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Amiga Joker 2/96


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Inhalt: Bewertungen: 4 Gesamtwertung: 6.00 (Statistik)
Cover: Bewertungen: 13 Gesamtwertung: 3.92 (Statistik)

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User-Kommentare: (23)Seiten: [1] 2   »
29.03.2026, 12:38 jan.hondafn2 (2543 
Draußen sprießen bereits die Blumen, die Vogelschar trällert gar schöne Melodien und Clairchen spendet uns wärmende Frühlingsstrahlen. Ich hingegen bin gedanklich noch im frostigen Februar, um dieses Heft durch meine Testfittiche zu bugsieren. Alles ist soweit vorbereitet, also lasst uns in die Vollen gehen:

Im Editorial sind Michael wohl die Ideen ausgegangen. Bestimmt geht Ihr mit mir konform, dass man als Einstiegsthema ein besseres als “Online mit der Freundin“ hätte auswählen können. Deutlich interessanter gestaltet sich dagegen das Betriebsgeheimnis, in dem unter anderem die neckischen Comic-Zeichnungen von Markus Ziegler (siehe auch Interview mit mz) zum Zuge kommen.
Gleichzeitig geht es in dieser Rubrik mit einem Reigen voller Werbung für den Multimedia Joker los. Beginnend mit der kleinen Anzeige im bereits angeführten Betriebsgeheimnis wird mit vollen 2 DinA4-Seiten Werbung im Verlaufe des Heftes weitergemacht, gefolgt von mehreren Hinweisen auf das neue Printprodukt in diversen Rubriken. Hatte die Redaktion etwa da schon eine Vermutung, dass der Amiga Joker in Kürze nicht mehr in den Druck gehen würde?
Gleich doppelt gelacht werden darf, wer die Mixer Seite aufblättert. Ein äußerst einfallsreicher Leser hat das Joker-Motiv doch glatt zu einer Briefmarke entfremdet. Und obwohl das gefakete Postwertzeichen nur mit einer mit Bleistift gemalten „80“ versehen wurde, war der Postmann überzeugt: „Dies ist eine echte Marke; sieht auf jeden Fall professionell aus!“

Lust auf mehr bringt das Lesen des Tests von Odyssey. Von Richy hervorragend formuliert und vom Layouting schick präsentiert, will man am liebsten sofort das Plattform-Adventure von Audiogenic an seine „Freundin“ verfüttern. Auch ich hatte ursprünglich die Ambitionen, mit dem Spiel auf virtuelle Reisen zu gehen. Letztlich hat mir ein Blick ins Longplay die Lust genommen, denn das ständige Morphing des Protagonisten war für mich nicht stimmig und hemmt das Gameplay doch ganz offensichtlich.

Auf Seite 22 scheint man sich verfrüht in der PD Box zu befinden. Die Macher von Future Space sollte man Kiel holen, teeren plus federn und im Anschluss ein halbes Jahr Jolanda am Stück zocken lassen. Mit einer Wertung von 31 % und der Einstufung “Schund“ scheint mir dieser Flop noch ziemlich gut davongekommen zu sein… Unser User Rebell529 möchte doch bitte uns mal erklären, wir er bei diesem Murks von Software auf 6 Punkte kommt!??
Ähnlich verhält es sich beim Obsession Pinball Test von Martin Schnelle. Mit Blick auf den Pinball Mania Test aus der Ausgabe 11/95 wird man das Gefühl nicht los, dass die gesamte Joker Redaktion schlichtweg vergessen hat, wie Flipper auf dem Amiga auszusehen haben -> Pinball Dreams, Pinball Fantasies, Pinball Illusions!

