10 Euro hab ich für F-Zero (und den Nachfolger F-Zero GP Legend) auf dem GameBoy Advance bezahlt. Da kann man echt nicht meckern. Zumal ich heute schon den dritten Tag allein mit dem allerersten Spiel verbringe. Es wird also auch nach einige Spielstunden noch nicht langweilig. 15 Kurse, 3 Schwierigkeitsgrade, 4 Schlitten - damit lässt sich prima herumexperimentieren, um auf Highscore-Jagd zu gehen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich (als Frau von Welt) mit dem schicken "J.B.Crystal" schon meinen favorisierten Untersatz noch aus SNES-Tagen unlängst gefunden habe. Die anderen Raumgleiter haben einfach zu wenig Bodenhaftung und scheren mir viel zu sehr aus. Die Bande knutschen ist in F-Zero ja ziemlich tödlich.

Der "Wind Walker" und die "Fire Ball" sind für mich nicht gut spielbar - da artet mir der Fun-Racer zu sehr in Fummelei aus. Einzig das "Hot Violet"-Modell bekomme ich mit viel Übung gut unter Kontrolle. Und wäre später mal eine Alternative für meinen Crystal. Am Ende gilt aber die Devise: Auch das langsamste Gefährt lässt meine Mitstreiter Sternenstaub schlucken.
Apropos: Dadurch, dass das Setting gewollt unrealistisch ist, stört mich auch die (heutzutage!) ziemlich abstrakte Grafik nicht. Ist halt alles futuristisch angehaucht. Da stört kein Pixelbrei von einem Baum am Wegesrand und raubt die Illusion einer total realistischen Fahrsimulation. Denn Bäume gibt's nicht. Und krampfhafte Simulation hat für mich eh nix in einem Rennspiel zu suchen (es sei denn, es heißt TOCA). Das Geschwindigkeitsgefühl auf den grafisch spartanischen Strecken kommt gut. Gefühlt ist es auf dem GBA sogar noch ein ticken schneller - aber das kann täuschen, denn diese "Mode 7"-Strecken verkommen dort bedingt durch die schiere Größe des Displays auch nicht ganz zu dem Pixelbrei wie einst auf dem SNES. Bei dem Affentempo wäre ohnehin keine Zeit für Seightseeing. Für Bäume eben. Oder Werbeschilder am Streckenrand, deren Aufschrift man nur erahnen kann. Oder ein paar jubelnde Pixel, die Zuschauer darstellen sollen.
Interessant ist auch wie gut die Schwierigkeitsgrade ausbalanciert sind. Der Beginner-Modus ist hier auch wirklich leicht. Und eignet sich hervorragend zum reinschnuppern in alle Kurse. Der Standard-Modus hat da weit weniger Toleranz, was die Fehlerquote angeht. Man muss die Strecke schon gut beherrschen, um als Sieger hervorzugehen. Das ideale Mittelding zwischen Anspruch und unkonzentriertes Dauer-Cruisen. Und der Experten-Schwierigkeitsgrad ist genau das, was der Titel suggeriert. Mindestens zwei der Computergegner fahren nahezu eine Ideal-Linie und erlauben sich nur ganz wenige Fehler. Für die Pole Position muss man die Strecke nicht nur perfekt beherrschen, sondern auch den
Turbo-Boost effizient nutzen. Tut man beides nicht, hat man schon Schwierigkeiten, den dritten Platz zu halten.
Was damals "Oh!" und "Wow!" vor dem stationären Super Nintendo war ist heute immerhin noch das perfekte Spiel für zwischendurch mal. Bevor man sich versieht ist aus dem "eben nur kurz ne Runde machen" dann auch mal eine zweistündige Hatz nach neuen Runden-Rekorden geworden.
F-Zero ist in meinen Augen super gealtert. Ein gutes Arcade-Spiel bleibt ein gutes Arcade-Spiel. So soll's sein.
8 Punkte damals, 8 Punkte heute - 8 Punkte in zwanzig Jahren noch. Gerechnet in Kultboychen versteht sich (eight out of ten).