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Kult-Zeitschriften

ASM
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Erstausgabe: 3/86
Letzte Ausgabe: 2/95
Verlag: Tronic Verlag GmbH und Co.
Sprache: Deutsch
Anmerkung: Die ASM war das erste deutschsprachige Spiele-Magazin, das sich langfristig etablieren konnte. Anfang 1995 ersetzte der Tronic-Verlag die ASM durch die PC Spiel.
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23.08.2015, 09:55 Pat (3433 
Ich kann mir gut vorstellen, dass die ASM auf junge Teenage cool wirkte. Aber es stimmt schon: Fast immer, wenn ich einen Test der ASM lese, muss ich den Kopf schütteln.

Der Amiga Joker hatte die Gratwanderung zwischen Coolness und Qualität am besten bewältigt, die PowerPlay (und später auch die PC Player) wirkte oftmals zu nüchtern und absichtlich streng.

Die ASM machte statt Reviews dann oft eher irgend eine Spielbeschreibung, erzählte, wie man das Spiel steuert oder berichtete munter, wie er/sie sich durch die ersten Minuten des Spiels kämpfte.
Das Ganze wird mit jeder Menge Wörtern in Anführungszeichen garniert.

ABER irgendwie ist es doch auch schade, dass diese Zeit vorbei ist. Da musste man nicht Journalismus studieren, um Schreiben zu dürfen. Da konnte man einfach als Hauptschulabgänger rufen: "Ich habe einen C64 zu Hause!" Und wurde eingestellt.
23.08.2015, 00:14 v3to (892 
@Patrick_B: Also, aus heutiger Sicht empfinde ich sowohl ASM als auch PowerPlay was die Schreibweise der Tests angeht, als Relikt vergangener Tage. Bei beiden war die Herangehensweise Fluch und Segen zugleich.

Die Konstanz und der nüchterne Stil der PowerPlay verströmte eine gewisse Vergleichbarkeit, allerdings genauso merkt man doch häufig, dass die Redakteure sich auf bestimmte Genres und Eigenschaften von Spielen eingeschossen haben. Das Problem geht schon damit los, dass Komplexität als Qualitätsmaßstab gesehen wurde. Insgesamt wurde in sehr engen Schubladen gewertet, wodurch manche Genres es arg schwer hatten und auch tat man sich schwer, wenn Entwickler mal abseits des Mainstream was neues versuchte...

Dieses Problem hatte die ASM nicht, man merkt auch, dass dort eher auf das eigene Bauchgefühl geachtet wurde. Dort fiel es nur offensichtlich vielen schwer, das stichhaltig zu begründen. Und die vielen individuellen Charaktere dort, machten es auch nicht unbedingt einfacher.

Was mich angeht, lag die ASM dennoch häufiger auf meiner Wellenlänge. So richtig bestimmen, woran das liegt, kann ich auch nicht. Bzw meine Vermutung ist halt, dass die PowerPlay etwas zu verkopft, bzw zu analytisch vorging.
22.08.2015, 21:49 Patrick_B (25 
Jetzt mache ich mich mal unbeliebt. Dank kultmags.com habe ich mir die gesamte ASM-Historie reingezogen und kann deshalb ein begründetes Urteil abgeben. Das einzige wirkliche positive ist die wahnsinnige Breite, in der sogar Spiele für komplette Exoten ihren Platz bekommen. Das ist in der deutschen Zeitschriftenlandschaft einmalig und dafür zwei Daumen hoch!

Wenn jetzt nur die Texte nicht so unlesbarer Müll wären... Und jetzt kommt mir nicht mit "lockere Schreibweise", wer einen gelungenen lockeren Schreibstil sehen will, soll sich lieber Amiga Joker oder Video Games anschauen. Diese Zeitschriften beweisen, dass man nicht den vergleichsweise drögen Power-Play-Stil benutzen muss, um beim Lesen keine Brechanfälle auszulösen. Insgesamt ist die Qualität (wie hoch diese ist, kann natürlich diskutiert werden) bei der PP viel konstanter, was sicherlich an dem unterschiedlichen Mitarbeitermodell festzumachen ist (PP: fast alle Texte von einer festen Stamm-Mannschaft, ASM: viele freie Mitarbeiter).