Seitenblättertechnisch (was für ein Wort!) bin ich nunmehr auf Seite 48 in der Demo Galerie angekommen. Wow! Gleich 3 der 4 Demowerke schreien nach einer Harddisk, somit begnügt sich nur ein Vertreter mit dem ratternden Floppygerät. “Starker Hinhörer“ und “starker Hingucker“ schreibt der Joker bei einem Kandidaten…hat mich überzeugt…also flugs die hoffentlich affenstarke Präsentation namens Pyt gestartet.
Unser Jolly hat nicht zu viel versprochen. Musikalisch und optisch geht hier definitiv der Punk ab, alles wirkt wie aus einem Guss. Auf mich strahlte dieses kleine Kunstwerk eine besondere Faszination aus, denn in solch einer Darbietungsform durfte ich bis dato noch keine andere Demo erleben. Wer sich also nur einen Hauch für Demos begeistert, sollte sofort diese knapp 6 Minuten lange Darbietung genießen.

Alles andere als im Genussmodus –und damit wechseln wir mal abrupt das Thema- waren, bis auf KielerKai, die bisherigen Bewerter des Titelmotivs hier auf Kultboy. Also sooo schlecht finde ich das Odyssey Artwork in Verbund mit dem Schriftlayout gar nicht. Somit reihe ich mich mal zwischen Lightknight, docster (jeweils 5 Punkte) und besagtem Kieler Jung‘ (7 Punkte) mit 6 Zählern ein.
Wo wir gerade beim Cover sind…das Odyssey Poster in der Mitte des Heftes darf man sich gern an die Wand pappen. Einen Blick auf die Rückseite wagt man aber lieber nicht, denn sollte man dies tun so jagt diese Jaktar Fratze ängstlichen Leuten einen gehörigen Schrecken ein.

Als erfrischend empfand ich den Bericht Was macht eigentlich Fields of Vision, die unter anderem den schicken, aber bockschweren Shooter T-Racer programmiert haben.
Noch erfrischender, ja gar sensationell gut lesen sich diesmal die Seitenhiebe, in denen Markus Ziegler sowohl thementechnisch als auch schreibtechnisch kräftig vom Leder zieht. Hat mir wirklich prima gefallen Markus.
Regelrecht verblüfft hat mich die Wahl zum Spiel des Jahres 1995. Hätte jemand von Euch gedacht, dass diese Trophäe die Satire-Simulation Biing! einheimsen könnte??

Einen kleinen satirischen Polit-Exkurs genehme ich mir mal zwischendrin: Da ich bei meinem Projekt ja immer wieder gerne mal Parallelen von damals zu jetzt ziehe…
…in der Rezension zur Datendisk zum Spiel 1990 (Politik Simulation) liest man bei einem Bilduntertitel: “Die Roten sind an der Macht!“ Herrlich dachte ich mir, genauso wie heute (Leute, die um die Ecke denken können, wissen ganz genau, was ich damit meine).

In der Kleinanzeigen Rubrik fiel mir diesmal nur diese eine Annonce ins Auge:

# “Amiga-Freak (16) sucht Kontakt zu Girls (15-18 ), am besten aus Dresden…Vielleicht wird´s ja mehr.“ Lieber Kollege aus Elbflorenz: Dies ist ein Computerspielemagazin, kein „Wer sucht wen“ Partneranzeigenheft!

Somit bin ich bei meiner allmonatlichen Daddelsession angekommen. Insgeheim wollte ich mir -Ede444 hätt ´s gefreut- den Willi Lemkes Fussballmanager geben, doch gab es bei der Emulation Probleme. Keinerlei Probleme gab es hingegen beim tierischen Paws of Fury Schiller-Prügelgame, welches als Ersatz in meinem emulierten CD-32 Schacht landete.
So schlecht, wie ursprünglich angenommen, gestaltete sich der Tatzenfight gar nicht. Nun gut, Aufmachung, Geräuschkulisse und Gameplay waren schon anno 1996 nicht mehr zeitgemäß. Außerdem war diese 1:1 Umsetzung ohne zusätzliche Zwischensequenzen oder Audio-Tracks für alle CD32-Besitzer eine Beleidigung sondergleichen. Und dennoch: Für ne Prügelrunde zwischendurch (vorzugsweise mit einem tierlebenden Nachbarn/Freund) kann man die Scheibe ruhig mal in die Konsole schmeißen.
Mehr positive Worte kann ich aber nicht verlieren. Fast schon "erschrocken" war ich über den dürftigen Schwierigkeitsgrad. Selbst bei Schwierigkeitslevel 4 von 15 darf ich zumindest beim letzten Obermotz Dali Llama ein wenig mehr Gegenwehr erwarten. Zuvor habe ich ebenfalls die Kollegen Pantha und Karate Croc ganz ohne Mühen die Haut bzw. das Leder über die Ohren gezogen. Wen wundert es da noch, dass ich nach knapp 20 Minuten meinen Prügelprotagonisten per Endbild in Richtung sternenklarer Nacht beim Segeln zuschauen durfte? Dies drückte dann meine anfangs doch recht positive Stimmung immens nach unten, welches sich auch in der Wertung widerspiegelt:

