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Power Play 12/91




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User-Kommentare: (124)Seiten: [1] 2 3 4 5   »
10.07.2025, 23:28 Grumbler (2315 
In den spaeteren SimCity Versionen sind einige der Punkte irgendwie durchaus mit drin.
10.07.2025, 21:29 Gunnar (5732 
Tja, wenn ich mir meine Stadt hier und die derzeitigen Themen der Lokalpolitik so anschaue, ist "Sim City" aber auch ein ziemlicher Kindergarten dagegen. Ein halbwegs realistisches Spiel müsste sich dann um jede Menge Micro-Managment kümmern: Was tun gegen Leerstand, gesunkenes Sicherheitsgefühl und Müll in der Fußgängerzone? Wie umgehen mit dem Aufkommen an Radfahrern auf den viel zu klein gewordenen, maroden Ausfallstraßen? Woher soll der bezahlbare Wohnraum für die gewachsene Anzahl an Studenten kommen - oder für Geflüchtete? Was tun, wenn der Neubau eines Stadtteilbads mal wieder viel mehr kostet als veranschlagt? Soll nun eine Umgehungsstraße durch ein Naturschutzgebiet gebaut werden oder nicht? Klar, in "Sim City" könnte man einfach durchgreifen und nach Gutdünken dann Straßen, Polizeiwachen und Parks bauen (alles jeweils zum Festpreis, versteht sich - und die Gebäude stehen dann auch sofort [!] voll einsatzbereit da), aber - wie DaBBa schon dargelegt hat - ist erstens die Entscheidungsfindung in der Realität viel komplexer und die wirtschaftlichen sowie sozialen Zusammenhänge sind es sowieso. Und die Wirtschaft ist ja ebenfalls ein Witz: In "Sim City" hat man einfach eine Art Girokonto und fast kaum laufende Kosten...
Kommentar wurde am 10.07.2025, 21:30 von Gunnar editiert.
10.07.2025, 16:41 Grumbler (2315 
Junge das eskalierte quicklich die Diskussion hier

Die Autorin hat sicher auch nicht viel Ahnung von der Technik. Sicher faende ich es auch reizvoll, mit sowas wie SimCity einen ganz alternativen Ansatz zu ergruenden, wie Solarpunk oder eine kreisfoermige "Venus Project"-Stadt (Agrar-Region ist sogar moeglich mit den spaeteren SimCitys). Aber dazu muesste die Simulation viel tiefer gehen, was schwierig vorstellbar scheint zu implementieren und evtl auch vom Rechenaufwand her.

Obwohl sowas wie SimEarth hinreichend flexibel war und man auch etwa eine Dinosaurier-Zivilisation bekommen koennte.

Aber es war aus der Fruehzeit der Sims und blieb im Detail ziemlich einfach. Wenn man in die Tiefe gehen will und einige Dinge haben will, mit denen der Spieler auch etwas anfangen kann, wird's dann auch konzeptionell schwierig.
10.07.2025, 16:24 mark208 (1373 
Vielleicht ist es sogar besser es auszuklammern. Ich habe letztens einen Film gesehen, wo dann einer Hauptdarsteller in die Schweiz gereist ist und dort mit Sterbehilfe Suizid begangen hat. Seiner großen Liebe, die er erst wenige Monate vorher kennen und lieben gelernt hat, hat er nichts gesagt. Im ersten Moment war ich ziemlich geschockt, weil die Gründe nur angedeutet wurden, aber im Nachhinein fand ich das eigentlich gut, weil er durch diese Auslassung eben keine Rechtfertigung geboten hat bzw. auch keine Ablehnung seiner Entscheidung.

Und so sehe ich das bei den von dir erwähnten Spielen auch, man sollte solche hoch moralischen Fragen nicht in diesen Spielen implementieren, weil das nicht lösbar ist.

Beispiel die Atombombe, angesichts der Verluste bei den nicht einmal zum Hauptland gehörenden Inseln hat Truman und sein Stab entschieden, wenn schon Tote, dann die. Rechtfertigt das die Atombombe. Darüber darf und muss man diskutieren, aber ein Spiel sollte einem eben da keine Rechtfertigung geben wie auch keine Ablehnung.
10.07.2025, 15:47 DaBBa (3700 
Wie geschrieben: Ich finde bemerkenswert, dass man bei Singleplayer-Spielen mit simulationistischem Anstrich oft eine (über)mächtige Rolle spielt.

