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Titanic: Adventure Out of Time
Titanic: Eine interactive Reise
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Bisher 1 Stimmen bei einer Gesamtwertung von 7.00

Entwickler: Cyberflix Incorporated   Publisher: Bomico   Genre: Adventure, 2D, Detective, Rätsel   
Ausgabe Test/Vorschau (1) Grafik Sound Wertung System Datenträger Hits Autor
PC Player 3/97
Testbericht
--3/5
PC CD-ROM
2 CDs
153Roland Austinat
Partnerseiten:
 

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Videos: 2 zufällige von 1
Kategorie: Longplay, PC
User-Kommentare: (5)Seiten: [1] 
24.09.2019, 08:31 Pat (5038 
Während ich den Quasi-Nachfolger Redjack kurz angespielt habe, erwähnte ich ja schon die Ähnlichkeit zu diesem Spiel. Und jetzt merke ich, ich habe noch gar nichts dazu geschrieben. Sakrileg!

Ich finde Titanic: Adventure out of Time nämlich ein richtig gutes Spiel. Vielleicht sogar in den Top 50 der Adventures.
Nein, nicht wegen der Rätsel. Diese sind, wenn überhaupt, eher mittelmäßig. Und auch die übergeordnete Handlung ist jetzt nicht übermäßig komplex oder tief aber immerhin nett gestrickt.

Irgendwie ist Titanic: AOOT aber trotzdem mehr als die Summe seiner Teile. Ea macht echt Spaß, die Titanic zu erforschen - zumal sie, den technischen Limitationen der Zeit entsprechend, richtig authentisch umgesetzt wird. (Am besten man bewegt sich per Pfeiltasten der Tastatur durch den Dampfer.)

Ebenfalls durch das Schiff bewegen sich eine Reihe von Charakteren, mit denen man interagieren kann. Und das ist ganz nett gemacht: Gespräche laufen in Multiple-Choice ab und dies in einer speziellen Variante.
Ebenfalls aus der Ich-Perspektive verzichtet aber das Spiel auf Videosequenzen. Stattdessen werden teilanimierte Fotos (und natürlich gelungene Sprachausgabe) verwendet. Das sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, funktioniert aber tatsächlich richtig gut.

Zwischendrin gibt es dann auch noch ein paar Logikrätsel, die jedoch recht gut verpackt sind.

Ja, die Atmosphäre des Spiels funktioniert wirklich richtig, richtig gut.
Kommentar wurde am 24.09.2019, 08:44 von Pat editiert.
12.06.2019, 19:49 Il bastardo (208 
Sogar John Jacob Astor - der selbst bei der Katastrophe umkam - hat nach der Kollision mit dem Eisberg angeblich Witze darüber gerissen ("Ich hatte zwar Eis für meinen Drink bestellt, aber das ist doch wirklich übertrieben."). Ich würde nie absichtlich das Andenken der Titanic-Opfer beschmutzen; dazu haben mich einige der überlieferten Geschichten zu tief beeindruckt.

Neben der unfassbaren Geschichte des Bäckermeisters Charles Joughin, der völlig betrunken zwei Stunden im Eiswasser überlebte, finde ich insbesondere den weitgehend zivilisierten Ablauf der reichlich chaotischen Evakuierung bemerkenswert: Drei Viertel aller Frauen und mehr als die Hälfte aller Kinder überlebten. Eingedenk der katastrophalen Platznot in den Rettungsbooten hat das eine humane Konnotation, aller Tragik zum Trotz. Da hat diese Welt schon Anderes gesehen.
Kommentar wurde am 12.06.2019, 19:51 von Il bastardo editiert.
11.06.2019, 23:38 Gunnar (3832 
Netter Bericht. Der Witz mit den

Il bastardo schrieb am 11.06.2019, 21:34:
7/10 Eiswürfel

liest sich zwar etwas zynisch, aber den gab's so ähnlich ja schon in "Time Bandits". "Waiter, more champagne... and plenty of ice."
11.06.2019, 21:34 Il bastardo (208 
Sehr cooler Agentenkrimi vor der Kulisse der schicksalhaften Jungfernfahrt der RMS Titanic.

Aufgrund inhaltlicher Defizite mag dieser Titel heute etwas in Vergessenheit geraten sein, seinerzeit war er durch seine enorm detaillierte Nachbildung des Luxusliners in aller Munde, war doch das hierfür erstellte 3D-Modell die detaillierteste Nachbildung der Titanic, die es in digitaler Form gab. Verständlicherweise hat man längst nicht alle Räume nachgebildet; abgesehen vom astronomischen Aufwand hätte es den Spieler auch mit Komplexität erschlagen. Die Reduzierung auf die markantesten Schauplätze (das große Treppenhaus darf natürlich nicht fehlen) war definitiv der richtige Schritt.

