Mit Blick auf die vorangegangenen Joker-Jahre konnte ich in den Sommermonaten (Stichwort: Doppelausgaben!) immer ein bisschen verlorengegangene Rezensionszeit gutmachen. In diesem Jahr war/ist alles anders: Vor und nach dem Urlaub...viel zu tun. Geburtstagsfeiern, Treffen mit Freunden an den Wochenenden, Besuche bei Papa...viel zu tun. Noch rumliegende To-Do-Listen wollten auch abgearbeitet werden...viel zu tun!
Der langen Ausrede kurzer Sinn: Erst jetzt komme ich zur ausführlichen Besprechung des Juliheftes. Also, ab in die Vollen!
Wieso sich Michi Labiner zehn Kerzen auf seinen 1200er gepappt hat? Na weil im
Editorial dem 10. Jubiläum der Freundin gehuldigt wurde. Was einst mit dem Amiga 1000 begann, ist zu jenem Zeitpunkt mit A 1200, A 4000 und dem CD 32 auf eine neue Qualitätsstufe gehievt wurden. Leider wissen wir heute nur all zu gut, dass diese Qualität letzten Endes nicht ausreichte, um den Amiga ein längeres "Leben" im hart umkämpften Computermarkt zu schenken. Sei ´s drum...
Immerhin sah die Commodore-Welt anno Juni/Juli '95 schon wieder deutlich besser aus. Nach der Übernahme durch Escom war die erste allgemeine Verunsicherung (nein, nicht die Band!

) aus den Köpfen der User, Produzenten und all jene, die es gut mit der Freundin hielten. Ein Aufatmen, dass letztendlich auch wieder in mehr Spielesoft resultierte. Ganze 22 Test- und Previewberichte (der
Aktion Lesertest einmal außen vor) durfte sich damals und natürlich auch heute die Leserschaft genüsslich zu Gemüte führen.
Staunend nahm ich den Bericht zu
Die Nordländer zur Kenntnis, da mir dieser Rolli bis dato gänzlich unbekannt war. Erneut schmunzeln durfte ich über die Zeilen zum rotzfrechen
Ruffian, der Ruud Gullit like seine Gegner bespuckt. Wohlwollend schmökerte ich mich durch den im wahrsten Sinne des Wortes runden Testbericht zu
Pinball Illusions, der sowohl inhaltlich als auch punktetechnisch ganz nach meinem Gusto war. Mein Lieblingsbericht dieser Ausgabe!
Ein wenig kurios und letztlich auch erheiternd kommt der Lesertest von Oliver Holsten daher. Zwar bewertet er den
Rohrkrepierer von Mirage deutlich schlechter und somit besser als Richy bei seinem 91 %-Fauxpas; dennoch sind ganze
40 % für die eintönigen Robbies noch eindeutig zu viel des Guten.
Eindeutig "drüber" waren auch mal wieder die Herren und Damen der "Einschreitbehörde" BP(j)S. Im Interview mit Bitmap-Bruder Eric Matthews entgegnet er, nachdem der Joker ihn auf die kürzlich vorgenommene Indizierung der
Chaos Engine Mega Drive Version hinwies:
"Was? sind die plemplem?!". Na klar sind sie das. Das war ja stets auch ihr Credo!!
Darüber hinaus hält diese Ausgabe keine große Überraschungen bereit. Im Gegentum. Tristesse und nicht meldungswürdige Annoncen in der Rubrik
Kleinanzeigen. Hatten wir das schon mal in all der Zeit zuvor?? Ich denke nicht.
Somit kann ich ohne Umschweife mich in die
Demo Galerie stürzen, um mir eine süße, kleine Präsentation raus zu picken. Hammer und Sichel...CCCP...das Ganze untermalt mit Technobeats? Klingt genial.