Wer zu viel Sim City gespielt hat, könnte den Eindruck gewinnen, der Bürgermeister einer Stadt entscheide ganz alleine, wo neue Wohn- und Industriegebiete entstehen. Und wer jetzt sagt, das sei naiv, hat natürlich recht. Aber wenn ich Sozialmedia schaue, was die Leute da teilweise von Politikern (Sowohl Spitze, als auch Basis) erwarten, bin ich mir da nicht so sicher. Da gibts Leute, die gefühlt glauben, der Bürgermeister lege die Döner-Preise fest.
mark208 schrieb am 10.07.2025, 14:26:
Wie soll man das simulieren? Aber ist ja nicht nur von links, bei Anno 18 nochwas haben sich Spielejournalisten beklagt, man habe die Chance verpasst sich mit Sklaverei auseinander zu setzen. Das sit der Zeitgeist, der überall Vergesslichkeit und Unempathie wittert.
Die Diskussion ist nicht neu. Wer bspw. Hearts of Iron oder Panzer General spielt und keinen historischen Background hat, der könnte denken, der deutsche Angriff auf die Sowjetunion sei ein "normaler" Angriffskrieg gewesen.

Allgemein werden bestimmte Themen fast immer ausgeklammert: Besiegte Gegner in Kriegs-Taktikspielen lösen sich in Luft auf; Kriegsgefangene und deren Versorgung existieren nicht. Zivile Opfer oft auch nicht oder nur abstrakt: wer bei Panzer General eine unbesetzte Stadt mit einem strategischen Bomber angreift, sorgt dafür, dass der Gegner Prestige (quasi "Geld") verliert.
10.07.2025, 14:26 mark208 (1373 
Es ist halt nicht möglich alles zu simulieren, grade Dinge wie Glück und Zufriedenheit entziehen sich oft rationalen Gesichtspunkten weswegen oft der, bei dem alle glauben, dass er doch glückslch sein müssse, tief unglücklich ist und umgekehrt, derjenige, bei dem viele denken, daran muss man doch zerbrechen mit einem Lachen durchs Leben geht.

Wie soll man das simulieren? Aber ist ja nicht nur von links, bei Anno 18 nochwas haben sich Spielejournalisten beklagt, man habe die Chance verpasst sich mit Sklaverei auseinander zu setzen. Das sit der Zeitgeist, der überall Vergesslichkeit und Unempathie wittert.
10.07.2025, 13:56 Gunnar (5732 
Na ja, einen Punkt hat der Artikel ja: Spiele geben meist die Metrik, mit der "Erfolg" gemessen wird, selber vor und zwingen den Spieler dadurch zu einer bestimmten Spielweise. Heißt konkret: Da in "Sim City" alles am Geld hängt und es keinen Indikator für sowas wie das "Bruttonationalglück" gibt, ist es einfach nicht möglich, anstelle einer vor Industrie und Handel nur so brummenden Großstadt alternativ einen Kibbuz oder eine sonstige Agrarkommune zu errichten. Aber nun, das ist eben der Wesen eines Spielgenres. Das wäre dann auch die Stelle, um mal wieder - mit Quellenangabe - Ivan Novak von Laibach zu zitieren:

Wenn man sich einen Horror-Film anguckt, muss man ihn ernst nehmen, damit er funktioniert. Man muss daran glauben, selbst wenn man weiß, dass es nur ein Film ist. Sonst ist man nur ein zynischer, alter Mensch, der besser zuhause bleiben sollte.

Heißt: Wer eine Wirtschaftssimulation spielt, uss eben auch mal an den Kapitalismus glauben. Wobei, um diesen Gedanken weiterzuspinnen: An sich argumentiert Ava Kofman dann auch nicht anders als die Myriaden an Leuten, die aus jedem "Doom"-Spieler einen Amokläufer machen wollten, indem die Unmündigkeit unterstellt wurde, nicht zwischen Spiel und Realität unterscheiden zu können. Nicht anders wird hier ja argumentiert, durch "Sim City" würde dem Publikum neoliberales Denken als alternativlos suggeriert.
10.07.2025, 09:39 mark208 (1373 
Wir erleben halt die Skandalisierung jedes privaten Raum, irgendwie ist alles immer unsensibel rassistisch oder kolonialistisch.

Und der große böse Bube ist der Kapitalismus. Das die soziale Marktwirtschaft also unser Wirtschaftssystem eine Form des Kapitalismus ist, wird gar nicth begriffen. Ebenso wird konsequent ignoriert, wie grad durch kapitalistische Systeme die Armut in der Welt sich erheblich verringert hat. Letztens hat mir jemand versucht zu erklären, dass Kapitalismus gegen das Grundgesetz verstößt.