ZUR TESTWERTUNG

Ja, leider musste ich hier ein paar Prozente vom Joker abziehen. Ein Blick auf unsere Kultboy-Wertung zeigt, dass ich so falsch nicht liegen kann...

Mal richtig liegen könnte ich hingegen bei der Wahl eines richtig fetzigen Coin Op Titels. Und so war es dann auch, denn meine weise Wahl fiel auf WWF WrestleMania: The Arcade Game. Breit grinsend habe ich mich mit den verschiedenen Recken durch den Ring geprügelt. Am meisten hat mir als Charakter Yokozuna gefallen. Mit ihm konnte ich richtig "aufräumen" und sogar bis zum Ende in dem Intercontinental Championship vorstoßen. Einfach eine tolle Beat 'em Up Action, die uns Acclaim beschert hat. Ich lasse mal 7 Piledriver für dieses Game krachen.

So richtig krachen soll auch meine kommende Rezension zum 3/96 Heft. Aus dem Grunde muss ich mich nun -ein Blick auf den Kalender lässt tief blicken- wieder mal sputen, damit ich nicht all zu sehr in Verzug gerate. Bis dahin könnt Ihr ja schon selbst einmal das März-Magazin unseres kultigen Jokers durchpflügen. Somit wäret Ihr dann bestens gerüstet, um meinen ausgiebigen Testergüssen hier beizuwohnen.
Wie immer zähl' ich auf Euch, denn nur noch 6 Heftchen möchten durchblättert und besprochen werden. Im nächsten Heft konnte ich auf alle Fälle schon mal ein paar interessante Dinge für Euch in Erfahrung bringen. Naaa? Neugierig geworden? Dann gefälligst reingeklickt beim Märzenblatt (nein, nicht das Gewächs!) und mitgelesen. Ihr wisst doch: "Wer nicht liest, bleibt dumm!"
Kommentar wurde am 29.03.2026, 12:49 von jan.hondafn2 editiert.
12.06.2020, 19:35 Fürstbischof von Gurk (2076 
Das war damals mein aller-allerletzter Joker. Bis zu dieser Ausgabe war ich ihm seit dem Anfang treu...
07.07.2012, 22:13 Retro-Nerd (14475 
Habe ich auch gern getan. SWOS 95/96 ist ein unsterblicher Klassiker.
07.07.2012, 22:10 drym (4371 
Ich glaube, man war froh, inklusive Previews auf knapp 10 Spiele zu kommen, die man auf das Cover schreiben kann. Nach dem Motto: "es gibt wirklich noch Software für den Amiga! Und wir testen sie. Bitte, bitte kaufen."