Allgemein konnte ich einen klaren Bruch erkennen. Anfangs dominierte der unerträgliche Kleimann-Stil mit den tausend Anführungszeichen. Daneben ein paar erträgliche Leute wie Braun und Zimmermann, Totalausfälle wie Swiergiel und stark schwankende Qualität vom Rest. Nach Kleimann wurde es noch schlechter und es war kaum ein Lichtblick in der Herde der untalentierten Schreiber auszumachen (Trafford war der einzige, dessen Tests ich konstant mochte. Mit Abstrichen noch Mühl und Hoogh). Aber warum man jemanden wie den Höfer an die Tastatur lässt, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Weitere Negativpunkte: Zeitlebends konnte sich die Zeitschrift nie auf eine Linie einigen, ob man jetzt die Ansprache "Sie", "Du" oder "Ihr" verwenden möchte. Grauenhafte Brüche sind die Folge. Viele, wenn nicht gar die meisten, Tests sind komplett nutzlos, da sie keinerlei nützliche Informationen zum Spiel enthalten, sondern sich in inhaltsleerem Gelaber ergehen oder 80% des Textes nur den Plot zusammenfasst. Dann natürlich die Krankheit, nur einen Screenshot vom Titelbild (oder gleich gar keine) abzubilden. Deshalb kann ich den Hass auf die Neuausrichtung unter Schmitz nicht ganz nachvollziehen. Es handelte sich um eine logische Weiterentwicklung, da die Zeitschrift eh nie auf nützliche Berichterstattung ausgerichtet war. Und ein Blick über den Tellerrand auf andere zumindest im Ansatz auch für Computerspiele relevante Themen kann meiner Meinung nicht schaden (auch wenn man den Gotcha-Report echt nicht aufs Cover hätte packen müssen...).

Fazit: Ich kann der Zeitschrift absolut nichts abgewinnen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich keinerlei nostalgischen Bezug zu ihr habe, außer dass mich das Thema Spiele und Spiele-Zeitschriften allgemein brennend interessiert. Deshalb versuche ich gar nicht, die Zeitschrift in Bezug auf inhaltliche Kompetenz zu beurteilen (aber das würde basierend auf den Spielen, die ich gut kenne, auch nicht zur Verbesserung meines Urteils beitragen). Immerhin kann ich sagen, dass ich mich beim Lesen nie gelangweilt habe. Meistens habe ich geflucht. Trotzdem kann ich durchaus irgendwie verstehen, dass andere Lesern, bei denen der gesamte Stil nicht komplett den Hass-Nerv trift, die Zeitschrift gut finden.

Abschließend sei mir noch die Bemerkung erlaubt, dass mich die ASM stark an englische Amiga-Zeitschriften erinnert. Die kann ich nämlich größtenteils auch nicht ausstehen.
16.03.2015, 07:07 kultboy [Admin] (10814 
Da die meisten ASM Zeitschriften von mir stammten kann ich nun aus dem vollen schöpfen! Danke an crazy für die tolle Arbeit!
16.03.2015, 05:51 Twinworld (1974 
crazy2001 schrieb am 15.03.2015, 22:20:
ASM gibts nun zu 99% digitalisiert auf kultmags.com



