das führt dann dazu, dass die Menschen einen gesunden Egoismus verlernt haben und hilflos unangemessenen Forderungen ausgesetzt sind, die im Deckmantel des Allgemeinwohl für den Fordernden oft nicht nur neutral sich auswirken sondern ihm einen Vorteil verschaffen.

Man kann z.b. sich wunderbar streiten, ob nicht das Geld, dass zur Subventionierung des Deutschland Tickets aufgewandt wird, nicht besser eingesetzt wird, den ÖPNV zu verbessern. Ich hatte schon vorher ein Ticket 2000 im VRR und spare nun über 50 Euro monatlich. Dies werden aber die Befürworter nie zugeben, dass ihnen ohne Not ihr Ticket subventioniert wird sondern sich im Nutzen für die Allgemeinheit verlieren.

Hier wurde über Jahre eni Narrativ geschaffen, das nun die Leute nie ihre Eigeninteressen sachlich vertreten sondern hinter Allgemeininteressen verstecken und oft sich auch gefallen, als Nichtbetroffene von anderen dinge einzufordern, die sie selbst nicht erbringen würde

Gab mal ein Dorf im Ostwestfälischen meine ich, da sollte eine Umgehungstraße gebaut werden, was das Dorf gespalten hat, weil der nördlich Teil wollte, dass diese Straße durch den südlicchen Teil führt und umgekehrt. Oder eben das wohlhabende Viertel, dass immer wieder Gründe findet, warum in ihrem Viertel kein Flüchtlingsheim erreichtet werden sollte.
08.03.2026, 13:30 cassidy [Mod] (4477 
mark208 schrieb am 07.03.2026, 10:40:
Es geht immer nur darum sich selbst als den Guten zu präsentieren.


Nein. Eine solche Argumentationskette dient eher, nahezu immer, denjenigen, die vermeiden Gutes zu tun, selbstlos zu sein, oder einfach mal Jemandem die Tür aufzuhalten, als Rechtfertigung für ihr egoistisches und rücksichtsloses Verhalten. Zynismus ist auch kein Instrument der Intellektuellen mehr, sondern antizipierte Muster der Klatschäffchen.
So, sehe ich dass! Sicher kann man das Anders sehen, wenn man will. Muss man aber nicht!

P.S.Sehe auch nicht das die Menschheit aus irgendeiner Humanitären Katastrophe etwas lernen würde.


Sollte dies so sein, so, würdest Du jetzt kaum die Möglichkeit haben, gemütlich vor dem Rechner zu sitzen und solche Urteile zu verbreiten. Ich finde, diese Schlussfolgerung ist etwas kurz gedacht!
08.03.2026, 07:20 Twinworld (2810 
In 6000 Jahren Menschheitsgeschichte gab es nicht einen einzigen Tag ohne das irgendwo Krieg,unterdrückung,Folter,Vergewaltigungen usw.als Mittel der Stärke missbraucht worden wäre.
Wieviele sanktionen soll man sich aufbürden und welche wirkung hätten sie?

P.S.Sehe auch nicht das die Menschheit aus irgendeiner Humanitären Katastrophe etwas lernen würde.
07.03.2026, 10:40 mark208 (1377 
Es ist schon ein Problem der moralischen Erhöhung, wie eine Einladung den Nchbarn anzugreifen und Streit zu suchen. Wieviele Leute haben zB einen Popanz um ihres Entscheidung, die WM in Katar nicht zu schauen gemacht und jeden, der nicht mitmachen wollte angepöbelt, dir sind also die Homosexuellen oder die Verhältnisse dort egal. Es geht immer nur darum sich selbst als den Guten zu präsentieren.
06.03.2026, 17:30 cassidy [Mod] (4477 
forenuser schrieb am 06.03.2026, 10:34:
Ich lese immer wieder, dass man auch mal Zeichen setzen muss, dass man sich engagieren muss, dass man auf die Umstände aufmerksam machen muss, dass man einfach mal handeln muss... Und dann macht da einer was, selbst wenn es nur eine symbolische Geste ist, und schon wird unterstellt, er wolle nur billige PR oder Spiele seien eh kein Geschäft für ihn oder dass er damit ja auch nichts ändern kann.


Sehe ich ähnlich, wie Du!
Und, wenn es einen Monat später wieder zurückgenommen wird. Scheiß drauf! Wenigstens hat er was gesagt, getan!
Dass das untergegangen ist, dass es Häme und Spott gab, erklärt sich eher aus den Unzulänglichkeiten derer, die mit dem Finger zeigen!
Den bärtigen Typen aus Bethlehem haben sie, wenn man diesem Büchlein glauben kann, auch ausgelacht und für nen Idioten gehalten, nur weil er so Sachen wie Frieden und Nächstenliebe unter die Menschen bringen wollte! Richtig abgelacht haben sie, als der dann wohl son Kreuz schleppen musste!
Was ist eigentlich los, mit den Menschen, dass sie immer gleich anfangen zu hyperventilieren, wenn einer mal ausschert (auch wenn es mal bisschen Masche ist, Herrgottnochmal!?), und betont, dass er mit ner, eigentlich, kleinen Geste die Leute zum Nachdenken bringen und ein Statement setzen will.
Den komischen, überbezahlten, Stars wird doch auch kritiklos alles abgenommen, wenn sie davon faseln, dass sie Alle lieben und auf roten Teppichen davon faabulieren, dass alle Gleich und wertvoll sind!