So ist auch diese Kritik zu verstehen, es passt ihnen nicht, dass die Wirtschaft des Spiels nicht als Utopie funktioniert sondern eben nach realen Gegebenheiten. Besonders erhellend das Spiel des Architekturstudenten, welches eben auch klar aufzeigt. dass reine Verwaltungstechnik kein Gewinn bringt, der Staat ist eben nicht immer der tolle Hecht, wie Deutsche gerne glauben.

Sorry für den politischen Exkurs, aber solche Kritiken sind eben kein Zufall, sondern Strategie.
09.07.2025, 23:05 Ede444 (1535 
Schon mal von der Tropico Serie gehört?

Ich bezweifle, dass diese Frau SimCity jemals selbst gespielt hat.
Kommentar wurde am 10.07.2025, 00:00 von Ede444 editiert.
09.07.2025, 21:53 DaBBa (3700 
...sei nicht böse...
Kommentar wurde am 09.07.2025, 22:12 von DaBBa editiert.
09.07.2025, 21:21 Bearcat (5185 
Grumbler schrieb am 01.10.2022, 17:16:
wurd hier anscheinend noch gar nicht verlinkt, schönes review / kritik aus der linken szene

https://jacobin.de/artikel/simcity-stadtplanung-neoliberalismus/


Meine Fresse, was für eine ideologiegepeitschte Oberlehrerinnenscheiße. Stinklangweilig geschrieben und spricht dem Leser jegliche Souveränität ab. Behauptungsblabla zum vergessen!
11.03.2025, 13:39 Grumbler (2315 
Ja mei, Computerspiele sind halt generell boese
11.03.2025, 09:19 DaBBa (3700 
Grumbler schrieb am 01.10.2022, 17:16:
wurd hier anscheinend noch gar nicht verlinkt, schönes review / kritik aus der linken szene
https://jacobin.de/artikel/simcity-stadtplanung-neoliberalismus/
Ich will da gar nicht groß politisieren. Aber Sim City ist da nicht der einzige Titel. Singleplayer-Simulationen geben dem Spieler häufig eine Allmacht und eine Abstraktheit, die nicht gerade demokratisch wirkt.

Bei einem typischen deutschen Fußballmanager ist man nicht nur Manager, sondern auch Trainer und Sportdirektor. Man verwaltet die Kasse, legt den Eintrittspreis fest, kauft neue Spieler ein und bestimmt Training & Aufstellung. Eine Vereins-Jahreshauptversammlung wird auch häufig nicht ausgespielt; man ist, wie bei Sim City, unabwählbar. So eine Konzentration von Kompetenzen auf eine Person gibt es in der Realität ganz vielleicht mal bei einem Stadtteil-Kreisliga-Verein, bei dem der Vereinsvorsitzende alle Posten mit ja-sagenden, wenig interessierten Bekannten besetzt hat. Bei einem Profi-Team, in dem eine einzelne Person derart viel Macht vereint, würde diese Person mit Bezeichnungen wie Despot oder Alleinherrscher belegt.

Und auch beim Strategiespiel wie Hearts of Iron füllt man eine Mehrfach-Rolle aus Regierungschef und Oberbefehlshaber aus. Selbst wenn man einen demokratischen Staat lenkt, hat man Kompetenzen auf der eigenen Person vereinigt, von denen in der echten Welt so mancher Autokrat träumt.

Ja, das ergibt spielerisch natürlich Sinn, weil die meisten Leute vermutlich keine Lust hätten, ihre Entscheidungen mit KI-gelenkten anderen Personen abzustimmen.
Kommentar wurde am 11.03.2025, 10:50 von DaBBa editiert.
17.03.2024, 11:33 Gunnar (5732 
Mei, der Testbericht der SNES-Version in der Video Games von Manfred Neumeyer ist ja schon arg schludrig geschrieben und liegt sprachlich wie inhaltlich noch unter ASM/Playtime-Niveau. Da gibt's dann eben grobe Grammatikfehler ("die Stadt Bern mit seinen Verkehrsproblemem"), unpassende Betitelung von Bildunterschriften ("Ein Stadion erfreut die Bevölkerung." - was von den rundherum wütenden Feuern eher nicht zu vermuten ist), völlig unsinnige Verweise (auf Mario & Luigi, die, wie ja jeder weiß, in Brooklyn wohnen, sowie auf "Welt am Draht") und noch Erklärungen zur Steuerung im Meinungskasten. Lustig ist ansonsten noch der Fauxpas von Michael Hengst in der Power Play, Flugzeugabsturz und Godzilla-Angriff unter "Naturkatastrophen" aufzuzählen.
16.03.2024, 22:40 16-Bit Lars (140 
500.000 Einwohner, samt Mario-Statue, ohne Geld-Cheat auf Map 61, in meinen End-Dreißigern geschafft! Jetzt wird eine dicke Flasche geköpft!
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