Generell sind dem Spiel auch die Limitierungen anzusehen, die durch die Arbeit in einem kleinen Team und die damalige Technik vorgegeben sind: Das pulsierende Leben auf der Titanic ist größtenteils drückender Stille gewichen; man mag kaum glauben, dass über 2.200 Leute an Bord sein sollen. Zwar begegnet man immer wieder gesprächsfreudigen Charakteren, aber dazwischen stehen immer wieder lange, menschenleere Verbindungswege. Zwar hat man sich mit dem Alibi beholfen, dass aufgrund der Kälte die Passagiere früh schlafen gegangen wären, dennoch habe ich so meine Zweifel, dass sich ab 23 Uhr nur noch ca. 30 Leute vor ihre Kabinentür gewagt haben sollen. Ferner hat man - wahrscheinlich aus Pietätsgründen - davon abgesehen, historische Persönlichkeiten miteinzubeziehen; auf einen Plausch mit Captain E. Smith, Thomas Andrews, Bruce Ismay oder Benjamin Guggenheim muss man verzichten, sie werden nur indirekt in Dialogen erwähnt.

Dadurch wirkt die Szenerie leider nicht so dynamisch, wie man es sich bei dem Hintergrund wünschen würde - gerade das Finale leidet darunter. The Last Express - das sich als Vergleichswerk regelrecht aufdrängt - erschafft mit einem kleineren Cast an Figuren ein deutlich lebendigeres Treiben, weil diese sich ein wesentlich kleineres Areal teilen, und Begegnungen daher zwangsweise nicht ausbleiben. Im Gegenzug belastet Titanic den Spieler nicht mit einer fortwährend tickenden Uhr (außer im Finale): Zwar kann man auch hier eine Taschenuhr zuschalten, aber der Zeitverlauf wird durch Events vorangetrieben - Dialoge vor allem, oder Interaktionen mit Gegenständen. Ferner wird man nicht so rigoros wie in Jordan Mechners Werk bestraft, wenn man mal nicht zur vorgegebenen Zeit an einem bestimmten Ort anwesend ist. Es kann zwar durchaus vorkommen, dass Schlüsselgegenstände bei zu langem Herumtrödeln verschwinden, doch diese Rückschläge sind nur zeitweilig, und können später wieder ausgeglichen werden. Überhaupt gibt es einige Subquests, die man im ersten Durchspielen gar nicht bemerkt. Die Non-Lineare Struktur funktioniert und macht Lust auf mehrfaches Durchspielen.

Wer aber gern beinharte Rätselkost goutiert, wird hier hungrig vom Tisch gehen. Es gibt zwar ein Inventar, im Wesentlichen sammelt man aber nur Gegenstände ein, und lädt sie andererorten wieder ab; sie miteinander kombinieren ist nicht drin. Ab und an gibt es auch sehr einfache Logik-Puzzles zu lösen, wobei ich hier wiederum den geringen Anspruch begrüße - diese Art Rätsel empfand ich schon immer als überflüssigen Bremsklotz. Zwei Action-Passagen gilt es auch zu überwinden, aber besondere spielerische Substanz wird zu keiner Zeit geboten. Bevor der Plot sich verdichtet, drückt dazu noch eine etwas langatmige Stimmung auf die Motivation, die von durchwachsener Musikbegleitung und manchmal ausschweifenden Dialogen geprägt ist.

Diese Störfaktoren lassen das Spiel zwar nicht am Eisberg zerschellen, verhindern aber einen Aufstieg in die oberste Wertungsliga. Sei's drum: Nach einiger Zeit ist man gut im Geschehen drin, und der betriebene Rechercheaufwand beeindruckt auch heute noch. Mich hat Titanic: An Adventure out of Time jedenfalls dazu animiert, mich ein bisschen in die Hintergründe einzulesen. Bedauerlich, dass Hersteller Cyberflix nicht an diesen Erfolg anknüpfen konnte.

7/10 Eiswürfel


Wen die Materie interessiert, der sollte Titanic: Honor & Glory im Blick behalten. Mit den heutigen Mitteln ein solches Spiel zu inszenieren wäre nicht weniger als spektakulär.
http://www.titanichg.com/
28.12.2017, 21:09 kultboy [Admin] (11089 
Seit heute bei GOG verfügbar.
Seiten: [1] 


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