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Gerade eben diese hakelige Steuerung schreckte mich bei The Nomad Soul immer sehr ab. Schön finde ich dafür den David-Bowie-Soundtrack. Ich hätte es auch gern für meine Dreamcast; der Titel scheint ja mittlerweile einiges wert zu sein. Bei Fahrenheit bin ich auch nicht übers Anspielen (auf meiner Xbox) hinausgekommen. Hab's mir trotzdem beim letzten Steam-Sale noch mal als Remaster geholt. Heavy Rain gefiel mir nicht so gut; Detroit schon etwas besser (obwohl die Klischee-Dichte dort auch recht hoch ist). Beyond: Two Souls sprach mich vom Thema überhaupt nicht an; trotzdem konnte ich damit am meisten anfangen. Das liegt wohl an der guten Besetzung (Dafoe und Page). Wenn ich die Wahl bei story-lastigen Spielen habe, dann ist es wohl weniger ein interaktiver Film von David Cage, sondern eher ein Point-and-Click-Adventure von Telltale bzw. Dontnod.
Seltsam, dass hier noch keiner auf den Erstling von Quantic Dream zu sprechen kam. Omikron - The Nomad Soul (oder nur "The Nomad Soul") von Ende 1999 war ein super gelungener Start! Okay, auch hier hackte es an Steuerung und Speicherkomfort, aber die frei begehbare Stadt, Omikron eben, war sehr belebt und die umfangreiche Geschichte mit der wandernden Seele bot viel Abwechslung, was durch den Genremix aus Shooter, Geprügel und Rollenspiel freilich noch verstärkt wurde. Auf jeden Fall mal ein reinschauen wert, die von GOG geforderten 1,49 Öcken sind ja auch nicht wirklich teuer.
Also Detroit und Heavy Rain fand ich in Ordnung. Bei Detroit hat man sogar wirklich viele Möglichkeiten, wie die Story ausgehen kann; selbst wenn man es mehrmals durchspielt und bewusst drauf achtet, wird man nicht restlos jede Szene sehen.
Die Quicktime-Events, die es bis heute gibt (wenn auch ohne dieses Senso-Spielchen), sind einerseits irgendwie dünn, andererseits wäre es sonst wirklich nur noch ein interaktiver Film und kein Spiel.
Man muss diesen Stil natürlich mögen. Ich verstehe jeden, der bei den Quantic Dreams-Sachen oder auch Spielen wie "Life is Strange" nicht zugreift und lieber richtige Adventures möchte.
Nein, die Storys sind nicht literaturnobelpreisverdächtig. Ja, die Gesellschaftskritik-Metaphern in Detroit sind a) nicht sehr feinsinnig und b) nicht sehr genau. Es geht u. a. verklausuliert um Rassismus - aber, anders als Menschen verschiedener Ethnien, sind KIs nun mal wirklich anders und werden mit Recht anders behandelt. Aber hey, Star Wars ist objektiv ebenfalls nur eine Märchengeschichte, so wie Rotkäppchen oder Hänsel und Gretel. Und auch der Tatort erzählt oft genug Geschichten, die beim Nachdenken auseinanderfallen.
Naja, "verbessert" bedeutet ja nicht, dass die Spiele jetzt gut sind.
Quantic Dream hat das typische J.J. Abrams Problem: Einfach mal was cooles anzufangen ist ja kein Problem. Man kann sich ja später überlegen, wie man alles zu einem kohärenten Ganzen formen könnte. Leider passiert das nie.
Die Charaktere sind erstaunlich unnachvollziehbar, die Story zerfällt total, die Adventurepassagen sind entweder nervig und lahm, oder müssen ständig unter Zeitdruck vollzogen werden. Die Steuerung ist umständlich und reißt einem ständig aus der Immersion heraus. Per Gamepad geht es zwar am besten aber die ständigen Einblendungen helfen der Immersion auch nicht.
Die "Kämpfe" wären wohl aus damaliger Sicht recht nett inszeniert. Leider sieht man davon als Multitasking-unbegabter Mann absolut nicht, da man sich total auf die Quicktime-Einblendungen konzentriert.
Zusammengefasst: Keine gute Story, keine guten Charaktere, keine guten Rätsel, keine gute Steuerung und dazu Quicktime-Events und Zeitlimits. Fahrenheit war damals schon eine rechte Enttäuschung und nun, da die Grafik nicht mehr blendet, eine Katastrophe.