Aber, wir müssen uns hier auch nicht groß streiten. Ich denke auch, dass es ein PR - Akt sein kann, möchte aber, irgendwie, auch daran glauben, dass es noch genug Leute gibt, die solche Gedanken Ernst meinen und sich für die Welt und ihre Mitmenschen interessieren.
06.03.2026, 16:19 Groove Champion (469 
Ich habe vorher nochmal ein wenig über das Alles nachgedacht und gemerkt, dass ich eine Unwahrheit erzählt habe. Ich zitiere mich daher mal selbst:

Groove Champion schrieb am 06.03.2026, 09:29:
Conrad hatte damals noch eine große Software-Abteilung, auch mit Spielen, gekauft habe ich aber, soweit ich mich erinnern kann, nie ein einziges Spiel oder andere Software.


Das stimmt nämlich so nicht. Nach der großen Expansion von Conrad eröffnete dieser zahlreiche Filialen in ganz Deutschland, u.a. eine in Neutraubling beim Globus, welche dort "Alphatecc" ersetzte, den Globus-eigenen Elektromarkt. Später zog diese Conrad-Filiale dann nach Regensburg um, nur als Randinformation. Dadurch musste ich nicht mehr bis nach Wernberg-Köblitz fahren, wenn ich was von Conrad benötigte. Und dort habe ich tatsächlich ein einziges Videospiel gekauft. Ich habe vorher meine Sammlung gecheckt und da ich oft die Kassenbons in die Packungen gelegt habe, konnte ich gerade nachvollziehen das es tatsächlich so war:

Am 29.06.2007 kaufte ich im Conrad Neutraubling GTA: Liberty City Stories für die PSP. Ein waschechtes "Killerspiel", das später sogar auf dem Index landete (aber nur die PS2-Version). Hier ist der Kassenbon dazu.

Die Aussage von Werner Conrad, "Wir haben nicht vor, diese Produkte zu einem späteren Zeitpunkt in unser Sortiment zu nehmen" entspricht damit ebenfalls der Unwahrheit. Nicht ganz sechs Jahre später nahm man es dann mit den eigenen Vorgaben nicht mehr so genau.
Kommentar wurde am 06.03.2026, 16:30 von Groove Champion editiert.
06.03.2026, 16:18 forenuser (3897 
Du meinst den zweiten und dritten Golfkrieg, oder?
06.03.2026, 15:10 Frank ciezki [Mod] (4615 
Edgar Allens Po schrieb am 06.03.2026, 08:36:
Frank ciezki schrieb am 05.03.2026, 18:42:
wärend bei uns diskutiert wurde, ob man denn Karneval feiern dürfe wenn da Krieg ist.


Das wurde nicht diskutiert, Fasnacht fiel aus! Das weiß ich noch genau. Kein Fasnacht wegen Krieg. Da mussten sich alle Fasnachtsnarr:innen mit was anderem beschäftigen.


Das war beim ersten Golfkrieg so. Beim zweiten könnte ich mich nicht erinner, dass irgendwas ausfiel.
06.03.2026, 14:58 forenuser (3897 
Also ist die Essenz aus allem dann wohl "Weiter so! Mein Verhalten hat eh keine Wirkung und darum ist es egal wie ich mich verhalte". Oder der Klassiker: "Ja, aber die Anderen, sollen doch die erstmal..."
06.03.2026, 12:51 Groove Champion (469 
forenuser schrieb am 06.03.2026, 10:34:
Ich lese immer wieder, dass man auch mal Zeichen setzen muss, dass man sich engagieren muss, dass man auf die Umstände aufmerksam machen muss, dass man einfach mal handeln muss... Und dann macht da einer was, selbst wenn es nur eine symbolische Geste ist, und schon wird unterstellt, er wolle nur billige PR oder Spiele seien eh kein Geschäft für ihn oder dass er damit ja auch nichts ändern kann.


Ja, macht er das? Nehmen wir mal an, bei der Entscheidung hätten wirtschaftliche Aspekte keine Rolle gespielt. Was ist dann die Motivation dahinter? Videospiele sind nicht verantwortlich für den 11. September oder Terroranschläge. Ich gehe auch mit der Argumentation mit, dass "Krieg spielen" in Form von Videospielen während eines realen Krieges oder bewaffneten Konfliktes moralisch problematisch ist. Als der Ukrainekrieg ausbrach, hatte ich auch keine Lust ein Battlefield oder ähnliches zu spielen, weil es mir falsch erschien. Aber wollte Conrad seine Kunden moralisch erziehen? Oder die Entwickler, damit sie kein Geld damit verdienen können? Konnte er das überhaupt, schließlich war seine Marktmacht hier höchst überschaubar? Hat er sich für die Gesellschaft engangiert, indem er Ursachen oder Folgen von Gewaltverbrechen und Kriegen abschwächt oder verhindert in dem er keine bestimmten Videospiele mehr verkauft? Würde ein Verkaufsverbot gewaltverherrlichender Spiele Kriege und Terroranschläge verhindern?

Auch wenn es vielleicht tatsächlich gut gemeint war, bleibt es für mich eine Symbolgeste, weil sie keinen Effekt hat. Ich weiß natürlich jetzt nicht, ob sich Werner Conrad privat oder das Unternehmen durch andere Aktivitäten wie Sach- oder Geldspenden in Verbindung mit diesem Vorfall verdient gemacht hat. Aber so alleine für sich stellt diese Aktion für mich, und so hab ich das damals auch aufgefasst, einen weiteren Stichpunkt der damaligen "Killerspieldebatte" dar, nur dass es diesmal ein Terroranschlag und kein Amoklauf war, der damit in Verbindung gebracht wurde. Und wenn Conrad damit nicht in Verbindung gebracht werden wollte, war es wiederum eine wirtschaftliche Entscheidung.
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