Endlich kann man wieder in Erinnerungen schwelgen,vielen Dank.
15.03.2015, 22:26 Retro-Nerd (10408 
Vielen Dank nochmal für die Arbeit, Crazy.
15.03.2015, 22:20 crazy2001 (16 
ASM gibts nun zu 99% digitalisiert auf kultmags.com
12.02.2015, 18:21 SarahKreuz (8328 
Uhhhhh... könnte durchaus sein, ja. Ist jetzt doch schon etwas her, wo ich diesen Podcast gehört habe. (Gunnar schickte mir mal nen download-link als Dankeschön, da war diese Zeitschriften-Ausgabe schon längst aufgenommen)
Lohnt sich aber auf jeden Fall. Die beiden bringen die damalige Faszination von PowerPlay und ASM ziemlich auf den Punkt. Und erkennen auch diese Wertungs-diskrepanz zwischen beiden Mags, die hier in den Kommentaren schon erörtert wurde...
Kommentar wurde am 12.02.2015, 18:24 von SarahKreuz editiert.
12.02.2015, 18:09 kultboy [Admin] (10814 
Ich kann es mir erst morgen anhören. Werden wir auch erwähnt?
12.02.2015, 11:55 SarahKreuz (8328 
ASM VS PowerPlay
Christian Schmidt hat halt Geschmack.
12.02.2015, 09:04 docster (3259 
Damals wie heute scheinen Ressentiments gegen Computer im allgemeinen und Games im besonderen doch sehr ausgeprägt.

Von einer Reporterin solchen Alters hätte man mehr Offenheit erwarten können, was sie da beim Kleinmann am Tisch von sich gibt, macht ja aggressiver als der "böseste Shooter".

Aber bronstein hat völlig recht, Schlagfertigkeit liegt knapp unter dem Nullpunkt, eine offensivere Argumentation wäre sicher wünschenswert gewesen.

Nichtsdestoweniger erweckte der Bericht viele schöne Erinnerungen, da die Aufnahmen den damaligen Zeitgeist ( mitunter zu ) gelungen reflektieren.
12.02.2015, 05:36 Twinworld (1974 
crazy Scant die ASM,endlich werden die Lücken gefüllt.
11.02.2015, 20:55 bronstein (1654 
Herr Kleimann bekleckert sich ja nicht gerade mit Ruhm. Wäre er ein schlagfertiger und eloquenter Journalist, hätte er schlicht geantwortet: "Es handelt sich hierbei um ein abstraktes Spiel, deshalb ist die Sprache etwas ungewöhnlich."

Aber wahrscheinlich kann er "abstrakt" nicht einmal buchstabieren. Kein Wunder, dass die Dame - auch nicht gerade eine Nachwuchshoffnung im Journalismus - irgendwann losprustet ob der Absurdität des Ganzen. Das Interview von ihr mit Herrn Kleimann wirkt wie die Begegnung zweier Fußballmannschaften in der Kreisliga. Insgesamt ein Trauerspiel, das die ungezügelte Kreativität, die die damalige Szene ausmacht, nicht einmal ansatzweise wahrnimmt.
11.02.2015, 19:58 SarahKreuz (8328 
Gundark schrieb am 19.10.2014, 17:24:
Auch sonst ist die Doku nostalgisch und kultig:
http://www.youtube.com/watch?v=WpJgCLyloXg


Das ist schon echt gemein. Er versucht sein Spiel zu erklären, und was macht die Reporterin? Lacht sich darüber kaputt.

Kaputt gelacht hab ich mich dagegen, als sie zu einem Schulhof umschwenkten. Jaja, die pösen Raubkobien. Da wurden Erinnerungen wach.
11.02.2015, 14:12 SarahKreuz (8328 
Gundark schrieb am 19.10.2014, 17:24:
Wer Herrn Kleimann und Herrn Suck noch nie "live" gesehen hat, kann diese in der WDR-Doku "Markt & Macher" mal in Aktion sehen. Ein User aus dem Forum64 war so nett, die von mir dort gesuchte Doku vom 1989er WDR Schulfernsehen von VHS zu digitalisieren und bei youtube hochzuladen.

Auch sonst ist die Doku nostalgisch und kultig:
http://www.youtube.com/watch?v=WpJgCLyloXg

H. Kleimann sieht man so ab 20:00. Und kurz darauf Herrn Suck.

Teil 2 - "Spiele & Spieler" (ohne ASM):
http://www.youtube.com/watch?v=ATk5Y-KaoJ8


Warum hab ich diesen Beitrag verpasst?? Wer hat das zu verantworten???

Schau ich mir heut Abend mal in Ruhe an.

So...wie ging das jetzt nochmal mit den Lesezeichen speichern auf meiner Smartphone-Kröte?
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