Leider hat sich Quantic Dream nur marginal verbessert, was mich ein bisschen um Star Wars Eclipse zittern lässt. Ich kann nur hoffen, dass man da von Seite Lucasfilm Games den Jungs von QD etwas mehr auf die Finger schaut - und vielleicht den arroganten, selbst beweihräuchernden Narzisst Cage komplett rausgehauen hat.
Ich fand's damals durchaus in Ordnung, auch wenn die Story nach einem sehr gelungenen ersten Drittel mehr und mehr abfiel. Ab da eher an die FanFiction eines Amateurautoren erinnert, der einfach mal wild drauflos schrieb und dann irgendwann nicht mehr weiter wusste, um sich dann mit immer abstruseren Wendungen zu helfen versuchte. Mit der Steuerung hatte ich damals auf der Xbox eigentlich keine nennenswerten Probleme, die recht originelle Einbindung des rechten Sticks gefiel mir sogar. Auch die Inszenierung, inklusive Splitscreenszenen war durchaus gelungen. Von QTEs bin ich zwar auch kein großer Fan, sie waren für mich aber auch keine Gamebreaker.
Lobend erwähnen möchte ich noch den Soundtrack, sowohl die Stücke von Twin Peaks Komponist Badalamenti, als auch die Songs von Theory of a Dead Man.
Im Vergleich sind die Nachfolger Heavy Rain und Detroit zwar auch nicht perfekt aber eine ganze Ecke stimmiger(das eher schwache Beyond klammere ich mal aus), aber Fahrenheit ist als früher Prototyp dieser Spiele auch nicht ganz uninteressant, vor allem inhaltlich fehlts halt noch gewaltig an Feinschliff.
DaBBa schrieb am 23.01.2022, 09:22: Das zweite Spiel von Quantic Dream. Und das erste Spiel von Quantic Dream, welches den damals schon toten Interaktiven Film wiederbelebte.
Erstmalig konnte David Cage dem Rest der Welt sein Spiele-Konzept zeigen: In einer leicht übernatürlich angehauchten Welt wird eine leicht over-the-top Geschichte erzählt, die vom Spieler mehr oder minder zart beeinflusst werden und verschiedene Enden haben kann. Spiele wie Heavy Rain, Beyound: Two Souls und zuletzt Detroit: Become Human folgten dieser Formel. Fans freuen sich vor allem über die tolle Präsentation. Kritiker bemängeln, dass die Storys der Spiele teilweise doch ziemlich dünn und logiklöchrig sind und nur von ihrer Präsentation im Spiel getragen werden.
Wobei man durchaus erwähnen sollte, dass Cage seine Erzähltechnik und auch die Spielmechaniken mit jedem Spiel besser gemacht hat. Detroid ist in sehr, sehr vielen Bereichen besser als Fahrenheit (die blöden Rhythmuseinlagen GRRRRR)
flow246 schrieb am 23.01.2022, 16:48: Fand Fahrenheit an sich klasse. Allerdings nervten mich diese, nennen wir sie mal Actioneinlagen. Dazu fand ich es irritierend, dass man den Gesuchten, aber dann auch die Ermittler spielt und steuert. Habe das Spiel dann irgendwann aufgegeben.
Ja, das ist so eine typische Quantic Dream-Sache. Auch bei Detroit und bei Heavy Rain spielt man abwechselnd die verschiedenen Protagonisten der Geschichte.
Fand Fahrenheit an sich klasse. Allerdings nervten mich diese, nennen wir sie mal Actioneinlagen. Dazu fand ich es irritierend, dass man den Gesuchten, aber dann auch die Ermittler spielt und steuert. Habe das Spiel dann irgendwann aufgegeben.
Es kommt kein Segelschiff im Spiel vor? Och, das ist ja schade! Dann ist es wahrlich kein Spiel für mich... Gut das man hier stets kompetente Beratung in vielen Lebenslagen findet!
Das zweite Spiel von Quantic Dream. Und das erste Spiel von Quantic Dream, welches den damals schon toten Interaktiven Film wiederbelebte.
Erstmalig konnte David Cage dem Rest der Welt sein Spiele-Konzept zeigen: In einer leicht übernatürlich angehauchten Welt wird eine leicht over-the-top Geschichte erzählt, die vom Spieler mehr oder minder zart beeinflusst werden und verschiedene Enden haben kann. Spiele wie Heavy Rain, Beyound: Two Souls und zuletzt Detroit: Become Human folgten dieser Formel. Fans freuen sich vor allem über die tolle Präsentation. Kritiker bemängeln, dass die Storys der Spiele teilweise doch ziemlich dünn und logiklöchrig sind und nur von ihrer Präsentation im Spiel getragen werden.
