Ha, fast so lustig wie das Zählen von Lara-Abbildungen in der Screenfun damals ist wohl das Auflisten von Bezeichnungen, die sich die Schreiberlinge in den Zeitschriftenredaktionen für die Protagonistin in ihren Testberichten so ausgedacht haben. Mit Abstand vorneweg marschiert dabei Chris Peller von der Power Play, in dessen Worten Lara C. folgendes ist:
- die Silicon-Queen des Action-Adventures
- die weibliche Antwort auf Indiana Jones
- die virtuelle Power-Frau
- das Geschöpf
- die "Ikone der Neunziger"
- die Lady mit dem rauchenden Colt
- die Kultfigur
- die (resolute) Maid (2x)
- die (coole) Lady (4x)
- die adrette Brünette
- die agile Zopf-Amazone
- die emanzipierte Dame
- das schlagkräftige Frauenzimmer
- die Aktrice
- die/unsere Heldin
- die Archäologin
- die Protagonistin
- das Superweib
- die Grande Dame des Action-Adventures
Aber auch die Konkurrenz scheint Frau C. zu kreativen Höchstleistungen angetrieben zu haben, auch wenn die Goldmedaille diesbezüglich wohl tatsächlich an Peller geht. Dahinter nämlich kommt Richie Löwenstein im PC Joker immerhin noch auf:
- die Heldin
- die populäre Polygonprinzessin
- Fräulein/Ms. Croft
- die wehrhafte Maid
- die Top-Archäologin
- die Genre-Ikone
- die abenteuerlustige Archäologin
- der weibliche Indiana Jones des Digitalzeitalters
- die herbe Schönheit
Manfred Duy in der PC Player beließ es dagegen mitunter stilblütenhaft bei:
- die Femme Fatale unter den Action-Adventures
(so, Action-Adventures sind also Frauen?)- die Hauptdarstellerin der "Tomb Raider"-Serie
(und wie heißt die Rolle, die die virtuelle Schauspielerin Lara Croft hier darstellt, denn nun?)- die wohlgeformte Action-Heroine
- das weibliche Pendant zu Indiana Hones
- die britische Archäologin
Und hier Ralph Karels in der Video Games mit vergleichsweise kläglichem Vokabular:
- die hübscheste Archäologin der Welt
- Miss Croft (2x)
- die Lady
(gähn)- Englands Top-Archäologin
Aber einen Konkurrenten hat Peller dann doch, und der hört auf den Namen Andreas Sauerland und schreibt für ein fränkisches Provinzblättchen namens PC Games. Sein Repertoire fängt zumindest "stark" an, wird danach aber doch ein wenig einseitig:
- die gefragteste Cyber-Berühmtheit
- die schöne Archäologin
- der erste virtuelle Popstar der Welt
(ähem, Pac-Man? Mario? Bub und Bob?)- die Dame (2x)
- Frau Croft (4x)
- die Frau
- die Heldin (2x)
- die Cyber-Amazone
- die Archäologin (2x)
- die (charismatische) Hauptdarstellerin (mit eindeutigen Starqualitäten) (2x)
- die geschmackvoll gestylte Heldin
- die Ärmste
- die Abenteuerin
- eine alte Bekannte
Der "hautenge Lederdress", den Lara gemäß der PCG-Bildunterschrift beim Ausflug nach Nevada anhat, dürfte für so ein Stealth-Unternehmen übrigens denkbar unpraktisch sein. Man denke hier nur an die Geräuschkulisse bei der
Lesung eines gewissen Lothar Frohwein...
Und die PC Action, in Ausgabe 1/99 just am Wendepunkt zwischen Profi- und Prollmagazin angelangt? Da brilliert Harald Fränkel mit:
- die Archäologin mit Mannequin-Qualitäten
- eine außerordentlich begabte Zirkusakrobatin
- die kokette Digi-Frau
- die (gutgebaute) Heldin (4x)
- unser Fräulein
- die junge Frau
- die Probantin
(stand das damals so im Duden?)- das zugegebenermaßen auch von vorne äußerst attraktive Kunstweib
- die kultige Hauptdarstellerin
- die "Busenfreundin"
- die schöne Frau
- das Polygon-Busenwunder
- die Schönheitskönigin
- die so anmutige, hübsche und charismatische Dame
Christian "Thunderforce III" Müller schiebt dann noch in seinem Meinungskasten nach:
- das Fräulein-Wunder
- die attraktive Kultfigur
Kommentar wurde am 01.08.2021, 21:26 von Gunnar editiert.