Und "zu viel" kann man ja immerhin denken, wenn man es anschaut. Möglicherweise war das damals ja etwas positives.
07.07.2012, 21:51 Retro-Nerd (14475 
Hatte auch genug Zeit dazu.
07.07.2012, 21:50 docster (3407 
Du findest den Barcode zumindest noch - da dürften an mancher Kasse ernsthafte Schwierigkeiten aufgetreten sein.
07.07.2012, 21:48 Retro-Nerd (14475 
Schön noch fett den Barcode mit ins Motiv reinhauen. Heutige Zeitschriften machen das meist auch nicht besser.
Kommentar wurde am 07.07.2012, 21:51 von Retro-Nerd editiert.
07.07.2012, 21:46 docster (3407 
Im Falle eines irgendwann kommenden Interviews mit ehemaligen Joker - Redakteuren sollte unbedingt mal nachgefragt werden, was die Truppe sich dabei eigentlich dachte...oder auch nicht.
07.07.2012, 21:40 Retro-Nerd (14475 
Das ist das Cover vom Spiel Odyssey. Komplett mit Text zugemüllt.
07.07.2012, 21:36 docster (3407 
Gut, es ging bergab, trotzdem habe ich mir selbst heute noch die Frage zu stellen ( Spielbezug beim Motiv hin oder her ):

"Muß ein solches Cover sein?"


Kommentar wurde am 07.07.2012, 21:37 von docster editiert.
17.09.2009, 20:10 Teddy9569 (1546 
@ Kultboy

Eigentlich nicht. Zeitschriften -ob mit oder ohne Coverdisks - haben es heute ungleich schwerer auf dem Markt, da sie ob ihrer mtl. Erscheinungsweise in Sachen Aktualität nicht mit dem Internet mithalten können. Ich denke die meisten wollen Tests und Cheats, welche sie im Netz finden und gute Artikel sind mehr ein Thema für Hobbyisten, die sich für die Geschichte, die Industrie und die Menschen dahinter interessieren. Solche kaufen dann noch Periodika, allerdings in geringerer Auflage.
Kommentar wurde am 17.09.2009, 20:11 von Teddy9569 editiert.
26.04.2009, 13:30 kultboy [Admin] (11817 
Das sind aber wirklich interessante Zahlen. Wenn man bedenkt das solche Zahlen nicht mal heutige Zeitschriften schaffen.
26.04.2009, 02:23 Evil (644 
schuster39 schrieb am 26.04.2009, 01:23:
PS: Als die Amiga Games dazugekommen ist, war der Amiga Joker trotzdem überlegen gewesen und konnte sich so mit der Konkurrenz behaupten?

1993 hat der Amiga Joker zeitweise in etwa doppelt so viel verkauft, wie die Amiga Games. Der neue Mitbewerber dürfte der Auflage also nicht wirklich geschadet haben. Der Vorsprung vom Joker ist zwar im Laufe der Zeit von ~50.000 Exemplaren auf ~30.000 geschrumpft (der Markt wurde ja auch kleiner), ist aber bis zum Ende immer deutlich vor der Amiga Games gewesen.


Was lernen wir daraus? Niedrigere Heftpreise und Coverdiscs bringen nichts, wenn die Heftqualität nicht stimmt. Aber daraus hat Computec bis heute keine Lehren gezogen...
26.04.2009, 01:23 schuster39 (1179 
Evil schrieb am 26.04.2009, 00:55:
IVW-Zahlen II/1996 (letzte Meldung von AJ und AG)
Amiga Joker 76.501
Amiga Magazin 66.549
Amiga Games 43.501



Interessante Zahlen. Da war der AJ ja doch noch zu dieser Zeit der Konkurrenz überlegen...
Ne, bitte mich nicht falsch verstehen, aber ich dachte nur, da ja immer mehr Anwender die Plattform gewechselt haben, würde die Amiga Joker zu diesem Zeitpunkt viel viel weniger Leser haben.
Deshalb der Gedanke meines letzten Kommentars.

Hut ab!
Einfach nur interessante Zahlen!

PS: Als die Amiga Games dazugekommen ist, war der Amiga Joker trotzdem überlegen gewesen und konnte sich so mit der Konkurrenz behaupten?

Gruß
schuster39
26.04.2009, 00:55 Evil (644 
schuster39 schrieb am 26.04.2009, 00:01:
"Das meist gekaufte Amiga-Magazin der Welt..."

Schwer zu glauben, das dies im Jahre 1996 immer noch der Fall war.

IVW-Zahlen II/1996 (letzte Meldung von AJ und AG)
Amiga Joker 76.501
Amiga Magazin 66.549
Amiga Games 43.501

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