Aktuell arbeitet Quantic Dream an Star Wars Eclipse und wird damit erstmalig ein komplettes Fantasy-Setting nutzen. Übrigens: David Cage täuscht mit seinem Pseudonym vor, Brite oder Amerikaner zu sein. Ist er aber nicht, kommt aus dem Elsass.
Zum Spiel Fahrenheit selbst zitiere ich doch einfach mal einen Text von mir aus dem Jahr 2008:
Vor allem am Ende wirkt die Story ein wenig wie ein großer Eintopf, in dem so ziemlich jedes bekannte Element aus dem Filmgenre reingeworfen wurde.
- Die Computer, die die Welt beherrschen wollen. (Terminator) - Die Gruppierung, die im Geheimen die ganze Welt regiert. (Illuminaten) - Das Kind mit der reinen Seele, natürlich Waise. - Die Polizistin, die sich in den scheinbaren Killer bzw. Helden verliebt. - Der Held, der stirbt, und wieder auferweckt wird - und quasi als Zombie zwar bei - 50°C mit einem einfachen, zerlumpten Oberteil draußen rumlaufen kann und einen kalten Atem hat aber trotzdem noch ein Kind zeugen kann. usw.
Das muss zwar nicht schlimm sein, wirkt aber am Ende IMHO ein wenig überfrachtet.
Und irgendwie hat die Story ein Loch: In der einen Szene auf dem Friedhof schließen Carla und Lucas einen Pakt, direkt darauf sind sie schon liiert. Diese Lücke geht auch aus den Datumsangaben in der Kapitelübersicht hervor, zwischen den beiden Szenen liegt fast ein ganzer Monat. Was ist dazwischen passiert? Hat Lucas einfach nur darauf gewartet, bis das Orakel das Kind aufgestöbert hat?
Und leider ist die Story ja so vielseitig nicht. Selbst wenn man scheinbar alles "falsch" macht (Tiffany wegschicken, Beziehung zu Markus beenden, Kind "Agatha" = Cyborg geben etc.), kann man am Ende immer noch gewinnen, in dem man am Ende einfach alle Bösen nacheinander plättet. Genau das hätte man bei optimalem Verhalten aber auch machen müssen.
Über ein Anspielen bin ich auch nicht hinausgekommen. Ist dann doch sehr schnell wieder auf dem Verkaufen-Stapel gelandet. Vielleicht lag es an der Steuerung?
Fürstbischof von Gurk schrieb am 22.01.2022, 20:37: Was hat Dir die arme Fr. Duck denn heute getan, Mensch?!
Na, gar nichts natürlich. Der Lisa Duck bin ich doch mit meinem Beitrag gar nicht in die Seite gescheddert. Meiner Meinung nach ist Fahrenheit einfach ein blödes, überflüssiges Spiel. Kommen ja nicht mal Segelschiffe drin vor!
Lasset die Gamestar sprechen! Mir persönlich war schon die Demo zu doof. Fahrenheit ist viel zu abgehoben. Will große Erzählkunst sein und versagt bei den Standards: Steuerung, Steuerung, deutsche Sprachausgabe, Steuerung, Kameraperspektiven, Steuerung, Umfang, Speichermöglichkeit, Steuerung und Steuerung. Ach ja, statt Rätsel gibt´s halt Quicktime. Und die Geschichte? Meine Fresse, es gibt tausende Bücher und Filme, die Geschichten hunderttausendmal besser erzählen als dieser möchtegernintellektuelle Furz aus Frankreich. Furz, weil meine damalige Prophezeiung voll eingetroffen ist: wie ein Leibeswind, der bekanntlich keine lange Lebensdauer hat, war Fahrenheit gefühlt drei Sekunden nach Verkaufsstart auch schon wieder vergessen. Ein kleiner Hype um gar nichts.
FAHRENHEIT jetzt hier auf kultboy.com! Wollte ich immer spielen... aber irgendwie hat es mich immer - wegen den Quicktime-Action-Events - abgeschreckt... Auch die Storyline scheint ja zum Ende hin durchaus abgedreht... Jetzt kann ich mich entspannt zurücklehnen und schauen was Ihr Leute hier darüber schreibselt und mich dann vielleicht neu orientieren. Es ist aber auf jeden Fall ein Spiel, welches auf diese Seite gehört... Kommentar wurde am 22.01.2022, 19:35 von Lisa Duck editiert.