Da bin ich wieder mit der nächsten Jokerheft-Rezension. Ein böser Lindwurm und eine mit Joystick und Waffen bestückte (Zocker-)Maid geben sich auf dem Heftcover ihr Stelldichein. Bis auf das hübsche Antlitz der Dschungelqueen konnte mich das Cover nicht überzeugen. Wiederum lass ich für das Titelblatt
5 Punkte springen.
Kommen wir ohne Umschweife zum Heftinhalt:
Immerhin konnte der Jokercomic an Zeichenqualität zulegen. Lachen kann man (bis dato) leider immer noch nicht. Kaum einen Schmunzler konnte mir ebenso die satirische Geschichte
Das Redaktions-Rollenspiel entlocken. Bis auf die einigermaßen witzige Illustration ist Lachen hier Fehlanzeige. Das war wohl nichts Herr Hiersekorn.
Die Testberichte sind in gewohnter Qualität geschrieben. Für einen derben Schnappatmungsmoment sorgte aber der Test des Spieles
Klax: Michael Labiner schmeißt hier förmlich inflationär mit Bewertungsprozenten um sich. Wie man die Spielidee und den Dauerspaß mit unfassbaren
97 % einstufen kann, kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Mit solch einer noch nie da gewesenen Motivation müsste es selbst heute noch eingefleischte Klax-Fans geben, die das Spiel per "Ja-Wort" zum Partner auf Lebenszeit geehelicht haben. Selbst Tetris hat mir deutlich besser gefallen als das Rumgeklaxe. Diese, für mein Dafürhalten völlig überzogene Bewertung, hätte sich der Boss klemmen können.
Blättern wir weiter! Aha!! Wieder etwas Kost...*hüstel*...Kotzbares zu entdecken. Auf Seite 37 -wieder im
Up & Down-Bereich kann man (zum zweiten Mal - Vergleich Ausgabe 3/90) einen Kotzjoker im Prototypenstadium entdecken. Diesmal versuchte sich der geschickte Zeichner an einer griffigen Schönheit (hey, könnte das nicht Brorks Freundin sein??). Bikiniwoman erstrahlt im Kotz, ich meine kotzt im Strahl gar wunderschön. In diesem Zusammenhang sei auf einen Leserbrief verwiesen, der die Jokerfratzen kritisiert. O-Ton:
"Die Fratze von 0-19% sieht nämlich überhaupt nicht schlechter aus als die für 20-39%. Willst Du das nicht ändern?" Vielleicht war das für den Zeichenbeauftragten im Verlag ja die Initialzündung. Denn wer im Strahl kotzt, kann nur die unterste aller Wertungsregionen ansprechen, oder?
Jetzt kommen wir erneut zu "Pseudo-Mad-Max". Tataaaa!! Auch in diesem Heft ist ihm ein doppelter Auftritt in der Rubrik
Kleinanzeigen beschieden. Einmal inseriert er wiederum ST-Spiele. In der Anzeige Numero zwei möchte er Amigasoft verticken. Beide Inserate sind fein säuberlich mit seiner Telefonnummer (wie hat er sich da eigentlich gemeldet: "Marchsre....ähhh...Magenauer...") und seiner kompletten Adresse in Gauting versehen. Nun ja "Mad Max", jetzt wissen wir Deinen Spitznamen auf alle Fälle besser einzuordnen. Ich habe ab sofort ein Auge auf Dich.
Glaubt mir bitte: Ich konnte einfach nicht anders! Bei einer so vollmundig formulierten"waschechten und weltexclusiven Weltpremiere" á la
Necronom, konnte meine Spielewahl nur auf dieses Game fallen. Retrospektiv wollte ich wissen, ob dieser Shooter hält was (d)er (Joker) verspricht. In Bezug auf den Schwierigkeitsgrad hat der Tester (ml) schon einmal nicht zu viel versprochen. Hier werden wahre Joystickakrobaten gesucht, die dem bösen Fiesling (der übrigens in dem Heft auf dem Poster bewundert werden darf) heftig die Hammelbeine langziehen. Bis dahin darf häufig in die Tischkante gebissen werden, denn die Gegnerformationen geizen nicht mit Tücke und sonstigen Fisimantenten. Wohl dem, der (so wie ich *hehe*) die WinUAE-Savestatefunktion zur Hand hat.
Nachdem man das Spiel startet, ertönt schöne Musik und folgender
Bildschirm, der das eigene Raumschiff näher beschreibt, erscheint. Was steht da oben links?
CORACON? Da lässt sich ja ganz leicht das Unwort CORONA draus bilden. Nur das C bleibt dann übrig. Genug der Wortspiele! Nicht das ich Twinworld erneut verärgere...
Wie gesagt, das Spiel ist schwer, hält keine großen Staunmomente für den Spieler parat und auch sonst kann ich den Jubel der jokekistischen Rezension nicht ganz nachvollziehen. Retro-Nerd hat es treffend mit zwei Wörtern zusammengefasst:
Solider Durchschnitt. Dies wird auch durch meine Wertungszahlen untermauert:
Grafik: 79 %
Sound: 72 %
Handhabung: 75 %
Spielidee: 56 %
Dauerspaß: 61 %
Preis/Leistung: 58 %
Gesamt: 64 %
Der Endschuft sieht beim Endfight übrigens
so aus. In die Highscoreliste durfte ich mich mit diesem
Punktestand verewigen.
Lassen wir den Heimcomputer nun links liegen und widmen wir uns den Platinen, die in der Spielhölle ihren Dienst verrichtet haben.
Was haben wir denn diesmal im Angebot:
Klax? Nein danke!
Star Fighter? Nicht schon wieder ein Vertikal-Shooter!
Toki? Hatte ich erst letztens (2016) auf dem Amiga durchgezockt. Bleibt also nur noch
Chase H.Q. 2 als verbleibender Automat übrig. Zwei Runden hat mir der Automat Freude bereitet (hatte das Spiel vor Jahren schon mal ausgiebig gezockt). Für ne Zwischendurch-Fahrrunde wie immer ganz passabel, mehr aber auch nicht.
Soweit wäre es das für diese Ausgabe. Bis zur Juliausgabe heißt es nun: Sommer genießen und beim Sonne tanken Zeitschriften (von damals natürlich!) lesen.
Kommentar wurde am 24.06.2020, 18:47 von jan.hondafn2 editiert.