SarahKreuz schrieb am 15.07.2011, 06:45:
[...]Die Grafik ist noch hübscher als auf dem Amiga und erstrahlt in satten 256 Farben.[...]
Früher hat man ja immer über die schlecht angepassten 1:1-Versionen der Adventures aus dem Hause Sierra gemeckert. Aber wenn man mal ehrlich ist, muss man sagen, dass es Lucasfilm Games damals auch nicht viel besser gemacht hat. Der große Unterschied war der, dass deren Spiele schon in den Original-EGA-Fassungen auf dem PC besser aussahen, als jene des direkten Konkurrenz-Unternehmens Sierra On-Line. Insbesondere bei "Loom" wäre auf dem Amiga mit seinen 32-Farben-Modus mehr drin gewesen! Okay, insbesondere die Amiga-Konvertierung von "Zak McKracken" profitierte 1989 von der Commodore-Hardware (obwohl auch hier nur sechzehn Farben genutzt wurden, glaube ich), sah diese Version doch weit besser aus, als die ursprüngliche PC-EGA-Fassung, welche ja größtenteils mit der C64-Umsetzung identisch war. Zwar gab es später noch eine "Enhanced EGA-Fassung", aber selbst die kam nicht ganz an die Konvertierung für die "Freundin" heran. Mit "Maniac Mansion", dessen Amiga-Fassung ja erst
nach "Zak McKracken" herauskam, haben sich die Mannen bei Lucasfilm Games aber wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, sah es hier doch ebenfalls verdammt nach EGA aus!
Für "Indiana Jones and the Last Crusade" galt eigentlich fast das gleiche: Grundsätzlich bekam man es auch in der Amiga-Umsetzung mit einer tollen Grafik zu tun (vor allem in Sachen Animationen hatte sich gegenüber den beiden Vorgängerspielen ja so einiges getan), besonderen Nutzen aus den Grafikfähigkeiten von Commodores 16-Bitter zog aber auch dieser (ansonsten grandiose) Titel nicht...
Erst mit "The Secret of Monkey Island" ging man etwas mehr auf die speziellen Grafikfähigkeiten der "Freundin" ein, lag diese doch bezüglich ihrer grafischen Qualität ziemlich genau zwischen der EGA-Version und der VGA-Fassung dieses wegweisenden Games. Was nun die letzten beiden SCUMM-Titel, welche die amerikanische Company noch für die beliebte Commodore-Maschine umgesetzt hat, angeht: "Monkey Island 2" war auf den ersten Blick kaum von der 256-Farben-Version des PCs zu unterscheiden, bei "Indiana Jones and the Fate of Atlantis" sah es leider nicht mehr ganz so rosig aus. Mal ganz abgesehen von den teilweise heftigen Geschwindigkeitseinbußen, die der
Indy-Fan mit Amiga im Haus hier über sich ergehen lassen musste, hatten die verschiedenen exotischen Hintergründe doch leider etwas Federn gelassen! Keineswegs eine Katastrophe à la Sierra, allerdings merkte man schon, dass LucasArts bei dieser ansonsten gelungenen Portierung (zumindest mit Turbokarte und Festplatte war das Spiel auch auf dem Amiga ein echter Hochgenuss!) nicht mehr die gleiche Sorgfalt hat walten lassen, wie es noch bei den beiden "Affeninsel"-Episoden der Fall gewesen ist...
Trotzdem, 1:1-Umsetzungen hin oder her: Lucasfilm Games/LucasArts hat bezüglich ihrer Amiga-Umsetzungspolitik weitaus mehr Geschick (und wohl auch persönliches Interesse) an den Tag gelegt, als es Sierra über die Jahre hinweg je getan hätte...
Fazit:LucasArts
Sierra
Kommentar wurde am 04.03.2012, 21:41 von Bren McGuire editiert.