Besonders positiv bei Wizardry7 fand ich das Magiesystem mit den 6 verschiedene Sphären die ihr Mana unabhängig voneinander haben, was einen ermutigt, verschiedene Zauber anzuwenden.
Positiv ist auch die große Auswahl an Rassen und Klassenkombinationen, es kann lange Spaß machen, über die optimale Gruppenzusammenstellung zu grübeln.
Leider kann man nur noch über die beste verkrüppelte Gruppe mit künstlichem Handicap sinnieren, sobald man das unausgewogene Prinzip des Klassenwechsels verstanden hat, da man einfach nur solange Klassen wechseln muss, bis man alle Fähigkeiten und Zauber maximiert hat, so dass die Endcharaktere sich kaum noch unterscheiden.
Gut finde ich die Ausrüstung, insbesondere dass es verschiedene Rüstungsklassen für die verschiedenen Körperteile gibt. Allerdings ist das Inventar zu klein und wird zu schnell mit Questgegenständen überfüllt, von denen man nie weiß, ob man sie später noch braucht. Man kann sie zwar irgendwo ablegen und später wieder aufsammeln, was allerdings völlig unpraktisch ist. Ein getrenntes Inventar für Questgegenstände oder deren automatische Beseitigung, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, würde gewaltig helfen.
Das Handbuch ist ganz nett zu lesen, leider lässt es wichtige Sachen weg. Warum werden z.B. Resistenzbonusse und -mali bei der Rassenbeschreibung teilweise einfach weggelassen anstatt präzise benannt?
Der "Lifeforce"-Bonus ist doch ein wichtiges Entscheidungskriterium, um sich nicht schlecht zu fühlen, wenn man die scheinbar nutzlose Menschenrasse wählt.
Und warum konnte man nicht zu den Zaubern das benötigte Level dazuschreiben wie im Wizardry 6 Handbuch ?
Die Automap ist umständlich (viele Mausklicks nötig zum anschauen) und fehlerhaft, man muss erst ein optionales Gebiet in in der Wildnis erforschen, um "journey map kit" zu bekommen, dann muss man Fertigkeitspunkte von mehreren Level ups investieren, um es nützlich zu machen und es (oder auch andere wichtige Gegenstände) kann einem sogar gestohlen und vernichtet werden (bei der Diebesgilde), ohne dass man es mitkriegt, bevor man ein paar Savegames weiter ist.
Andere Bugs: Wenn man einen Spielstand speichert kann es sein, dass jedesmal von einer zuvor unsichtbaren Monstergruppe beim neu laden angegriffen wird, was den Spielstand unbrauchbar machen kann.
Auch können die Karten so herumwandern, dass das Spiel unlösbar wird. Man muss bei Waffen, die auf mehrere Arten benutzt werden können (wie z.B. fairy stick) höllisch aufpassen, dass man im Kampf nicht aus Versehen auf werfen statt auf draufhauen klickt, sonst sind sie weg. Mein Feenninja hat sogar den "Cane of Corpus" (gilt für viele als beste Waffe im Spiel) nach den Gegnern geworfen

, obwohl die Waffe sowohl verflucht als auch nur im Nahkampf benutzbar ist.
Das Ende fand ich enttäuschend.
Mein Fazit:
Hatte das Potential ein großartiges Spiel zu werden, leider ging es den Entwicklern mehr um die Länge als um die Qualität der Spieldauer.
3/10 Punkten