Ganz so genial war die
Demo dann leider doch nicht. Zumindest dröhnte positiv der Techno-Track durch meine Boxen. Die kredenzten Effekte waren auch nicht von schlechten (Kommunisten-)Eltern. Nur die eingeblendeten Parolen waren mir zu profan, besser gesagt zu tendenziös.
Sofort geht es jetzt weiter, damit ich eine ruhige Kugel schieben kann. Halt mal! Ich bin doch so schon ziemlich im Zeitverzug? Ach komm her! Für eine entspannende Runde
Kingpin Arcade Sports Bowling muss einfach Zeit sein.
Also ging es ab auf die CD32-Schillerbahn, damit auch Auge und Ohr was vom Pinabräumen haben. Das Spiel hatte ich mir schon mal im Jahre 2012 gegönnt, aber nur in der Disk-Version.
Schnell wurde es beim Bowlen fad, denn ohne einen menschlichen Mitspieler wird die Sache im Handumdrehen langweilig. Die von mir gebuchten beiden Computer-Cracks spielten ziemlich gleich, obwohl es einmal Männlein und einmal Weiblein waren. Von daher komme ich ohne großes Geschwafele direkt zur Wertung:
ZUM TESTBERICHTWie ersichtlich, ist dies ein sehr bescheidener TEAM 17-Titel, der nur unter Teilnahme weiterer
menschlicher Mitspieler eine gewisse Kurzweil versprühen kann. Andernfalls schmeißt man schnell vor Frust ne "Ratte" und steigt schnurstracks aus dem Spiel aus...
Werfen wir also die Kugeln weg und gleich mal einen Blick in die Arcadeautomaten-Halle. Was haben wir denn da Schönes?
'Nen Racing-Game namens
Drift Out '94 entdecke ich auf Seite 107. Sieht gut aus, ab dafür mit Mame, dem Arcade-Emulator meines Vertrauens.
Ich mag ja solche Top-Down-Racer, obwohl dieses Spiel eher ein Vertreter der Perspektive "von schräg oben" ist. Spielerisch stellt sich der ganze Rennzirkus zwar ziemlich einfach dar (nur links/ rechts lenken und Gas plus Bremse betätigen), dennoch kommt bei den abwechslungsreichen Strecken Renngaudi auf. Sprünge, Abzweigungen, sogar Rally untypische Überholmanöver kann man mit dem Game erleben. Immerhin hab ich es bis zur dritten "Acropolis"-Stage geschafft. Für diesen gelungenen Arcade-Zwischenschmaus gibts oktanhaltige
7 Tankfüllungen.
Heute gibts die Zähler fürs Heft mal am Ende meiner Rezension. Folgendermaßen kann dieses Heft punkten:
Cover:
Auch wenn
Der Seelenturm keine "Optimalbesetzung" für ein Titelbild ist, so wirkt die Gesamtaufmachung doch ziemlich stimmig. Ich hebe mal ein wenig den Kultboy-Durchschnitt an und werte mit
6 Pinselstrichen.
Inhalt:
Der 95er Jahrgang war bis dato noch nicht so recht das Gelbe vom Ei. Endlich kommt wieder mehr Schwung ins Geschriebene; die Rettung Commodores scheint den Redakteuren einen gewissen Push gegeben zu haben. U. a. schön formulierte Berichte und ein klasse Interview mit den Bitmap-Brothers ergeben für mich stimmige
7 Schreibfedern.
Game Over, die Zielflagge senkt sich für diese Ausgabe und das kommende Heft befindet sich bereits auf der Teststrecke. Jetzt heißt es, Tempo aufzunehmen, damit ich nicht noch mehr zeitlich in Verzug gerate. Jedenfalls sind bereits Turbobrille, Düsentastatur und Lichtgeschwindigkeits-Joystick Gewehr bei Fuß...Ihr wollt ja schließlich nicht, dass ich Euch die Weihnachtsausgaben-Besprechung zum Ostereier-Feste kredenze, oder?
Kommentar wurde am 28.09.2025, 17:51 von jan.hondafn2 editiert.